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Was nützt die schönste Nase, wenn der Patient keine Luft mehr bekommt?

03.05.2007
HNO-Ärzte diskutieren auf Kongress Risiken und Gefahren in der plastischen Chirurgie

Kosmetische Operationen sind gefragt wie nie zuvor. Doch der Trend hat eine Schattenseite: Je größer die Zahl der Schönheitsoperationen, desto häufiger kommt es auch zu unerwünschten Ergebnissen. Was Spötter als „Michael-Jackson-Nase“ bezeichnen, ist schlicht eine Horrorvision. Wie Patienten davor bewahrt werden können, darüber diskutieren HNO-Ärzte aus aller Welt unter anderem beim größten Kongress ihres Fachbereichs vom 16. bis 20. Mai in München, der 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie.

Für Patientin Margot Niedermüller war die gelungene Nasenkorrektur ein Wendepunkt im Leben: „Ich fühle mich schön, kann aber auch so gut atmen wie nie zuvor.“ Sie ist ein Beispiel, was moderne Chirurgie heute möglich macht. Doch leider gibt es auch genügend Beispiele, bei denen Patienten an schwarze Schafe geraten und sich nach der Operation die Frage stellen müssen: Was nützt die schönste Nase, wenn ich hinterher nur noch schlecht Luft bekomme? Oder schlimmer noch: Die Nase ist geradezu „kaputt operiert“ – eine so genannte „Michael-Jackson-Nase“.

Margot Niedermüller (39) hatte vor ihrer Operation zwei Probleme: Sie litt unter dem Aussehen ihrer Nase. „Meine Nase war groß, breit und krumm.“ Dazu kam: Sie konnte kaum richtig atmen. Als Kind wurden ihr deswegen die Polypen in der Nase entfernt. Doch die Probleme blieben: Der Mund trocknete schnell aus, sie schnarchte, beim Joggen bekam sie kaum Luft und deshalb schnell Seitenstechen. Das ist heute alles längst vergessen. Professor Dr. Alexander Berghaus, Direktor der Münchner Universitäts-HNO-Klinik Großhadern, begradigte die Nasenscheidewand, verkleinerte die Nasenmuscheln, brachte das äußere Nasengerüst in eine neue Form und trug den Nasenhöcker ab. Der Eingriff dauerte keine 90 Minuten. Für Professor Dr. Alexander Berghaus, den Tagungspräsidenten der 78. Jahresversammlung, ist Margot Niedermüller ein exemplarischer Fall, der beweist: „Die plastische Chirurgie des Gesichts ist eine sehr schöne, aber ebenso anspruchsvolle Disziplin, die Funktion und Ästhetik in Einklang bringen muss.“

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Patienten sollten deshalb genau darauf achten, dass sie sich an den für ihre Bedürfnisse am besten geeigneten Chirurgen wenden. Den HNO-Arzt sieht Professor Berghaus als den richtigen Spezialisten für Operationen der Nase – sowohl von innen als auch von außen. Margot Niedermüller: „Mein Leben hat sich verändert durch die Operation. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich jetzt einen Freund habe“, so die Gastwirtin aus Oberbayern lachend.

Ein weiteres aktuelles Thema, das auf der Tagung erörtert wird, ist neues OP-Nahtmaterial: zum Beispiel sehr dünne Fäden aus Gore-Tex. Mediziner, die beim Ohrenanlegen mit einer Kombination aus Schnitt-, Ritz-, und Nahttechniken arbeiten, profitieren von diesem Hightech-Material, das viele Patienten bislang nur vom Anorak kannten.

Die 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V. vom 16. bis 20. Mai 2007 im Gasteig Kulturzentrum München steht unter dem Motto „Ästhetik trifft Funktion“. Zugleich findet der 7. HNO-Pflegetag und die 6. Jahrestagung der Deutschen Akademie für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V. statt, ebenso (vom 17. bis 19. Mai) das International Forum „Plastic and Reconstructive Surgery of the Head and the Neck“.

Die wissenschaftliche Leitung der Jahresversammlung hat Prof. Dr. Alexander Berghaus, Direktor der Universitäts-HNO-Klinik München-Großhadern.

Die rund 2.000 Teilnehmer der Jahresversammlung aus dem In- und Ausland erwarten 675 Fachbeiträge. Wichtige Themen sind die funktionelle und ästhetische Chirurgie der Nase und des Ohrs, die Traumatologie des Gesichtsschädels mit den aktuellen Entwicklungen bei der Nahttechnik sowie hörverbessernde Operationen und die Behandlung von Tumoren.

Weitere Informationen erhalten Sie bei tower media (Adresse: siehe rechts) und im Internet unter www.hno.org.

Philipp Kreßirer | Klinikum der Universität München
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenchen.de
http://www.hno.org

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