Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maßgeschneiderter Schutz geistigen Eigentums?

19.06.2007
Internationale Konferenz der Universität Augsburg, der George Washington University und des Munich Intellectual Property Law Center (MIPLC) zum gewerblichen Rechtsschutz am 20. Juli 2007 in Augsburg

Ist der "one size fits all"-Ansatz in der Innovationspolitik noch länger sinnvoll? Wäre es nicht besser, gewerbliche Schutzrechte für einzelne Industriebereiche zurechtzuschneidern? Diesen Fragen widmet sich die Konferenz "Tailoring Rights to Industries in Intellectual Property", die am Freitag, dem 20. Juli 2007, von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr an der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg stattfindet. Sie richtet sich an Studierende mit dem Schwerpunkt im Gewerblichen Rechtsschutz, an Rechtsanwälte und Patentanwälte, an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Patent- und Markenabteilungen von Unternehmen sowie an Führungskräfte.

Die zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts im Patent- und Urheberrecht ist es, Anreize für Innovationen zu bewahren und gleichzeitig die sozialen Auswirkungen einheitlicher Schutzrechte zu minimieren. Die gewerblichen Schutzrechte regeln den Umgang mit Innovationen, die aus den unterschiedlichsten Industriezweigen hervorgehen, unter anderem aus der Pharma-, der Software- und der Unterhaltungsindustrie. Die Gesetzgeber in den Vereinigten Staaten und in der Europäischen Union sind ursprünglich davon ausgegangen, dass identische Anreize und Ausnahmen in diesen unterschiedlichen Bereichen gleich effektiv wirken könnten.

Der Gewerbliche Rechtsschutz muss die Unterschiede in den verschiedenen Industriezweigen berücksichtigen

Die Erfinder aus den verschiedenen Industriezweigen stellen aber jeweils unterschiedliche Anforderungen an ein gewerbliches Schutzsystem. Zudem wirken die Kosten, die entstehen, wenn Rechte mit der Hilfe von Lizenzen verschoben werden, oft prohibitiv. "Das Recht muss die Unterschiede berücksichtigen", sagt Prof. Laura Bradford, die derzeitige Co-Direktorin des Intellectual-Property-Law Programms an der George Washington University Law School. "Das ist allerdings schwierig, denn gänzlich zugeschnittene Patente oder Urheberrechte sind nicht machbar." Vielmehr ist es realistischer, den Zweck der Schutzrechte an die verschiedenen Industrien, Technologien oder Unternehmen anzupassen. Das geschieht in einem beschränkten Umfang im TRIPS-Abkommen und in der US-Gesetzgebung. In neuester Zeit kommen dazu aus Politik und Wissenschaft immer mehr Vorschläge für Gesetzgeber und Rechtsprechung. "Das würde in vielen Bereichen zu einer Veränderung im Patent- oder Urheberrecht führen, beispielsweise bei den Geschäftsmethoden, Biotechnologie, Software oder den digitalen Medien", erklärt Prof. Ulrich M. Gassner aus der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg.

Der europäischen Ansatz für die Pharmaindustrie: ein Vorbild?

Die Europäische Gemeinschaft hat für die Pharmaindustrie alternative Schutzmethoden entwickelt. Bieten diese eine optimale Balance zwischen den Herstellern von Generika und den Erfindern? Worin unterscheiden sich der US-amerikanische und der Ansatz der EU hinsichtlich ihrer Regelungen von Innovationen in den verschiedenen Industriebereichen? "Im Rahmen einer Diskussion mit Praktikern sollen diese Fragen beantwortet werden", ergänzt Prof. Michael W. Carroll von der Villanova University School of Law. Er ist, ebenso wie Prof. Michael Mireles von der University of Denver, einer der Referenten während der Konferenz.

Internationale Konferenz gemeinsam mit den Partnern aus dem MIPLC

"Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir diese Konferenz gemeinsam mit unseren Partnern aus dem MIPLC veranstalten und dabei die Studenten der gleichzeitig stattfindenden Summer Schools der George Washington University und unserer Juristischen Fakultät als Gäste haben", freut sich Prof. Michael Kort, der Dekan der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg.

Konferenzsprache ist Englisch. Die Teilnahmegebühr beträgt 350 Euro, für Mitglieder der Alumni-Vereine der Universität Augsburg 300 Euro.

Weitere Informationen:
http://www.zww.uni-augsburg.de/produktpalette/jura/seminare.html
Kontakt/Anmeldung:
RA Dr. Matthias Kober
Programmleitung Jura
Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer (ZWW)
Universität Augsburg
Universitätsstraße 16
86159 Augsburg
Telefon ++49/821/598-4055
Fax ++49/821/598-14-4055
jura@zww.uni-augsburg.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.zww.uni-augsburg.de/produktpalette/jura/seminare.html

Weitere Berichte zu: Rechtsschutz Schutzrecht Urheberrecht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise