Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chronische Herzinsuffizienz: Telemonitoring rettet Leben

04.09.2007
Europäischer Kardiologenkongress (ESC) 2007: 25.000 Herz-Spezialisten tagen in Wien

Telemonitoring kann bei Patienten mit chronischer Herzmuskelschwäche ("Herzinsuffizienz") mittels Frühwarnung durch elektronische Datenübertragung an ein Telemedizinisches Zentrum Leben retten.

Das ist ein Ergebnis einer Studie von Dr. Dirk Baden (Düsseldorf). Eine engmaschige Datenkommunikation und -auswertung ermöglicht es, eine drohende Entgleisung der Herzinsuffizienz ("kardiale Dekompensation"), in der Wasseransammlungen (Ödeme) oder Luftnot (Dyspnoe) bereits in Ruhe auftreten, frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die Studie wurde auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) vorgestellt. Auf dem größten Medizinkongress Europas kommen derzeit in Wien 25.000 Herz-Spezialisten zusammen.

Im Rahmen der Studie wurden 450 Patienten mit fortgeschrittener chronischer Herzinsuffizienz (Stadium NYHA III und IV) mit einem elektronischen Blutdruckmessgerät und einer entsprechenden Waage ausgestattet, die gemessenen Werte wurden über ein Home-Care-Center automatisch an das Telemedizinische Zentrum übermittelt. Bei Über- oder Unterschreiten von Grenzwerten beim Blutdruck, bei der Herzfrequenz oder beim Körpergewicht als Folge beginnender Wasseransammlung wurde im Telemedizinischen Zentrum Alarm geschlagen. Anschließend wurden die Patienten telefonisch kontaktiert und zur Symptomatik befragt, es wurden therapeutische Empfehlungen ausgesprochen oder entsprechende Notfallmaßnahmen eingeleitet. Unabhängig von Alarmreaktionen wurden die Patienten in 14-tägigem Abstand vom Telemedizinischen Zentrum zu ihren Symptomen, zur aktuellen Medikation und zu ihrer Lebensqualität befragt. Der Krankheitsverlauf wurde in einer elektronischen Patientenakte lückenlos dokumentiert.

Während des Betreuungszeitraumes von über einem Jahr wurden bei 77 Patienten insgesamt 182 Situationen dokumentiert, die eine unmittelbare Intervention durch das Telemedizinische Zentrum erforderlich machten. In insgesamt 83,8 Prozent der Fälle konnte die Situation bereits durch Anpassung der Medikamente in Absprache mit dem Haus- oder Facharzt stabilisiert werden. In 13,5 Prozent wurde eine Einweisung in die Klinik unter kontrollierten Bedingungen initiiert, in 2,7 Prozent kam es zu einer notfallmäßigen Klinikeinweisung.

Durch chronische Herzinsuffizienz werden häufig Krankenhauseinweisungen mit langen Liegezeiten, durchschnittlich bis zu 18 Tagen, verursacht. "Mangelndes Wissen, fehlende Compliance und unzureichende Medikation im Kontext mit einer lückenhaften Erfassung gesundheitsrelevanter Messwerte führen so zu einer geschätzten Belastung des Gesundheitssystems von bis zu 10 Milliarden Euro", sagt Dr. Baden. "Mittels Telemedizin wird eine deutliche Anzahl stationärer Aufenthalte vermieden. Und im Fall einer notwendigen Einweisung erreicht ein Patient in einem vergleichsweise günstigen Zustand die Klinik, wodurch eventuell die Liegezeit kürzer wird."

Kontakt:
B&K - Bettschart&Kofler Medien- und Kommunikationsberatung GmbH
A-1090 Wien, Porzellangasse 35
Dr. Birgit Kofler; Tel.: +43-1-319 43 78-0; Mobil: +43-676-6368930
Roland Bettschart, Tel.: +43-1-319 43 78-0; Mobil: +43-676-6356775
E-Mail: kofler@bkkommunikation.at; bettschart@bkkommunikation.at

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

Weitere Berichte zu: Herzinsuffizienz Wasseransammlung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit
24.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics