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Klimawandel verändert Wasserhaushalt an Flussläufen

22.11.2007
Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Professor Dr. Beate Jessel, warnte davor, die möglichen Auswirkungen des Klimawandels zu unterschätzen.

Anlässlich der BfN-Fachtagung "Klimawandel, Wasserhaushalt und Naturschutz" sagte sie: "Der Klimawandel wird auch in Deutschland nicht ohne Wirkung bleiben.

Die zu erwartenden Folgen werden regional unterschiedlich aber zum Teil deutlich zu spüren sein. Häufigere Dürreperioden und Starkniederschläge werden Mensch und Natur zu Anpassungen zwingen." Szenarien und Modellrechnungen wiesen darauf hin, dass sich der regionale Wasserhaushalt der Landschaft - beispielsweise in Brandenburg, Bayern und Baden-Württemberg - verändere. "Besonders deutlich werden sich diese Veränderung in unseren Flüssen und Auen bemerkbar machen", so Beate Jessel.

Der für intakte Flussökosysteme wichtige Wechsel von Niedrig- und Hochwasser sei durch Laufverkürzungen und Flussverbauung bereits erheblich verändert, sagte die BfN-Präsidentin. "Es kommt nun darauf an, die natürliche Pufferkapazität der Flussauen wieder herzustellen und den Flüssen wieder mehr Raum zu geben," so Jessel. Je flexibler und dynamischer die Natur reagieren könne, desto besser könne möglichen Katastrophen begegnet werden.

Intakte Flussauen leisten nicht nur einen wesentlichen Beitrag zum naturverträglichen Hochwasserschutz, sie sind auch zentrale Verbindungsachsen des nationalen und internationalen Biotopverbundes und haben somit auch wichtige Funktionen für die Ausbreitungsfähigkeit der möglicherweise vom Klimawandel betroffenen Arten", erläuterte die BfN-Präsidentin.

Die BfN-Präsidentin appellierte an die Verantwortlichen in Wasserwirtschaft und Naturschutz, den Weg zur Renaturierung von Flüssen und Auen und zum Wiederanschluss von Altarmen sowie zur Verbesserung der biologischen Durchgängigkeit unserer Fließgewässer gemeinsam und konsequent weiter zu gehen. Nur so könne den möglichen Entwicklungen und unerwarteten Überraschungen durch den Klimawandel begegnet werden, sagte Beate Jessel.

"Die volle Funktionsfähigkeit der Natur ist nicht nur der entscheidende Faktor zur CO2-Fixierung, sondern wesentliche Voraussetzung für ihre Anpassungsfähigkeit an sich verändernde Klimabedingungen. Funktionierende Ökosysteme können z.B. auftretende Extreme abpuffern und erheblich zu Reduzierung der Risiken für den Menschen beitragen. In der derzeit in Vorbereitung befindlichen "Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels" muss daher auch der Beitrag des Natur- und Auenschutzes entsprechend berücksichtigt werden", so Jessel.

Hinweis:
Die Bundesregierung setzt sich besonders für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein. Im Vorfeld der UN-Naturschutzkonferenz führt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eine Kampagne zur biologischen Vielfalt durch, um die Öffentlichkeit auf den Wert und den Nutzen der biologischen Vielfalt aufmerksam zu machen.

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.naturallianz.de

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