Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Berlin: Ausstellung "Weltmaschine" über den weltweit leistungsstärksten Teilchenbeschleiniger LHC

14.10.2008
Annette Schavan: "Beeindruckender Blick ins Innere der Materie"

Bundesforschungsministerin eröffnet in Berlin die Ausstellung "Weltmaschine" über den weltweit leistungsstärksten Teilchenbeschleiniger LHC

Eine umfassende Ausstellung über den weltweit leistungsstärksten Teilchenbeschleuniger und über weitere Höhepunkte der Elementarteilchenphysik eröffnet jetzt in Berlin. "Alle Interessierten erhalten faszinierende Einblicke in die Arbeit der Wissenschaft, die das Innerste der Materie ergründet", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan am Dienstag anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Weltmaschine". Im Zentrum der Ausstellung steht der Large Hadron Collider (LHC), der vor wenigen Wochen am Forschungszentrum CERN in Genf zum ersten Mal gestartet wurde. Eine breite Öffentlichkeit könne sich nun über eine Welt informieren, die den meisten Menschen bislang bedauerlicherweise verborgen geblieben sei. Schavan weiter: "Zugleich ist die Ausstellung ein eindrucksvoller Beleg für die überragende Bedeutung von aufwändiger Grundlagenforschung." Auch wenn es vorrangig um Erkenntnisse gehe, sei eine solch fundamentale Wissenschaft unverzichtbar, um auch neue Technologien hervorzubringen. "Das World Wide Web ist der wichtigste Beleg für diese Verbindung."

Die Ministerin verwies zudem darauf, dass das CERN seit mehr als 50 Jahren sowohl für wissenschaftliche Spitzenleistungen als auch für internationale Zusammenarbeit stehe: In Genf arbeiten 2.500 Menschen aus ganz Europa und mehr als 8.000 Gastwissenschaftler von 580 Forschungseinrichtungen aus 85 Ländern. 200 Mitarbeiter und 1.000 Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler kommen aus Deutschland.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) übernimmt mit jährlich rund 130 Millionen Euro rund 20 Prozent des Beitrages der 20 Mitgliedsländer. Der Haushalt des Forschungszentrums CERN hat ein Volumen von 650 Millionen Euro. Damit ist Deutschland der größte Unterstützer. Für den LHC sind während der Bauzeit von 1995 bis 2008 rund 6,5 Milliarden Schweizer Franken (nach heutigem Kurs rund 4 Milliarden Euro) aus dem CERN-Haushalt aufgewandt worden. Das entspricht einer Förderung des BMBF für den Bau des Beschleunigers von rund 800 Millionen Euro. Das Ministerium stellte zudem bislang 15 Millionen Euro pro Jahr für Projekte an Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland bereit, die sich an der Arbeit am CERN beteiligen und die die Forschungsanlagen nutzen. Schavan kündigte an, dass ab sofort zwei weitere Programme zur Nutzung des CERN und ähnlicher Forschung ausgeschrieben sind. Hierfür stehen für die nächsten drei Jahre 90 Millionen Euro bereit. Dabei wird es einen Schwerpunkt auf die Arbeit von Nachwuchsforschern geben.

Nach den Worten von Ministerin Schavan wird es zudem immer wichtiger, den wissenschaftlichen Nachwuchs für die Forschung am CERN zu begeistern. Sie kündigte an, mit Hilfe der Wissenschaft ein Schülernetzwerk Teilchenwelt aufzubauen. Besonders interessierte Jugendliche in den oberen Klassenstufen sollen künftig die Möglichkeit haben, in Projektgruppen spannende Einsichten in die Teilchenphysik zu bekommen, echte CERN-Daten auszuwerten und in Videokonferenzen mit Gleichaltrigen und erfahrenen Wissenschaftlern die Ergebnisse zu diskutieren. Schavan: "Die Jugendlichen werden merken, wie interessant und spannend die Beschäftigung mit Naturwissenschaft und Technik ist."

Die Ausstellung "Weltmaschine" im U-Bahnhof Bundestag in Berlin ist vom 15. Oktober bis zum 16. November geöffnet (Montag bis Sonntag 10 bis 19 Uhr, Donnerstag 10 bis 22 Uhr). Erhältlich ist ab sofort auch die BMBF-Broschüre "Weltmaschine", die als Begleitmaterial zur Ausstellung dient.

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.weltmaschine.de
http://www.bmbf.de/press/

Weitere Berichte zu: BMBF CERN Elementarteilchenphysik LHC Teilchenbeschleiniger Weltmaschine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Immunsystem in Extremsituationen
19.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm
19.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise