Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

6. Brennstoffzellenforum Hessen: Zukunftstechnologie im Brennpunkt des Klimawandels

28.08.2007
Mit einem umfangreichen Tagungsprogramm veranstaltet die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen (H2BZ-Initiative) zusammen mit der Hessen Agentur am 13. September 2007 bei dem Herborner Unternehmen Rittal ihr 6. Brennstoffzellenforum. Im Vorfeld der Veranstaltung haben wir den Geschäftsführer der Initiative, Alfred J. Stein, zum aktuellen (hessischen) Umfeld dieser Zukunftstechnologie interviewt.

Frage: Kann man sagen, dass der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie angesichts des zurzeit heiß diskutierten Klimawandels und der zur Neige gehenden fossilen Energieressourcen eine besondere Bedeutung zukommen wird?

Alfred J. Stein: Das wird sicher so sein. Viel zu lange hat man neue Energietechnologien mit Argwohn betrachtet, und so manches Mal auch belächelt. Heute sehen wir, dass uns die Fehler und Versäumnisse von gestern einholen und wir mit aktuellen Klimaentwicklungen konfrontiert werden, deren Auswirkungen wohl nicht mehr kurzfristig zu entschärfen sein werden. Denken Sie nur an die vergangene Woche in Meseberg statt gefundene Kabinettklausur der Bundesregierung. Das Thema Klimawandel und CO2-Ausstoß überstrahlt das gesamte Regierungsprogramm in der verbleibenden Legislaturperiode der Berliner Politik. Aber nicht nur klimatische Entwicklungen sind zu berücksichtigen, sondern auch die Tatsache, dass die herkömmlichen fossilen Energieträger mit absoluter Sicherheit in den nächsten Jahrzehnten auslaufen werden und sehr viel kurzfristiger erhebliche Engpässe entstehen werden.

Um aus diesen Entwicklungen zu lernen und nicht die gleichen Fehler der unangebrachten Zurückhaltung und Passivität zu begehen, forcieren wir in Hessen mit der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative die wichtigen technischen Entwicklungen für eine zukunftsfähige Energieversorgung. Brennstoffzellen in Verbindung mit Wasserstoff oder anderen, regenerativ erzeugten Energieträgern bieten Möglichkeiten, einerseits die Energieeffizienz durch höhere Wirkungsgrade zu verbessern und andererseits Energiewandlung ohne schädliche Umwelt- und Umfeldeinflüsse zu praktizieren (schadstofffrei, ohne Schallemissionen, ohne erhöhte Sicherheitsrisiken). Das ist unsere Botschaft an die Politik, an die Industrie, an die Öffentlichkeit. Wir müssen nur jetzt damit anfangen, diese Technologien zu einem notwendigen Reifegrad zu bringen, damit sie in der Breite eingesetzt werden können.

Frage: Das 6. Brennstoffzellenforum Hessen wird dazu Antworten geben?

Alfred J. Stein: Unser 6. Brennstoffzellenforum Hessen dient genau diesem Zweck – grundlegende Überlegungen wichtiger Wirtschaftspartner übermitteln, an Beispielen technische Lösungen aufzeigen, Lösungswege und Realisierungsstrategien ansprechen und Mut machen, diesen Weg zu gehen. Am Ende wollen wir damit neue technische Entwicklungen anstoßen und behilflich sein, diese auch in den Markt zu bringen.

Eine interessante Parallele zur Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bietet die Photovoltaik, die man ebenfalls am Anfang sehr belächelt hat. Wenn Sie als Unternehmer oder Wissenschaftler überlegen, was sich aus den bescheidenen Anfängen der Photovoltaik vor rund 20 Jahren bis heute entwickelt hat, macht ihnen das Mut, das Thema Brennstoffzelle anzugehen. Es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen, die mit dem Aufblühen der Photovoltaik exponentiell gewachsen sind. Eine solche Erfolgsstory werden wir auf dem 6. Brennstoffzellenforum Hessen noch einmal nachvollziehen.

Frage: Wie beurteilen Sie die aktuelle H2BZ-Situation in Hessen?

Alfred J. Stein: In Hessen finden wir breite Zustimmung zu unseren Aktivitäten. Das Wirtschaftsministerium und die Hessen Agentur als deren Projektträger unterstützen seit kurzem aktiv und mit bedeutenden Mitteln unsere Aktivitäten. Erste Ergebnisse können Sie bereits sehen. Es wurden einige Projekte realisiert, und viele weitere sind mitten in der Umsetzung. Es konnten eine Reihe von Unternehmen neu gegründet werden, und es sind bereits heute Arbeitsplätze entstanden. Manchen Unternehmen fehlen tatsächlich geeignete Fachkräfte, um ihre Entwicklungen auf diesem Gebiet zu realisieren.

Ich kann heute nur die Empfehlung geben, an dieser sehr dynamischen Entwicklung zu partizipieren, da das Ende der Wachstumsphase für diese Branche mit Sicherheit nicht in den nächsten Jahrzehnten zu erwarten ist. Die Nachfrage nach Produkten, Know-how, Fachkräften und Fertigung wird in erheblichem Maße steigen. Davon können wir heute ausgehen. Und die Branche bietet breiten Raum für neue Player. Damit geben wir nicht nur der Wirtschaft Perspektiven, wir unterstützen auch die Politik bei der Umsetzung ihrer Ziele, und wir tun etwas für die Gesellschaft, die letztendlich Nutznießer der Anwendung umweltverträglicher Technologien ist.

Zur Information: Die Teilnahme am 6. Brennstoffzellenforum Hessen ist kostenlos. Gebeten wird allerdings um Anmeldung bis zum 4. September 2007, da für den Einlass auf das Gelände der Firma Rittal vorab eine Besucher-Registrierung erforderlich ist. Anmeldemöglichkeit besteht online über den Veranstaltungsflyer, der unter der Webadresse www.H2BZ-hessen.de als Download zur Verfügung steht, oder über die Mailadresse alfred.stein@hessen-agentur.de.

Alfred Stein | Hessen-Agentur
Weitere Informationen:
http://www.hessen-agentur.de
http://www.H2BZ-hessen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis
21.04.2017 | Gesellschaft für Informatik e.V.

nachricht Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte
21.04.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten