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Zum ersten Mal in Deutschland: Weltkongress der Tumororthopädie

06.09.2007
Seit 1981 treffen sich die angesehensten Experten in Sachen Tumororthopädie alle zwei Jahre zu einem Weltkongress. Prof. Dr. Winfried Winkelmann, Direktor der Klinik für Allgemeine Orthopädie am Universitätsklinikum Münster (UKM), sowie seinem Stellvertreter Prof. Dr. Georg Gosheger, ist gelungen, was vor Ihnen keinem deutschen Orthopäden gelungen ist: Sie haben den nächsten Weltkongress nach Deutschland geholt.

Um als Kongress-Ort in die Auswahl zu gelangen, müssen die Bewerber sich bei der Fachgesellschaft qualifizieren. "Wir haben in den vergangenen Jahren viele Publikationen veröffentlicht", erzählt Gosheger. Das alleine wäre jedoch sicher nicht ausschlaggebend gewesen, zumal Münster neben Bologna und Birmingham zu den größten europäischen Tumorzentren in der Orthopädie zählt - eine lange Publikationsliste also zum Standard gehört. Gosheger und Winkelmann haben aber nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ von sich reden gemacht.

Gosheger hat im Jahr 1998 ein Patent auf eine seiner Erfindungen angemeldet. Seit er die Silber beschichtete Tumorendoprothese erfunden hat, wird diese Neuentwicklung in über 18 Ländern verwendet. "Das hat sicherlich auch zur Entscheidung der Gesellschaft für Tumororthopädie beigetragen, den Weltkongress in diesem Jahr in Deutschland stattfinden zu lassen", betont Gosheger. Eine Endoprothese ist ein Knochenersatz, den man nach der Operation nicht mehr sieht.

Seit 2002 baut er diese Silber beschichtete Prothese ein. Ihr Vorteil: Anders als Titan, das Material, aus denen die Oberflächen der Endoprothesen zuvor bestand, setzen sich auf Silber weniger schnell Bakterien an. In Folge dessen wird das Gewebe um die Endoprothese herum weniger oft infiziert und Nachoperationen oder gar Amputationen können verhindert werden. "Wir konnten zeigen, dass das Infektionsrisiko mit der Silber beschichteten Endoprothese von 14 auf zwei Prozent gesenkt wird", sagt Gosheger. Mehr als 500 Endoprothesen wurden bisher weltweit eingesetzt. Nebenbei hat die Herstellung der Silber beschichteten Endoprothese der Firma "implantcast" aus Buxtehude einen Zuwachs von 100 Arbeitskräften beschert.

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Eine weitere Entwicklung Goshegers ist die Wachstumsprothese, die hauptsächlich bei Kindern eingesetzt wird. Gemeinsam mit dem Chirurg Prof. Dr. Rainer Baumgart aus München hat er eine Endoprothese entwickelt, die über elektromagnetische Impulse bis zu einem Millimeter am Tag wachsen kann. "Kindern können wir damit während ihres Wachstums bis zu zehn Operationen ersparen", betont Gosheger.

Wenn sich also vom 11. bis zum 14 September die Fachwelt auf dem Weltkongress über die neuesten Forschungsergebnisse und austauscht, werden auch Winkelmann und Gosheger ihre Neuentwicklungen vorstellen. In Münster indes muss man die Experten während des Kongresses nicht suchen: Winkelmann und Gosheger haben hier vergeblich einen passenden Tagungsort für die 700 Teilnehmer gesucht. Sie laden deshalb ihre Kolleginnen und Kollegen nach Hamburg ein.

Simone Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de

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