Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesundheitsrisiko Arbeitsplatz

12.06.2007
Hautklinik des Universitätsklinikums Jena richtet 2. Weltkongress zu berufs- und umweltbedingten Allergien aus

Die Gefahr lauert in Reinigungs- und Schmiermitteln, Friseurchemikalien und Farbstoffen. Auch Nickellegierungen oder Handschuhe aus Naturlatex können für Menschen, die tagtäglich in ihrem Beruf damit in Berührung kommen, unangenehme Folgen haben: gerötete Haut, Juckreiz, Entzündungen. "Hautkrankheiten sind die häufigsten Berufskrankheiten überhaupt", konstatiert Prof. Dr. Peter Elsner, Direktor der Hautklinik des Universitätsklinikums Jena (UKJ). Jährlich erkranken allein in Deutschland 15.000 bis 20.000 Menschen infolge ihrer Berufsausübung an Ekzemen oder anderen Allergien. Etwa jeder siebte Erwachsene ist irgendwann einmal im Laufe seines Berufslebens betroffen. Vor allem berufsbedingte Allergien sind auf dem Vormarsch - und das weltweit.

"Im Zuge der Globalisierung sind mittlerweile auch Schadstoffe und allergenhaltige Arbeitsstoffe weltweit verbreitet", so Prof. Elsner. Diesem wachsenden medizinischen Problem ist der 2. Weltkongress zu berufs- und umweltbedingten Allergien ("Work-related and environmental allergy" WOREAL) in Weimar gewidmet. Vom 13. bis 16. Juni werden dort mehr als 200 Experten aus über 40 Ländern neue Strategien zur Diagnose und Therapie, vor allem aber zur Verhütung dieser Erkrankungen diskutieren.

Organisiert und geleitet wird der Kongress von der Hautklinik des UKJ, wo es einen Forschungsschwerpunkt zu berufsbedingten Allergien gibt. "Es gibt einen großen Nachholbedarf, nicht nur in der Ursachenforschung sondern auch in der Diagnostik berufsbedingter Allergien", sagt Prof. Elsner. Experten rechnen deshalb mit einer hohen Dunkelziffer von Krankheitsfällen. "Nicht immer suchen die Betroffenen einen Hautarzt auf", bedauert der Dermatologe. "Und auch dass die Ursache z. B. für ein Handekzem im beruflichen Umfeld gesucht und gefunden wird, ist keineswegs die Regel." Besonders betroffen sind Berufsgruppen, die häufig mit Wasser oder Chemikalien in Berührung kommen. Allen voran Friseure, Bäcker, Köche. Aber auch im Gesundheitswesen, im Reinigungssektor oder der Metallverarbeitung sind diese Erkrankungen verbreitet. Für Patienten sind damit erhebliche Einschnitte in ihrer Lebensqualität verbunden. Im Extremfall kann es zum Verlust des Arbeitsplatzes und zur Berufsunfähigkeit kommen.

... mehr zu:
»Hautklinik

Um die Heilungschancen für die Patienten künftig zu verbessern, werden in Weimar wie beim ersten Weltkongress 2003 in Helsinki Haut- und Lungenärzte gemeinsam tagen. Prof. Elsner: "Beide Facharztgruppen beschäftigen sich mit Allergien, sei es an der Haut oder den Atemwegen. Leider sprechen wir zu selten miteinander. Dies ist eine großartige Chance, von international renommierten Experten beider Disziplinen zu lernen." Einen weiteren Vorteil der kommenden Tagung sieht der Jenaer Dermatologe in der Möglichkeit, international in Sachen Allergieprävention zu kooperieren: "Wir können und müssen bei uns erfolgreiche Strategien exportieren und von anderen lernen." Besonders in den Entwicklungsländern werde derzeit noch viel zu wenig für die Prävention der Berufskrankheiten getan. Dies wird u. a. ein Bericht aus Kenia während der Tagung verdeutlichen.

Dabei sind die Risikoberufe und die Hauterkrankungen rund um den Erdball erstaunlich ähnlich, wie Referenten aus Australien, den USA und Deutschland berichten werden. "Häufig geht den Allergien eine nichtallergische Hautreizung voraus", erklärt Dr. Sibylle Schliemann, Oberärztin an der Jenaer Hautklinik und dort für die Allergieabteilung verantwortlich. "Daher muss Prävention bei diesen scheinbar harmlosen Entzündungen anfangen. Die derzeit laufende Kampagne der Unfallversicherung und gesetzlicher Krankenversicherungen in Deutschland ,Deine Haut. Die wichtigsten 2 m2 Deines Lebens.' liegt daher goldrichtig." Diese Kampagne wurde Anfang des Jahres gestartet und soll Menschen für einen bewussteren Umgang mit der eigenen Haut sensibilisieren. Erste Ergebnisse werden während des Kongresses vorgestellt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung wird die frühzeitige Erkennung von Berufs- und Umweltallergenen sein, bevor sie auf den Markt gelangen und Schaden anrichten können. Hier geht es vor allem um die Entwicklung von tierversuchsfreien Testverfahren, die Allergene mit hoher Empfindlichkeit erkennen helfen.

Kontakt:
Prof. Dr. Peter Elsner
Hautklinik des Universitätsklinikums Jena
Erfurter Straße 35, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 937350
E-Mail: elsner[at]derma.uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.woreal.org
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: Hautklinik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen
25.05.2018 | Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung

nachricht Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien
24.05.2018 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics