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Wie aus Handys persönliche Assistenten werden

06.09.2007
Handys sollen künftig noch mehr als persönliche Assistenten bei der Arbeit und in der Freizeit eingesetzt werden können. Der Nutzer soll sich mit ihrer Hilfe durch fremde Städte navigieren lassen und ohne lange Suche nützliche Informationen über seine Umgebung erhalten, etwa, wo das nächste China-Restaurant liegt oder welcher Film gerade im Kino um die Ecke läuft.

Um dafür auch auf kleinen mobilen Geräten wie den Handys die vielen Möglichkeiten der Bilderkennung und Bildverarbeitung oder auch der Datenbanksuche zu nutzen, müssen noch etliche Forschungsfragen geklärt werden.

Diese diskutieren internationale Wissenschaftler und Vertreter der Industrie bei einer Tagung vom 9. bis 14. September im Internationalen Begegnungs- und Forschungszentrum für Informatik, Schloss Dagstuhl. Die Forscher kommen aus verschiedenen Fachgebieten wie der Informatik, Künstlichen Intelligenz, Robotik und den Kognitionswissenschaften.

Wer sich in einer fremden Stadt orientieren will, soll künftig mit dem Handy einen Straßennamen oder ein Gebäude fotografieren können. Das Bild wird dann automatisch entziffert, um über ein Navigationssystem den Standort des Handynutzers zu finden. Anschließend erhält der Handynutzer Informationen über seine Umgebung auf dem Display. Damit das schnell und unkompliziert funktioniert, müssen jedoch noch einige Probleme geknackt werden. Zum einen müssen die Wissenschaftler Wege finden, wie die aufwändigen Rechenverfahren bei der Bildverarbeitung so vereinfacht werden, dass sie auch auf dem kleinen Prozessor eines Handys funktionieren. Zum anderen gilt es, die vielfältigen Probleme der mobilen Übertragung zu lösen, wenn Daten etwa nicht in gleichmäßiger Qualität beim Empfänger ankommen und Bild oder Ton dadurch verzerrt werden.

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Darüber hinaus wird daran geforscht, wie Geräte und Menschen noch besser interagieren können, wie also zum Beispiel der Rechner merkt, in welcher Situation sich der Mensch gerade befindet und welche Dienstleistungen er dafür braucht. Zum Teil können dafür leistungsfähige Speicher auf dem Handyprozessor verwendet werden, die auf intelligente Weise und sehr schnell - möglichst in Echtzeit - die Informationen verschiedener Sensoren verarbeiten müssen. Außerdem soll man aber auch über die UMTS-Verbindungen auf große externe Datenbanken zugreifen können, die dann beispielsweise Karten für die Navigation oder Hoteladressen bereitstellen.

Die Tagung auf Schloss Dagstuhl zum Thema "Mobile Interfaces meet Cognitive Technologies" wurde von den Professoren Jan-Olof Eklundh von der KTH Stockholm (Schweden), Ales Leonardis von der University of Ljubljana (Slowenien), Lucas Paletta von Joanneum Research in Graz (Österreich) und Bernt Schiele von der TU Darmstadt organisiert. Desweiteren nehmen Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (USA) teil. Aus der Industrie kommen unter anderem Vertreter von Microsoft Research sowie der Firma Tele Atlas, die digitale Karten für Navigationssysteme erstellt.

Hintergrund:
Schloss Dagstuhl lädt das ganze Jahr über Wissenschaftler aus aller Welt ins nördliche Saarland ein, um über neueste Forschungsergebnisse in der Informatik zu diskutieren. Rund 3.000 Informatiker von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und aus der Industrie nehmen jährlich an den wissenschaftlichen Veranstaltungen in Dagstuhl teil. Seit 2005 gehört Schloss Dagstuhl zur Leibniz-Gemeinschaft, in der zurzeit 83 führende außeruniversitäre Forschungsinstitute und wissenschaftliche Serviceeinrichtungen in Deutschland vertreten sind.

Dr. Roswitha Bardohl | idw
Weitere Informationen:
http://www.dagstuhl.de
http://www.dagstuhl.de/07371

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