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Bewerbungen per Handy und Mitarbeiter-Communities im Internet

06.05.2010
BWL-Professor Stefan Strohmeier organisiert weltweit größte Tagung zum Thema Electronic Human Resource Management (e-HRM)

Wie geht man mit Personal in Unternehmen um und welche Informationssysteme braucht man dafür? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Electronic Human Resource Management (e-HRM).

Stefan Strohmeier ist Inhaber des Lehrstuhls für Management-Informationssysteme an der Universität des Saarlandes. Er organisiert vom 20. bis 21. Mai 2010 in Bamberg den dritten „European Academic Workshop on Electronic Human Resource Management“. Zu der Tagung kommen rund 60 führende Wissenschaftler und Wirtschaftsverteter aus der ganzen Welt, etwa aus Indien, den USA oder Australien.

Unternehmen rekrutieren, planen, verwalten, entwickeln, führen und vergüten ihr Personal heute zunehmend mit meist webbasierten Anwendungssystemen. Mit dieser elektronischen Variante der Personalarbeit und den dazu notwendigen Informationssystemen beschäftigt sich Electronic Human Resource Management. „Mein Lehrstuhl arbeitet an der Schnittstelle zwischen Informationstechnik und Management. Wir forschen daran, mit welchen IT-Systemen Personalmanagementprozesse in Unternehmen unterstützt werden können“, erläutert Professor Stefan Strohmeier. Dabei geht es unter anderem auch um Personalinformationssysteme von Unternehmen. „Für den Arbeitgeber ist es wichtig zu wissen, wie lange und wie gut ein Mitarbeiter seine Arbeit verrichtet. Die Kontrolle muss sich aber selbstverständlich im gesetzlichen Rahmen bewegen“, so Strohmeier.

Aktuelle Forschungsthemen des Lehrstuhls sind etwa e-portfolios in der Personalbeschaffung, virtuelle Gemeinschaften im Personalmanagement, semantische Technologien im e-recruiting und e-learning oder "mobile recruiting". In diesem Bereich analysieren die Wissenschaftler zusammen mit verschiedenen Praxispartnern die Möglichkeiten, Bewerbungsprozesse auf Mobiltelefone zu verlagern. „Wir untersuchen, wie die Akzeptanz von solchen Bewerbungsverfahren ist, welche Funktionen überhaupt mit dem Handy wahrgenommen werden und in welchen Fällen die Bewerber lieber über das stationäre Internet gehen“, sagt Strohmeier.

Forschung und Praxis zusammenzubringen ist das Ziel des dritten „European Workshop on Electronic Human Resource Management“. Das Thema des Workshops, der in englischer Sprache abläuft, lautet „Evidence-Based e-HRM? On the way to rigor and relevant research“. „Wissenschaftler und Manager werden sich damit befassen, wie man die Lücke zwischen wissenschaftlichen und praktischen Anforderungen schließen kann“, so Organisator Stefan Strohmeier.

Mehrere Mitarbeiter seines Lehrstuhls halten bei der Tagung Vorträge zu verschiedenen Themen. Diplom-Kaufmann Daniel Müller spricht über „Design-characteristics of virtual learning environments“. Dabei erläutert er, welche Anforderungen virtuelles Lernen erfüllen muss, damit es Mitarbeiter erfolgreich nutzen können. Diplom-Kauffrau Petra Thielen befasst sich mit dem sogenannten „social tagging“. Bei dieser Web 2.0-Anwendung werden unter anderem Charakteristiken über Mitarbeiter im Web angelegt. Verschiedene Firmen können sich so ein Bild über die Kompetenzen eines Mitarbeiters machen. Diplom-Kauffrau Anke Diederichsen spricht über „virtual communities“ im Internet. Sie beschäftigt sich mit der Frage, ob man im Internet Mitarbeiter-Communities zum gemeinsamen Meinungsaustausch schaffen kann und ob Bewerber- oder Interessenten-Communities im Netz Sinn machen. Außerdem geht es um die Frage, wo solche Communities Schaden anrichten können, etwa wenn Gehälter öffentlich gemacht werden. Diese können auch schädlich für potenzielle Arbeitgeber sein, wenn etwa ganze Firmen in solchen Communities negativ bewertet werden.

Weitere renommierte Redner auf der Konferenz sind Theresa Welbourne von der University of Southern California und Uwe Simon, Senior Vice-Präsident des IT-Unternehmens SAP. Theresa Welbourne spricht darüber, wie man praktische Probleme in Unternehmen wissenschaftlich lösen kann. Uwe Simon erläutert, wie SAP-Techniken in Zusammenarbeit mit Forschern weiterentwickelt werden können. Die Tagung wird von SAP und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gesponsort.

Kontakt:
Prof. Dr. Stefan Strohmeier
Tel. 0681/302-64751
E-Mail: s.strohmeier@mis.uni-saarland.de
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern und Studenten der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-4022) richten.

Irina Urig | idw
Weitere Informationen:
http://www.e-hrmresearch.com
http://www.uni-saarland.de

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