Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Regionalkonferenz Nord" zu Chancengleichheit und Antidiskriminierung

03.05.2007
Die Europäische Kommission hat das Jahr 2007 zum Jahr der Chancengleichheit für alle ausgerufen. In Deutschland werden vier große Regionalkonferenzen dem Thema gewidmet. Für die fünf norddeutschen Länder erhielt Prof. Dr. Uta Klein, die am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Fachhochschule Kiel lehrt, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den Auftrag, die "Regionalkonferenz Nord" auszurichten. Diese findet nun am Freitag und Samstag, 8. und 9. Juni, auf dem Campus der Fachhochschule Kiel statt.

Das Europäische Jahr 2007 ist Herzstück einer Rahmenstrategie, mit der Diskriminierungen wirksam bekämpft, Vielfalt als positiver Wert vermittelt und Chancengleichheit für alle gefördert werden sollen. Die Aktivitäten sollen mithelfen Diskriminierungen abzubauen, unter denen Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Rasse oder ethnischen Herkunft, ihrer Religion oder Weltanschauung, ihrer Behinderung, ihres Alters oder ihrer sexuellen Ausrichtung zu leiden haben.

Nach der Verabschiedung verschiedener Antidiskriminierungsrichtlinien ab dem Jahr 2000 gehört das Diskriminierungsverbot in der EU zu den strengsten der Welt. Nur jede dritte Person weiß jedoch, wie der Schutz vor Diskriminierung genau aussieht. 64 Prozent der Europäerinnen und Europäer meinen, dass in ihrem Land Diskriminierungen weit verbreitet sind, und 51 Prozent finden, dass zu wenig dagegen unternommen wird. Dies hat kürzlich das Eurobarometer in einer Umfrage erhoben. In Deutschland ist seit vergangenem Jahr das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft, mit dem die EU-Vorgaben umgesetzt wurden.

Gesetze alleine stellen jedoch noch nicht die echte Chancengleichheit sicher. Das wissen die Leiterinnen der Konferenz, Prof. Dr. Uta Klein und die Gleichstellungsbeauftragte der Fachhochschule, Uta Amann, aus ihrer langjährigen Arbeit zur Gleichstellung von Frauen und Männern. "Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die gleiche Teilhabe sozialer Gruppen zu verwirklichen. Dies kann nur gelingen, wenn Ursachen für Benachteiligungen und Ausgrenzungen erforscht und bekannt sind", definieren sie das Ziel der Konferenz.

Prof. Dr.-Ing. Constantin Kinias, Rektor der Fachhochschule Kiel, weist in diesem Zusammenhang auf das Leitbild der Hochschule hin, in der das Verfassungsziel festgeschrieben ist, die Verwirklichung der Gleichstellung von Frauen in Studium, Lehre und Forschung zu verfolgen und darauf hinzuwirken, dass bestehende Nachteile für Frauen beseitigt werden. Für ihn ist der Auftrag zur Ausrichtung der Veranstaltung auch eine Anerkennung speziell für den Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit: Hier werden die Konferenzthemen engagiert in Forschung und Lehre verfolgt. Studierende erleben auf Exkursionen nach Brüssel und in Mitgliedstaaten der EU, wie europäische Sozial- und Gleichstellungspolitik funktioniert und welche Forderungen von Lobbygruppen erhoben werden. Als ein Ergebnis eines langjährigen Forschungsprojektes ist kürzlich das erste deutschsprachige Lehrbuch über Gleichstellungspolitik in der Europäischen Union erschienen, verfasst von der veranstaltenden Professorin Dr. Uta Klein.

Über 60 Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft und Politik, aus Stiftungen, Verbänden und Selbsthilfegruppen werden in Plenarvorträgen und Workshops über Erfahrungen mit Ausgrenzung und Diskriminierung unter anderem wegen des Alters oder der ethnischen Herkunft informieren. Sie werden sich mit der Vielfalt in der Jugendarbeit und in Unternehmen befassen, an Hand von Beispielen aus der Praxis zeigen, wie barrierefreies Bauen in der Stadtentwicklung funktionieren kann oder welche Ansätze es zur Bekämpfung rechtsextremistischer Tendenzen gibt. Sogar Harry Potter wird mit von der Partie sein: Die Wiener Schauspielerin Anita Zieher führt Workshops mit Szenen aus den Harry-Potter-Büchern mit Kindern durch, in denen es um den Umgang mit der Verschiedenheit von Menschen geht.

Zu den Unterstützern der Konferenz gehören das schleswig-holsteinische Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren, die Landeszentralen für Politische Bildung Schleswig-Holstein und Hamburg, die Landeshauptstadt Kiel, die DGB-Region K.E.R.N. und der DRK-Landesverband.

Programm und Anmeldung unter: http://www.regionalkonferenz-nord.de
oder unter Tel. 0431 210-1882/-1883.
Fachhochschule Kiel - University of Applied Sciences,
Rektorat, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Leitung: Klaus Nilius
Sokratesplatz 1, 24149 Kiel
Tel. 0431 210-1020, Fax 0431 210-61020
E-Mail: klaus.nilius@fh-kiel.de

Klaus Nilius | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-kiel.de

Weitere Berichte zu: Ausgrenzung Chancengleichheit Diskriminierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht »Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung
19.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht MES-Special für Controller und Produktionsmanager in Hoffenheim sehr gut gebucht
04.09.2017 | gbo datacomp GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie