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Biogas und Bodenschutz - Die Kleinsten sind die wichtigsten!

25.06.2007
Sie sind überall, in Böden, in Gewässern, auf Pflanzen, Tieren und auch in unseren Körpern. Mikroorganismen, insbesondere die Bakterien, werden jedoch meistens nur wahrgenommen, wenn sie Krankheiten verursachen.

Dabei läuft nichts ohne sie. Sie bauen Schadstoffe in Böden ab, versorgen Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen und helfen Tieren bei der Verdauung. Auch Lebensmittel werden durch ihre Aktivität hergestellt, sei es Joghurt, Käse oder Bier. Für die Medizin liefern sie wichtige Antibiotika.

Und doch ist über diese große Organismengruppe weniger bekannt als über andere Lebewesen. Nur ein Bruchteil ihrer natürlichen Vielfalt ist erforscht, denn es gibt bis heute keine geeignete Methoden, alle Mikroorganismen aus der Umwelt im Labor zu vermehren - eine Vorraussetzung, um genügend Material für biologische Untersuchungen zur Verfügung zu haben. Seit wenigen Jahren gibt es jedoch die Möglichkeit, mit Hilfe der Molekularbiologie die Gene auch der vielen nicht-kultivierbaren Mikroorganismen aus Umweltproben zu isolieren und so etwas über die bisher verborgenen Lebewesen zu erfahren.

Um die Möglichkeiten dieser neuen Methoden und neueste Erkenntnisse aus der Mikrobenwelt geht es vom 23. bis 27. Juni in Wenigerode auf der Tagung BAGECO. BAGECO heißt bacterial genetics and ecology. Über 300 Mikrobiologen aus über 40 Ländern werden erwartet.

Bei BAGECO 9 werden auch neue Forschungsergebnisse aus der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) präsentiert. Dabei geht es vor allem um neue Erkenntnisse zur biologischen Vielfalt der Mikroorganismen in landwirtschaftlichen Systemen. "Die neuen Methoden helfen uns, die Funktion und Belastbarkeit unserer Böden zur verstehen und Maßnahmen zum Bodenschutz daraus abzuleiten", erklärt der Leiter der FAL-Forschergruppe "Molekulare Bodenbiologie" PD Dr. Christoph Tebbe.

"In neuester Zeit ist es uns gelungen, auch die Schlüsselorganismen für die Produktion von Biogas genauer kennen zu lernen. Dies ist wichtig, um eine nicht-beabsichtigte gesundheitliche Gefährdungen durch die Betreibung von Biogasanlagen in der Landwirtschaft zu erkennen und ggf. zu vermeiden". Die gezielte Steuerung mikrobiologischer Aktivitäten in Biogas-Anlagen und landwirtschaftlichen Böden wird von den Forschern als eine der wichtigsten Herausforderungen für die Weiterentwicklung umweltschonender Verfahren gesehen. Die Tagung in Wernigerode wird hierzu viele neue Möglichkeiten aufzeigen.

Infos zur Tagung unter http://www.conventus.de/bageco9.

Kontakt:
PD Dr. Christoph Tebbe, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Agrarökologie, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, E-Mail: christoph.tebbe@fal.de

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.conventus.de/bageco9

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