Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klima, Kosmos und Kosmetik: Physikerinnen tagen in Osnabrück

24.10.2007
Deutschlands Physikerinnen treffen sich vom 1. bis 4. November 2007 an der Universität Osnabrück, um über neueste Forschungsergebnisse, Karrierechancen und die Verknüpfung von Beruf und Privatleben zu diskutieren.

Zur "11. Deutschen Physikerinnentagung" werden mehr als 200 Teilnehmerinnen erwartet. Die Themenpalette reicht von der Klimaforschung bis zur Kosmologie und deckt neben der Grundlagenforschung auch die Körperpflege mit Hilfe neuartiger physikalischer Methoden ab.

Veranstalter sind die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und der Hedwig-Kohn-Verein zur Förderung von Frauen und Mädchen in der Physik. Schirmherrin ist Bundesforschungsministerin Annette Schavan.

Hinweis an die Redaktionen: Die Medien sind herzlich eingeladen zu einem Pressegespräch im Rahmen der Tagung. Der Termin:
Donnerstag, 1. November 2007, 10:30 Uhr
Universität Osnabrück
Gebäude 32/Fachbereich Physik, Raum 111 (1. Etage)
Barbarastraße 7 (Westerberg)
Kongress und Kontaktbörse: "Die Physikerinnentagung ist mehr als nur ein Fachtreffen", betont May-Britt Kallenrode, Physikprofessorin an der Universität Osnabrück und Tagungssprecherin. "Uns geht es auch um den persönlichen Erfahrungsaustausch in Sachen Lebensplanung und Karriere. Dazu möchten wir Physikerinnen aus unterschiedlichen Fachgebieten und Berufen miteinander ins Gespräch bringen. Insofern bieten wir ein Forum für alle Frauen, die sich für Physik interessieren." Nicht nur Studentinnen und Professorinnen werden daher zur Tagung erwartet, sondern ebenso Physikerinnen, die in der Industrie tätig sind. "Angemeldet haben sich auch rund 50 Schülerinnen", berichtet Kallenrode. "Für sie gibt es Laborführungen, Vorträge und ganz allgemein die Gelegenheit, sich darüber zu informieren, wo Physikerinnen überall arbeiten."
... mehr zu:
»Plenarvortrag

Klimaforschung und Kosmetik: Markenzeichen der alljährlichen Physikerinnentagung ist das vielseitige Programm. Der Kongress startet mit einem Plenarvortrag von Wilma Kraft-Weyrather von der Darmstädter Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI), die über "Tumortherapie mit Ionenstrahlung" sprechen wird. Dieses Verfahren - es beruht auf der Bestrahlung von Krebsgeschwüren mit elektrisch geladenen Atomteilchen (Ionen) - steht unmittelbar vor dem Einzug in die klinische Praxis: Zentren für Ionenstrahl-Therapie sollen im nächsten Jahr sowohl am Universitätsklinikum Heidelberg als auch im italienischen Pavia den Betrieb aufnehmen. Im zweiten Plenarvortrag geht Astrid Richter vom Potsdamer Alfred-Wegener-Institut der Frage nach, wie sich Wolken und atmosphärische Schwebstoffe auf das Klima der Polarregionen auswirken. Der dritte Plenarvortrag zeigt ein Beispiel aus der angewandten Physik: Stefanie Tümmel, Diplom-Ingenieurin aus Göttingen, berichtet über die "Plasmabehandlung" von Fuß- und Fingernägeln. Mit "Plasma" - ein Gas aus Elektronen und elektrisch geladenen Atomteilchen - werden üblicherweise Werkstoffoberflächen gereinigt. Tümmel erweiterte das Einsatzspektrum auf die Schönheitspflege und fand beispielsweise heraus, dass Bio-Lacke auf Alkoholbasis deutlich besser haften, werden die Nägel vor der Lackierung mit Plasma behandelt. Das Verfahren ist völlig ungefährlich und wurde inzwischen zum Patent angemeldet. Für diese Untersuchungen, die Stefanie Tümmel während ihrer Diplomarbeit durchführte, erhielt sie den diesjährigen "Georg-Simon-Ohm-Preis" der DPG.

Breitgefächert ist auch das Themenspektrum der Fachsitzungen. Physikerinnen aus Deutschland und dem Ausland präsentieren hier ihre Forschungsergebnisse. So wird beispielsweise Barbara Kraus von der Universität Innsbruck erläutern, wie per Quantenkryptographie Daten "unknackbar" verschlüsselt werden. Die Suche nach "Dunkler Materie" im Rahmen des XENON-Experiments beschreibt die Züricher Teilchenphysikerin Eirini Tziaferi. Triebfeder für dieses Forschungsprojekt ist die Erkenntnis, dass das Universum viel mehr Substanz enthält, als direkt sichtbar ist. Hinter dieser "Dunklen Materie" werden noch unentdeckte Elementarteilchen vermutet. Weitere Gäste aus dem Ausland sind Sylvia Speller, Nanowissenschaftlerin an der niederländischen Universität Nijmegen, Cecelie Hector, Kosmologin aus Cambridge, sowie Antje Ludewig, Spezialistin für Tieftemperaturphysik aus Amsterdam.

Kinder und Karriere: Weiterer Schwerpunkt des Programms sind gesellschaftspolitische Themen. Dabei geht es insbesondere um Karrierechancen für Physikerinnen und um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Außerdem berichten in der Industrie tätige Physikerinnen von ihrer Laufbahn und ihrer täglichen Arbeit.

Dr. Marcus Neitzert | idw
Weitere Informationen:
http://www.physikerinnentagung.de

Weitere Berichte zu: Plenarvortrag

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni
24.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet
24.05.2017 | Deutsche Diabetes Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften