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Tagung "Zivilgesellschaftliche Infrastruktur in Ostdeutschland"

25.06.2007
"Zivilgesellschaft ist ein mächtiger Standortfaktor in Deutschland, dies gilt besonders auch für die ostdeutschen Länder", erklärt Staatssekretär Gerd Hoofe aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend anlässlich der Tagung "Zivilgesellschaftliche Infrastruktur in Ostdeutschland".

Das Bundesfamilienministerium, das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und das Land Brandenburg veranstalten diese Tagung zusammen mit dem Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee, die Ministerpräsidenten Matthias Platzeck und Wolfgang Böhmer, Staatssekretär Gerd Hoofe haben sich zusammen mit Prof. Dr. Peter Wesner, Vorstandsmitglied der KMPG, und Prof. Dr. Thomas Olk, Vorsitzender des Bundesnetznetz Bürgerschaftliches Engagement, der Frage nach der Stärkung der ostdeutschen  Zivilgesellschaft gestellt.

Das BMFSFJ fördert eine Vielzahl von Initiativen auf diesem Feld. Neben der Reform des Gemeinnützigkeits- und Spendenrechts zählt hierzu auch die Bereitstellung einer neuen Generation sozialer Infrastrukturen mit innovativen Netzen vor Ort, besonders in den ostdeutschen Ländern. "Anreize allein reichen nicht aus. Eine umfassende Förderung des bürgerschaftlichen Engagements muss mehr sein", so Staatssekretär Gerd Hoofe. "Wir haben nicht was wir brauchen. Wir brauchen eine starke Zivilgesellschaft. Und eine starke Zivilgesellschaft braucht starke Partner, braucht eine starke Wirtschaft und einen starken Dritten Sektor.

Aber auch die Länder und Kommunen müssen stark sein, um die Zivilgesellschaft zum Blühen bringen zu können. Wir brauchen die Eigeninitiative und Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger. Der Schlüsselbegriff heißt Verantwortung. Die Felder, in denen der Staat Verantwortung trägt, sind definiert, aber er kann nicht und soll nicht alles leisten. In Bündnissen für Familie, Mehrgenerationenhäusern und Bürgerstiftungen können Menschen vor Ort oft schneller und effizienter etwas bewegen. Sie sind gelebte Subsidiarität. Da nehmen sich Menschen vor Ort ganz konkrete Projekte vor, weil sie genau wissen, was bei ihnen konkret fehlt.

Aufgabe des Staates ist, den Bürgerinnen und Bürgern, die gestalten wollen, den Raum und die Möglichkeiten geben, ihre eigenen Kräfte zu entfalten. Es ist mir ein großes Anliegen, dass sich neue und kluge Plattformen für zivilgesellschaftliches Engagement wie Bürgerstiftungen auch in den neuen Ländern verstärkt durchsetzen. Zivilgesellschaft braucht starke Partnerschaften. Es gilt, den Blick für dynamische und nachhaltig innovative Infrastrukturen zu öffnen. Wir müssen gemeinsam auf lokale Bedarfe flexibel und effizient reagieren. Staat, Wirtschaft und Dritter Sektor müssen sich diese Verantwortung teilen und sich vernetzen. Wir alle müssen uns dieser Aufgabe annehmen", so Staatssekretär Gerd Hoofe.

Der 2. Freiwilligensurvey weist nach, dass sich 23,4 Millionen Menschen in Deutschland engagieren. Der Anteil der Engagierten in Ostdeutschland steigt kontinuierlich, aber regional unterschiedlich. Er ist noch immer geringer als in den westdeutschen Ländern. Die regionale Analyse zeigt einige Besonderheiten in den ostdeutschen Ländern gegenüber den traditionellen Verhältnissen in

Westdeutschland: Im Osten findet eine Verstädterung, im Westen eine "Verländlichung" des bürgerschaftlichen Engagement statt. In den östlichen Ländern kommt deutlich mehr Engagement durch die persönliche Initiative der einzelnen Bürger zustande, als durch Anwerbung in den Organisationen. Die Motivation zum Engagement dient nicht mehr allein dem Gemeinwohl, sondern verstärkt auch der Lösung eigener Probleme. "Vorhandene Engagementstrukturen sind im Osten mitunter fragiler, jedoch auch dynamischer und gestaltungsoffener. Es gilt diese Chancen zu nutzen und Gestaltungsräume und Gelegenheitsstrukturen für neue Formen des bürgerschaftlichen Engagements zu schaffen", sagte Gerd Hoofe.

"Für die Ausweitung des bürgerschaftlichen Engagements bestehen zudem gute
Voraussetzungen: Neben den 31 Prozent der Engagierten können sich weitere
34 Prozent ein freiwilliges Engagement vorstellen. Das wachsende Interesse sich zu engagieren, muss auf passgenaue Rahmenbedingungen treffen."

| BMFSFJ
Weitere Informationen:
http://www.bmfsfj.de

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