Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Datenhighways platzen aus allen Nähten

17.09.2007
- Sprunghafter Anstieg der Datenmengen durch DSL und Breitbanddienste

- Glasfaser soll Einzug in fast alle Lebensbereiche halten

- Berlin diese Woche Europas Hauptstadt für optische Kommunikationstechnologien

- 4.000 Experten aus 60 Nationen präsentieren und bewerten Glasfasertechniken

Es wird langsam eng in den Telekommunikationsnetzen. Der Grund: Explosionsartig steigt durch die Digitalisierung der Medien und die massenhafte Nutzung breitbandiger Dienste jedes Jahr die Menge der übertragenen Datenmengen in den Netzen.

"Vor allem in den auf Glasfasertechnik beruhenden interkontinentalen Verbindungskabeln zeichnen sich erste Engpässe ab. Und diese sind für die Verbindung moderner Gesellschaften unabdingbar", erklärte Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Grallert vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut heute in Berlin zum Auftakt der ECOC 2007 (European Conference and Exhibition on Optical Communication), dem Weltkongress für Optische Technologien. Über 4.000 Experten aus 60 Nationen präsentieren und bewerten hier vom 16. bis 20. September die neuesten Trends in der Glasfasertechnik und der dafür benötigten Komponenten und Module, organisiert von der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (ITG/VDE, Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e.V.). Etwa 300 Aussteller demonstrieren gleichzeitig an Prototypen und kommerziellen Produkten die Relevanz der optischen Technologien für den Alltag der Menschen. Damit ist Berlin in diesem Jahr und in den kommenden Tagen Europas Hauptstadt der optischen Kommunikationstechnologien.

Die Experten sind sich einig: Optische Technologien (Photonik) und die Datenübertragung via Glasfaser garantieren derzeit die schnellste Übertragung bei bester Qualität. Dabei ist es preiswerter die Übertragung in den bestehenden Netzen zu optimieren, als neue Kabel zu verlegen oder gar durch die Ozeane zu ziehen. Fast unvorstellbar groß sind schon jetzt die Datenmengen, die moderne Glasfasernetze mit Übertragungsraten von mehr als 2 Terabit pro Sekunde heute übertragen können. Zwei Terabit sind zwei Billionen Bit (2.000.000.000.000).

... mehr zu:
»Glasfasertechnik »ITG

Dies entspricht gleichzeitig 333.333 DSL-Leitungen bei einer Bandbreite von 6 MBit/s. In der Faser findet die Übertragung in Form von Licht unterschiedlicher Frequenzen im infraroten Teil des Lichtspektrums statt. Die zunächst elektrischen Daten werden in ein moduliertes, das heißt getaktetes Lichtsignal umgewandelt und auf die Reise geschickt. Beim Empfänger werden sie wieder in elektrische Signale zurückverwandelt. Hauptaufgabe bei der Optimierung ist es, die Daten vollständig und möglichst schnell umzuwandeln und möglichst schnell und weit und natürlich fehlerfrei durch die Fasern zu schicken.

Trotz der inzwischen verhältnismäßig hohen Netzauslastung steht die Nutzung der Glasfaser jedoch noch am Anfang. Zentrale Themen der Konferenz sind daher unter anderem optische Technologien für den "wartenden" Nutzer daheim (xDSL) und am Arbeitsplatz (100-Gbit-Ethernet). Führende Experten aus dem In- und Ausland präsentieren künftige Zugangstechnologien sowie Techniken zur Optimierung der Signalübertragung im Glasfasernetz. "Nach dem weltweit überwältigenden Erfolg von DSL ist es nur noch eine Frage der Zeit, wie nahe die Glasfaser dem Endkunden am Anschluss entgegen kommt", so Professor Grallert. Glasfaser bis ins Haus (FTTH - Fibre to the Home) oder bis an den Straßenrand (FTTC - Fibre to the Curb) sind hierfür die gängigen Fachbegriffe.

Nach Einschätzung der VDE-Experten wird die optische Kommunikationstechnik auf absehbare Zeit mit Datenraten zwischen 100 Mbit/s und 10 Gbit/s Einzug in fast alle unsere Lebensbereiche halten und so die gesamte Kommunikation revolutionieren. Als Beispiele nannte Professor Grallert in Berlin unter anderem breitbandige Informations- und Kommunikationssysteme in Transport und Logistik, die Kommunikation zwischen Maschinen und innerhalb von Maschinen sowie hochintelligente elektronische Assistenten, die in zahlreichen Bereichen des Lebens Entscheidungshilfen und -unterstützung liefern können. "Überall dort, wo die ultraschnelle Kommunikation von Rechnern, Netzwerken und Systemen bislang durch die Verwendung von Kupferkabeln eingeschränkt war, werden Fasern aus Glas oder Plastik und schnelle Komponenten, also schlicht: optische Kommunikation, neue Tempo-Dimensionen erschließen."

Die ECOC 2007

Die 33. European Conference and Exhibition on Optical Communication ist der wichtigste Weltkongress für Optische Technologien. Der Kongress findet jedes Jahr in einem anderen Land statt. Über 4.000 Experten aus 60 Nationen präsentieren und bewerten in diesem Jahr die neuesten Trends in der Glasfasertechnik. Mehr als 750 wissenschaftliche Publikationen wurden für die weltweit größte Konferenz zu optischen Nachrichtentechnik eingereicht, von denen 310 hochqualitative Vorträge vom Programmausschuss akzeptiert wurden. Zu den prominentesten Rednern zählen Wolfgang Schmitz, Technik-Chef der Deutschen Telekom AG (NGN / VDSL), Stephan Scholz, Leiter Forschung und Technik von Nokia Siemens Networks, Andrew Odlyzko, Direktor des interdisziplinär tätigen Digital Technology Center und kommissarischer Leiter des Minnesota Supercomputing Institute an der University of Minnesota, USA, sowie Leping Wei, Vorstand Technik der China Telecom Corporation. Etwa 300 Aussteller demonstrieren an Prototypen und kommerziellen Produkten die die Relevanz der optischen Technologien für den Alltag der Menschen. Insbesondere die Ausstellung spiegelt den explosionsartigen Aufstieg des Marktes der letzten Jahre wieder. So stieg die Anzahl der Aussteller im Vergleich zum Vorjahr von 200 auf 300 Aussteller an. Organisiert wird die Kongressmesse von der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE.

Die ITG im VDE

Der VDE ist mit 34.000 Mitgliedern, davon 1.250 Unternehmen und 7.000 Studenten, einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Der VDE vereint Experten, Strategen und Führungskräfte aus Wissenschaft und Wirtschaft zu einem einzigartigen Kompetenz-Netzwerk - gemeinsame Quelle für Erfolge und neue Visionen. Die Informationstechnische Gesellschaft (ITG) im VDE ist die deutsche Vereinigung der auf dem Gebiet der Informationstechnik Tätigen in Wirtschaft, Verwaltung, Lehre und Forschung sowie Wissenschaft. Die ITG fördert Forschung und Anwendung der Schlüsseltechnologie Informationstechnik sowie deren effizienten Einsatz in den Bereichen Daten- und Kommunikationstechnik und -systeme, Umweltschutz, Medizin und Verkehr. Weitere Augenmerke hat die ITG auf die Internationalisierung der Facharbeit und die Förderung des Ingenieurnachwuchses.

Melanie Mora | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

Weitere Berichte zu: Glasfasertechnik ITG

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus
21.09.2017 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht 23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus
21.09.2017 | Hochschule Stralsund

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften