Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

23. Ernst Klenk Symposium in Molecular Medicine Non-Coding RNA

26.09.2007
Wiederentdeckung der Ribonukleinsäuren (RNA)

Führende Molekularbiologen berichten über die vielfältigen Funktionen der - in der Vergangenheit als "evolutionärer Abfall" bezeichneten - nicht-kodierenden RNA und deren therapeutischen Nutzung in der Medizin

Plenarvortrag:
Prof. Thomas Tuschl (Rockefeller University, New York, USA)
„Ernst Klenk Lecture“ am Montag, den 01. Oktober 2007 um 18:00 Uhr
Veranstaltungsort:
MTI-Hörsaalgebäude der Medizinischen Fakultät zu Köln (Geb. 44b), Joseph-Stelzmann Str. 52, 50931 Köln
Veranstalter:
Zentrum für Molekulare Medizin Köln (ZMMK) und Ernst Klenk Stiftung, Marburg
Nur die protein-kodierenden Abschnitte der Desoxyribonukleinsäure (DNA), die auch als Gene bezeichnet werden, enthalten die Erbinformation, die mit Hilfe eines Übermittlers, der Boten-RNA (mRNA), in Proteine umgewandelt werden. Als jedoch bei der Entschlüsselung des menschlichen Erbguts festgestellt wurde, dass von etwa drei Billionen Basenpaaren der DNA nur etwa 1,4 Prozent als Vorlage für die Herstellung von Proteinen genutzt werden, war die Überraschung groß. Ein Großteil des verbleibenden Rests von knapp 99 Prozent, der in der Vergangenheit zu Unrecht als "evolutionärer Abfall" bezeichnet wurde, enthält Baupläne für die sogenannte nicht-kodierende RNAs (ncRNAs). Diese ncRNAs werden im Gegensatz zu den mRNAs nicht in Proteine übersetzt, sondern sind auf der Ebene der RNA aktiv. Untersuchungen deuten darauf hin, dass z.B. der Mensch nur etwa 20.000 Protein-kodierende Gene, aber circa 450.000 ncRNAs besitzt. Heute gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Unterschied zwischen Lebewesen nicht auf der Anzahl der Gene, sondern vielmehr auf der Funktionalität von ncRNAs - in Form eines ausgeklügelten revolutionären Steuerungssystems - beruht.

Diese neuentdeckte Welt der RNA, das diesjährige Thema des 23. Ernst Klenk Symposiums, ist zu einem der heißesten Forschungsgebiete in der Molekularbiologie avanciert. Bezeichnenderweise wurde im Jahre 2006 der Nobelpreis für Medizin an Prof. Andrew Z. Fire und Prof. Craig C. Mello für ihre grundlegende Entdeckung auf dem Gebiet der RNA-Interferenz (RNAi) vergeben. Auch ein deutscher Wissenschaftler, Prof. Thomas Tuschl, war mit seinen Pionier-Arbeiten am MPI für Biophysikalische Chemie in Göttingen maßgeblich an der Entwicklung auf dem Gebiet der RNA Interferenz beteiligt. Sein Forscherteam konnte zeigen, dass Gene gezielt unterdrückt werden, wenn sie mit kurzen, in ihrer Sequenz exakt passenden RNAs wechselwirken können. Die Wechselwirkung solcher small interference RNAs (siRNA) mit der mRNA führt zum Abbau derselben und verhindert auf diese Weise die Herstellung des Proteins.

... mehr zu:
»DNA »RNA »Tuschl

Prof. Tuschl, der mittlerweile an die Rockefeller University, New York, USA forscht, konnte für die wissenschaftliche Organisation des Symposiums gewonnen werden. Er hat ein hervorragendes Vortragsprogramm mit international renommierten RNA-Forschern zusammengestellt und wird am Montag, den 01. Oktober 2007 die "Ernst Klenk Lecture" halten (Titel "Mechanism of Small RNA Guided Gene Silencing in Mammals"), ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung.

Das wissenschaftliche Programm des 23. Ernst Klenk Symposiums wird den Teilnehmern der Konferenz einen einzigartigen Überblick über den aktuellen Forschungsstand auf dem Gebiet der ncRNAs geben. Unter anderem werden Vorträge zu "guided RNA", siRNA, miRNA und deren Funktionsweise in verschiedenen Organismen sowie zur Genregulation von ncRNA im Hinblick auf deren therapeutischen Nutzung in der Medizin präsentiert.

Seit seiner Gründung veranstaltet das ZMMK jährlich ein internationales wissenschaftliches Symposium über ein aktuelles Thema der bio-medizinischen Forschung.

Das Symposium - benannt nach Prof. Ernst Klenk, dem ersten Lehrstuhlinhaber des heutigen Instituts für Biochemie an der Universität zu Köln – findet im MTI-Hörsaalgebäude der Medizinischen Fakultät (Gebäude 44b, Joseph-Stelzmann Str. 52, 50931 Köln) statt. Die Veranstaltung beginnt am Sonntag, den 30. September 2007 um 14.00 Uhr und wird am Dienstag, den 02. Oktober 2007 gegen 13.00 Uhr enden.

Das Programm des 23. Ernst Klenk Symposiums sowie weitere Informationen sind unter www.zmmk.uni-koeln.de zu finden.

Die Veranstalter des Symposiums sind das Zentrum für Molekulare Medizin Köln (ZMMK) und die Ernst Klenk Stiftung (Marburg).

Für Rückfragen steht Ihnen Frau Dr. Debora Grosskopf-Kroiher unter Tel. +49 221/478-5552, Fax: +49 221/478-4833 und E-Mail klenk-symposium@uni-koeln.de zur Verfügung.

Dr. Debora Grosskopf-Kroiher | ZMMK
Weitere Informationen:
http://www.zmmk.uni-koeln.de

Weitere Berichte zu: DNA RNA Tuschl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe
23.02.2017 | Technische Hochschule Deggendorf

nachricht DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie