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Die Bostoner Medtech-Allianz

04.09.2007
Je schneller eine medizintechnische Innovation auf den Markt kommt, desto früher können Patienten davon profitieren. Um den Entwicklungsprozess zu beschleunigen, haben das Fraunhofer Center for Manufacturing Innovation und die Boston University jetzt eine strategische Allianz gegründet.

Das Eröffnungskolloquium "Efficient Deployment of Medical Innovations" findet am 7. September 2007 auf dem Campus der Boston University statt.

Wie lange dauert es, bis aus einer innovativen Idee ein marktfähiges Produkt wird? In der Medizin kann diese Frage über Leben und Tod entscheiden. Die Forscher setzen daher alles daran, den Entwicklungsprozess zu beschleunigen. "Die Fraunhofer-Gesellschaft hat eigene Innovations-Strategien, die auf der engen Kooperation zwischen Wissenschaft und Angewandter Forschung beruhen", erklärt Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Bei dem Gründungskolloquium der neuen Medtech-Allianz werden die Ingenieure und Wissenschaftler von Fraunhofer und der Boston University ihre Erfolgsrezepte mit Vertretern von Unternehmen, Venture Capital Gesellschaften und Regierung diskutieren.

"Die 'Boston University - Fraunhofer Alliance for Medical Devices, Instrumentation, and Diagnostics' ist ein wunderbares Beispiel für die enge Kooperation zwischen renommierten Forschern, in diesem Fall der Boston University, und dem Fraunhofer Center for Manufacturing Innovation CMI", erläutert Bullinger. "Die Allianz ist darüber hinaus Teil unserer US-Strategie, die sich auf junge Technologien wie Biotech und Biomedizin konzentriert." Und Anke Hellwig, Projektleiterin USA im International Business Development bei Fraunhofer, fügt hinzu: "Außerdem ergänzt die Allianz das Industry-Fraunhofer-Academia Netzwerk, das wir an mehreren Orten der USA etabliert haben. Es verknüpft Excellenzzentren an den Universitäten mit der Fraunhofer-typischen Technologie-Transfer-Kompetenz."

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"Boston ist ein idealer Standort für die Medtech-Allianz", weiß Prof. Andre Scharon, Direktor des Fraunhofer Centers for Manufacturing Innovation CMI. "Ingenieure, Wissenschaftler und Mediziner arbeiten hier schon seit Jahren eng zusammen." Das neue Netzwerk verbindet die Ingenieure am CMI mit Biomedizinern und Medizinern an der Boston University. Diese Team wiederum arbeiten eng mit Ärzten in renommierten Krankenhäusern wie dem Massachusetts General Hospital zusammen. "Dadurch," resümiert Sharon, der gleichzeitig Professor für Fertigungstechnik an der Boston University ist, "haben wir einen riesigen Vorteil bei der Entwicklung kommerzieller medizinischer Produkte."

Die Zusammenarbeit ist dabei im wahrsten Wortsinn naheliegend: Der CMI befindet sich in direkter Nachbarschaft zur biomedizinischen Fakultät der Boston University. Die Forscher können sich jederzeit treffen, miteinander Probleme diskutieren oder neue Ideen entwickeln. Und es gibt bereits ein Beispiel für die erfolgreiche Kooperation: Gemeinsam haben die Teams ein neues, automatisiertes Gerät zur Fertigung von DNA-Arrays entwickelt. "Die Zusammenarbeit war für alle Beteiligten eine echte Herausforderung", erinnert sich Sharon. Es begann schon damit, dass Ingenieure und Biochemiker unterschiedliche Sprachen sprechen und erst lernen mussten miteinander zu kommunizieren. Dazu kamen die technischen Probleme bei der Automatisierung. Die Forscher nahmen alle Hürden. Die erste automatisierte Produktionsmaschine wird jetzt eingesetzt, um Arrays für Experimente mit Diagnostika herzustellen. Ermutigt durch den Erfolg der Kooperation haben die Forscher vom CMI und von der Boston University in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT in Aachen jetzt die 'Boston University - Fraunhofer Alliance for Medical Devices, Instrumentation and Diagnostics' gegründet.

"Das Beispiel zeigt, wie die Kooperation die Kontakte zwischen CMI und der Boston University im Bereich der Biomedizin vertieft und die Umsetzung brillanter Ideen in die Praxis beschleunigt", so Prof. Hans-Jörg Bullinger. "Diesen Brückenschlag zwischen Wissenschaft und anwendungsorientierter Technik halten wir bei Fraunhofer für einen wichtigen Motor künftiger Innovationen."

Fünf Jahre lang werden sowohl Fraunhofer als auch die Boston University die neue Allianz finanziell unterstützen: Insgesamt stehen dafür fünf Millionen Dollar zur Verfügung. Ab 2012 sollen die Forscher auf eigenen Füßen stehen, und ihre weitere Forschung durch eigene Projekterträge finanzieren. Die Einkünfte wollen sich Fraunhofer und die Boston University brüderlich teilen. Mindestens zwei Projekte im Jahr wollen die Forscherteams künftig gemeinsam durchführen. Ziel ist es dabei, jedes Jahr mindestens zwei kommerzialisierbare Prototypen zu entwickeln. Diese sollen entweder von einem eigenen Spin-off-Unternehmen oder von einem lizenzierten Partnerunternehmen auf den Markt gebracht werden.

Das Fraunhofer Center for Manufacturing Innovation CMI
Das Fraunhofer Center for Manufacturing Innovation CMI wurde 1994 von Prof. Wilfried König, damals Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnoliogie IPT in Aachen gegründet. Heute hat das Center 25 Mitarbeiter, die künftige Instrumente entwickeln zur Fertigung von Bauteilen für die Biotechnologie- und Biomedizintechnik, die Photonik- und Halbleiterindustrie. Mittlerweile konzentrieren sich die Arbeiten zunehmend auf die Biomedizintechnik.

Die enge Zusammenarbeit mit der Boston University verankert das Zentrum in der amerikanischen Forschungslandschaft, sorgt aber gleichzeitig für einen nachhaltigen Technologietransfer zwischen der europäischen und der amerikanischen Industrie.

Mit der neuen Allianz wird das CMI seine Aktivitäten im Bereich Medizintechnik ausbauen. Diese Entwicklung geht Hand in Hand mit

einer zunehmenden Konzentration des IPT auf biomedizinische Forschungsthemen. Prof. Fritz Klocke, Leiter des IPT, rechnet daher auch in den nächsten Jahren mit guten Kooperationschancen.

Ansprechpartnerin:
Dr. Anke Hellwig
Telefon: +49 (0) 89/1205-4710
Fax: +49 (0) 89/1205-77-4710
Fraunhofer-Gesellschaft
Hansastraße 27C
80686 München

| idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

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