Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Berufsfelder der Gesundheitsförderung

14.10.2009
Angesichts zunehmend chronischer und verhaltensabhängiger Erkrankungen wird ein gesunder Lebensstil immer wichtiger. Deshalb etabliert sich

Gesundheitsförderung als eigenständiger Bereich im Gesundheitswesen. Wie diese möglichst wirksam geplant, umgesetzt und bewertet werden kann, wird an vier Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg gelehrt - u.a. in Schwäbisch Gmünd.

Vom 14. bis 16.10. tauschen sich dort Studierende und Experten aus Praxis und Wissenschaft über unterschiedliche Tätigkeitsbereiche, akademische Qualifizierungsmöglichkeiten und Perspektiven aus. Besonders wichtig ist dabei der direkte Kontakt zwischen den Absolventen der Studiengänge und möglichen Arbeitgebern.

Zur Zielgruppe der Tagung, der vom Bachelor-Studiengang Gesundheitsförderung um die Juniorprofessorin Dr. Birte Dohnke und die Dozentin Christine Dörge, MPH M.A. organisiert wird, zählen Studierende und Lehrende gesundheitsbezogener Studiengänge, regionale Akteure der Gesundheitsförderung sowie Vertreter von Institutionen und Betrieben, die an Gesundheitsförderung interessiert sind.

Eröffnet wird die Tagung am Mittwoch, den 14.10.09, mit einem Vortrag von PD Dr. Norbert-Ullrich Neumann von der Universität Ulm zum Thema "Lebensstil und Gesundheit in der industriellen Gesellschaft". An dem insgesamt dreitägigen Programm folgen dann noch 18 Vorträge, bei denen die Referentinnen und Referenten über folgende Bereiche referieren:

- Gesundheitsförderung in den Settings Hochschule, Schule und Krankenhaus
- den wachsenden Markt von Gesundheitsförderung an Volkshochschulen
- Gesundheitsförderung bei den Krankenkassen
- Gesundheitsförderung in der medizinischen Rehabilitation
- Suchtprävention
- Gesundheitstourismus
- Gesundheitsförderung für die Zielgruppen sozial-benachteiligte Frauen und alte Menschen
- Betriebliche Gesundheitsförderung
- Gesundheitsförderung in der Kommune/Gemeinde
Die Tagung endet am Freitag, den 16.10.09, mit dem Vortrag von Prof. Dr. Schlicht von der Universität Stuttgart über "Masterstudiengänge: Bildung und Weiterbildung an der Universität Stuttgart".

Die Juniorprofessorin Dr. Birte Dohnke erläutert eine Besonderheit der Tagung: "Die Organisatoren haben großen Wert darauf gelegt, die Studierenden aktiv in die Tagung einzubeziehen: Sie beteiligen sich als Moderatoren, stellen das Konzept ihrer Bachelor-Arbeit oder Forschungsarbeiten vor, an denen sie als Tutoren beteiligt sind, und unterstützen als Tagungshelfer. Gleichzeitig 'zählt' die Tagung für die Studierenden als reguläre Lehrveranstaltung. Es ist dem Studiengang "Gesundheitsförderung" ein wichtiges Anliegen, die Studierende mit innovativen Lehrformaten anzusprechen. Eine Tagung bietet hier die großartige Möglichkeit, dass Studierende viele verschiedene Berufsfelder kennen lernen und sich so intensiver mit den beruflichen Perspektiven auseinandersetzen können und zahlreiche Gelegenheiten haben, Kontakte mit potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen. Das bringt für die Studierenden einen wichtigen Lerneffekt."

Gesundheitsförderung beschäftigt sich mit den Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung von Individuen und Gruppen, stärkt Schutzfaktoren und Ressourcen mit dem Ziel einer hohen Lebensqualität für alle. Sie bezieht sich hier auf soziale und wirtschaftliche Faktoren (Verbesserung der Arbeitsbedingungen), Umweltfaktoren (inkl. Aufbau sozialer Netzwerke, Wohnumfeld), einen gesunden Lebensstil (mit Bewegung, gesunder Ernährung sowie Lebensqualität und Stressprävention), die Stärkung der Persönlichkeit (Eigenverantwortung, Selbstwirksamkeit und Schutzmotivation) und den Zugang zu gesundheitsrelevanten Informationen und Institutionen. Entsprechende Maßnahmen richten sich nicht nur darauf, die individuellen Gesundheitsressourcen vom Kindes- und Jugendalter über das Erwachsenenalter bis ins hohe Alter zu stärken, sondern gerade auch auf die verschiedenen Lebensbereiche wie Familie, Schule, Ausbildung, Beruf und Freizeit.

Gesundheitsförderung hat in Deutschland allerdings einen noch viel zu geringen Stellenwert, um den individuellen und gesellschaftlichen Herausforderungen, z.B. der dramatischen Entwicklung von Übergewicht, begegnen zu können. Zwar ist der vorbeugende Wert von verschiedenen gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen wie körperlicher Aktivität, ausgewogener Ernährung, Nichtrauchen, Kondombenutzung, Sonnenschutz, Verkehrssicherheit, Drogenvermeidung und Stressbewältigung belegt, allerdings ist zu fragen, ob das vorhandene Personal bereits richtig und ausreichend qualifiziert ist und nicht noch immer zu wenig in Forschung und in Ausbildung von Fachkräften in Prävention und Gesundheitsförderung investiert wird.

Die Pädagogischen Hochschulen Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe und Schwäbisch Gmünd beantworten die Frage nach mehr professioneller Gesundheitsförderung mit ihren neuen gesundheitsbezogenen Bachelor-Studiengängen. Der Verbund dieser Hochschulen plant eine jährliche Tagung an einem der vier Standorte, um sich untereinander auszutauschen und weiter zu vernetzen, Verbindungen mit Praxispartner zu stärken und nicht zuletzt den Studierenden ein breites Forum zu bieten, Aufgaben, Handlungsfelder und konkrete Projekte sowie Praktikumsstellen, Beschäftigungsmöglichkeiten und berufliche Perspektiven der Gesundheitsförderung kennen zu lernen und sich intensiv mit verschiedenen Berufsfeldern der Gesundheitsförderung auseinanderzusetzen. Den Auftakt macht die diesjährige Tagung an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd.

Dr. Monika Becker | idw
Weitere Informationen:
http://www.ph-gmuend.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel
02.12.2016 | Münchner Kreis

nachricht Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen
01.12.2016 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie