Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bewegtes Leben

11.07.2016

Bewegungswissenschaftler der Universität Jena laden ein zum öffentlichen Kongress „Motion Systems Perspectives“ am 21. und 22. Juli

Auf den ersten Blick haben Menschen und Ameisen so gar nichts gemein. Doch beide bemühen ein komplexes System, um sich fortzubewegen und liegen somit gleichermaßen im Interesse von Bewegungswissenschaftlern.


Im Lauflabor der Universität Jena gehen die Bewegungswissenschaftler vor allem der Frage nach der Selbststabilität auf den Grund. Ihre Ergebnisse präsentieren sie beim "Motion-Kongress" an der FSU.

Jan-Peter Kasper / FSU

Vor allem der interdisziplinäre Teilbereich Biomechanik untersucht den Bewegungsapparat biologischer Systeme, der sich in einem langen Prozess der Evolution geformt und immer weiter verbessert hat. Längst haben Naturwissenschaftler und Forscher aus dem Gebiet Technologie diese hochkomplexen Bewegungssysteme für ihre Innovationen entdeckt: So wurden etwa Flugzeugteile nach dem Vorbild von Vogelknochen entwickelt oder Sportler nach Erkenntnissen aus der Tierwelt trainiert.

Solchen Erkenntnissen aus der Bewegungsforschung widmet sich der öffentliche Kongress „Motion Systems Perspectives“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die vom Lehrstuhl für Bewegungswissenschaft organisierte Veranstaltung findet am 21. und 22. Juli in den Rosensälen der Universität (Fürstengraben 27) statt.

Neben Mitarbeitern vom Institut für Sportwissenschaft sowie ehemaligen Universitätsangehörigen sind auch internationale Gäste unter den Referenten. Ebenso vielseitig sind die Vortragsthemen: Sie berühren die gemeinsam durchgeführten Forschungen und geben Einblick in neueste Projekte und Ergebnisse aus den verschiedensten Bereichen. Dazu zählt u. a. die sportbezogene Anwendung der Biomechanik etwa in der Leichtathletik oder im Schwimmen.

Ebenso Teil des Programms sind neue Ansätze in der Grundlagenforschung zu den biomechanischen Eigenschaften der Muskulatur, menschbezogene Arbeiten zur Körperhaltung, aber auch Studien zur Fortbewegung von Ameisen. Technische Anwendungen liegen etwa in der Robotik und Orthopädie. Sie werden aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.

Es gibt wohl weltweit nur wenige Arbeitsgruppen, die das Laufen so grundsätzlich und breit untersucht haben, wie die der FSU Jena – sei es das Laufen bei Ameisen, Spinnen, Menschen oder in Zusammenarbeit mit Zoologen und Ingenieuren auch die Bewegungsabläufe bei Vögeln und Makaken. Dabei gehen die Forscher vor allem Fragen nach der Selbststabilität auf den Grund. Das bedeutet, inwieweit die nichtlinearen Eigenschaften des biologischen Systems zur Stabilität beitragen und dadurch die Kontrolle entlasten.

Das zu berücksichtigen ist eine Aufgabe, die die Erbauer von Robotern erst nach und nach lernen. Einem Roboter die gewünschten Bewegungen aufzuzwingen, ist sehr anstrengend. Leichter hingegen ist es, wenn das System nach einem kleinen Anstoß selbst in einen stabilen Modus fällt und auch noch bei Störungen ruhig weiterläuft.

Leiter dieser Arbeitsgruppe ist Prof. Dr. Reinhard Blickhan, der mit seiner Abschiedsvorlesung zum Thema „Verformungen“ den ersten Kongresstag beschließt (21. Juli, 19 Uhr, Rosensäle). Der Lehrstuhlinhaber für Bewegungswissenschaft kam 1993 an die Universität Jena und tritt in diesem Jahr in den Ruhestand.

Die Vorträge in deutscher und englischer Sprache sind für alle Interessierten offen; der Eintritt ist frei. Das detaillierte Programm und weitere Informationen sind zu finden unter: http://www.motionscience.uni-jena.de/conference/.

Kontakt:
Prof. Dr. Reinhard Blickhan
Institut für Sportwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Seidelstraße 20, 07749 Jena
Tel.: 03641 / 945701
E-Mail: reinhard.blickhan[at]uni-jena.de

Weitere Informationen:

http://www.motionscience.uni-jena.de/conference/
http://www.uni-jena.de

Bianca Wiedemann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte
23.11.2017 | Universität Witten/Herdecke

nachricht IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen
22.11.2017 | Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung