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Tagung zur stofflichen und energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe in Bioraffinerien

07.09.2007
Wenn biologische Rohstoffe fossile Ressourcen in großem Maßstab ersetzen sollen, brauchen wir langfristige und nachhaltige Strategien.

Wie diese Strategien im Bereich der stofflichen und energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe aussehen, ist Thema der Tagung BIO-raffiniert IV, die das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, die EnergieAgentur.NRW, speziell das Kompetenz-Netzwerk Kraftstoffe der Zukunft, mit Unterstützung der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe am 22./23. November 2007 in Oberhausen veranstalten. Die Tagung steht unter der Schirmherrschaft von Dr. Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident des Landes NRW.

Deutschland ist führend in der energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der letzten Jahre wie Steuerbefreiung, Steuerreduktion und Förderung durch das Erneuerbare Energien Gesetz waren optimale Wegbereiter dafür. Doch im Bereich der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe fehlen ähnliche Anreize. Andere Länder, allen voran die USA, sind uns hier weit voraus und Meldungen über privatwirtschaftliche Joint-Ventures, die in die zig Millionen Dollar gehen, stammen bisher meist aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. So auch die zwischen Tate & Lyle und DuPont geschlossene 100 Millionen-Dollar-Kooperation, die im Juni 2007 in der Eröffnung der weltweit ersten Propandiol-Produktionsanlage aus Zucker auf Mais-Basis gipfelte.

Doch während in Amerika die Entwickler des Fermentationsverfahrens über das Propandiol großtechnisch biotechnologisch erzeugt wird prestigeträchtig als "Helden-der-Chemie 2007" gefeiert werden, achtet man in Europa auf Bodenhaftung: Hier wird trotz des großen Potenzials, das die Nutzung nachwachsender Rohstoffe bietet, die Thematik durchaus kontrovers diskutiert.

Wie sind die Rohstoffmärkte der Zukunft zu managen, um Entwicklungstrends ähnlich denen fossiler Rohstoffmärkte zu vermeiden? Welche Synergien zwischen stofflicher und energetischer Biomassenutzung gibt es und wie können wir sie optimal nutzen? Gibt es ein richtiges Maß bei der Nutzung von Biomasse? Oder werden Nahrungsmittel-, chemische Industrie und Energiewirtschaft zwangsläufig zu Rohstoffkonkurrenten?

Die Veranstaltungsreihe BIO-raffiniert geht in diesem Jahr unter dem Motto "Öl-Wechsel: Wie managen wir die Rohstoffe der Zukunft?" diesen Fragen auf den Grund und stellt sich bewusst auch unbequemen Themen. Ziel der Veranstalter ist es, Öffentlichkeit und Bekanntheit für das Thema zu erzeugen, Partnerschaften aufzubauen und Meinungsbildung zu gestalten.

Themen sind unter anderem:

o Märkte nachwachsender Rohstoffe in Deutschland
o Überblick über die Bio-Ressourcennutzung in Österreich
o Biobasierte Produkte in Europa
o Kriterien für die Projekt-Finanzierung
o Trends in Forschung und Entwicklung der stofflichen und energetischen Biomasse-Nutzung
o Produkte, Märkte, Prognosen
o Ethische Aspekte der Nutzung nachwachsender Rohstoffe
Die Veranstaltung wendet sich an Akteure aus Forschung, Industrie und öffentlicher Hand und an alle, die sich der Nutzung nachwachsender Rohstoffe verschrieben haben.

BIO-raffiniert IV - Öl-Wechsel: Wie managen wir die Rohstoffe der Zukunft?

Veranstalter:Fraunhofer UMSICHT in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW
Ort:Rheinisches Industriemuseum Oberhausen, Hansastrasse 20, 46049 Oberhausen
Termin: 22./23.November 2007
Inhalt: Strategien im Bereich der stofflichen und energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe

Hintergrund-Information:

Bioraffinerie ist ein integratives Gesamtkonzept für die biochemische und thermochemische Konversion (Umwandlung) von nachwachsenden Rohstoffen zu Chemikalien, Werkstoffen sowie Brenn- und Kraftstoffen als Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften unter möglichst vollständiger Ausnutzung der Biomasse.

In der Bioraffinerie wird Biomasse zum einen durch chemische und/oder biochemische Konversion (z.B. Fermentation, Biokatalyse) mit angeschlossener Aufbereitung zu Grund- und Feinchemikalien, Pharmaka oder Biopolymeren verarbeitet. Zum anderen wird durch thermochemische Konversion ein Bio-Synthesegas erzeugt, welches nach Gas-to-liquid-Technologien (GTL) zu Kraft-stoffen (Fischer-Tropsch-Benzin/-Diesel, Methanol, Ethanol etc.) veredelt werden kann. Zudem verfügt die Bioraffinerie über eine integrierte Energieerzeugung, die ihren Brennstoff - nachwachsend und Kohlendioxidneutral aus Rückständen und Brenngasen des Prozesses bezieht.

Iris Kumpmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.umsicht.fhg.de/veranstaltungen/veranstaltung.php?name=071122_biovier

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