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Automatisierungstechnik im Umbruch

12.06.2007
· Branche erschließt neue Technologie- und Anwendungsfelder
· Mangel an Fachkräften gefährdet gute Position

Der GMA-Kongress 2007 des VDI in Baden-Baden zeigt vor allem eins: die Automatisierungsbranche befindet sich im Umbruch. Zum einen entstehen qualitativ neue Anforderungen an die Automation von heute und zum anderen nimmt der Automatisierungsbedarf auch quantitativ zu. 2006 verzeichnete die Branche ein Umsatzvolumen von 32 Mrd. Euro und damit ein Wachstum von 8,8 Prozent.

Innovationen und Zukunftstrends der Branche beziehen sich auf neue Schlüsseltechnologien und Anwendungsbranchen und lassen das wirtschaftliche Potenzial weiter wachsen.

Charakteristisch ist unter anderem die Forderung nach mehr Flexibilität bei der Automatisierung. „Offene interoperable Komponenten sollen dem Anwender den problemlosen Wechsel zwischen verschiedenen Herstellern gestatten“, fasst Dr. Friedrich Harbach, Abteilungsleiter der ABB AG, Forschungszentrum Deutschland den Aspekt zusammen. „Ziel ist, niedrige Lebensdauerkosten, mit Langlebigkeit und hoher Robustheit der Investitionen zu verknüpfen.“

Hinzu treten wachsende Sicherheitsanforderungen an Anlagen- und Personensicherheit einerseits und Informations- und Datensicherheit andererseits. Auch Mensch-Maschine-Schnittstellen gehören zu den bedeutsamen und attraktiven Entwicklungslinien der Automatisierungstechnik. Hierbei spielen ebenfalls Sicherheitsaspekte, in allererster Linie die Personensicherheit eine wichtige Rolle und der Bedarf an selbsterklärenden, intuitiv bedienbaren Schnittstellen mit hoher Robustheit.

Diese Technologiefelder haben einen hohen Nutzen für die Anwendungsbranchen der Automatisierungstechnik – nicht nur für die traditionelle Prozess- und Fertigungsautomatisierung. Automatisierungstechnische Lösungen werden zukünftig vermehrt auch in anderen technischen und nicht-technischen Bereichen zum Einsatz kommen. Dazu zählen der Gesundheitsbereich, der Dienstleistungssektor, aber auch moderne Gebiete wie die Mikrosystemtechnik. „Die Automatisierung entwickelt sich immer mehr von einem lokalen Problemlöser zu einer Leitdisziplin. Entscheidende industrielle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen können nur mit Hilfe der Automatisierungstechnik gemeistert werden“, erläutert Prof. Dr. Georg Bretthauer, Leiter des Instituts für Angewandte Informatik am Forschungszentrum Karlsruhe.

Die Entwicklungen innerhalb der Branche halten zukünftig nicht nur Arbeitsplätze in Deutschland, sondern schaffen auch neue. Allerdings können diese Arbeitsplätze aufgrund des Ingenieurmangels häufig nicht besetzt werden. Viele fürchten schon eine Auslagerung von Geschäftsfeldern ins Ausland. „Um die gute deutsche Position in der Automatisierungstechnik zu halten bzw. auszubauen, brauchen wir genügend Köpfe mit guter Ausbildung, guten Ideen und deren Umsetzung in innovative Produkte“, fordert daher Dieter Westerkamp, Geschäftsführer der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik. Nur so kann die Wettbewerbsfähigkeit gesichert, auch mittelfristig die geplanten Umsatzzuwächse realisiert und die Automatisierungstechnik als Leitdisziplin erkannt werden.

Lena Töppich | VDI
Weitere Informationen:
http://www.vdi.de

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