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Demografischer Wandel ist auch Chance für Europa

17.04.2007
Bundesfamilienministerin und EU-Kommissar eröffnen Kongress im Rahmen der deutschen Ratspräsidentschaft
Unter dem Titel "Demografischer Wandel als Chance: Wirtschaftliche Potenziale der Älteren" veranstaltet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit der Europäischen Kommission am 17. und 18. April 2007 einen europäischen Kongress in Berlin. Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen, und der EU-Kommissar für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit, Vladimír ¦pidla, betonen heute anlässlich der Eröffnung die Bedeutung der älteren Generation für Europa: "Ältere Menschen können mit ihren Erfahrungen, ihrem Engagement und nicht zuletzt mit ihrer Wirtschaftskraft einen wichtigen Beitrag zu Wachstum und wirtschaftlicher Entwicklung leisten."

In Ihrer Rede vor rund 400 Kongressteilnehmerinnen und Teilnehmern aus allen EU-Mitgliedsstaaten sagte Ursula von der Leyen: "Von dieser Veranstaltung sollten folgende Botschaften ausgehen:

* Ältere Menschen sind ein Reichtum für unsere Gesellschaft. Sie haben
Kompetenzen und Potenziale.

* Ältere Menschen werden in unserer Gesellschaft gebraucht - wir wollen ihr
Erfahrungswissen gewinnen, für ein besseres Miteinander der Generationen,
für wirtschaftliches Wachstum und für den Arbeitsmarkt.

* Mit der 'silver economy' kann sich Europa einen wachsenden, lukrativen
Markt erschließen und weltweit zum Trendsetter werden."

Fast alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verzeichnen die gleichen
Entwicklungen: Die Geburtenrate ist seit Mitte der sechziger Jahre gesunken. 1970 lag die Geburtenrate in der EU der 25 bei 2,35, heute liegt sie bei 1,52. Die Bevölkerung von fast 500 Millionen wird in den jetzt 27 Staaten in den nächsten Jahrzehnten deutlich sinken. Die Gruppe der Arbeitsfähigen im Alter zwischen 15 und 65 wird um etwa 50 Millionen zurückgehen, während die Zahl der über 80 Jährigen sich etwa verdreifachen wird. Das große Potenzial dieser so genannten "silver economy" belegt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Danach verfügt die Generation der über 60 Jährigen in Deutschland über eine Kaufkraft von 316 Milliarden Euro - und erbringt damit fast ein Drittel des gesamten privaten Konsums. Dieser Anteil wird bis 2050 rein aus demografischen Gründen auf 386 Milliarden Euro steigen und damit mehr als 41 Prozent der Gesamtausgaben ausmachen.

Ziel der zweitägigen Veranstaltung ist es, die wirtschaftlichen Potenziale älterer Menschen stärker in den Blick zu nehmen und den grenzüberschreitenden Diskurs in Europa fortzusetzen. Die Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft tauschen Erfahrungen aus und diskutieren über Strategien im Umgang mit dem demografischen Wandel.

Der Kongress präsentiert Praxisbeispiele aus verschiedenen EU-Staaten, die zeigen, welche Chancen für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung der demografische Wandel bieten kann. Sie machen deutlich, wie die Wirtschaft davon profitieren kann, wenn sie ältere Menschen aktiv einbindet, etwa bei der Produktentwicklung oder in der Unternehmensberatung. Die Praxisbeispiele zeigen aber, wie ältere Menschen von guten Produkten und Dienstleistungen für mehr Lebensqualität im Alter profitieren können, wenn Unternehmen ihre Konsumwünsche und Bedürfnisse ernst nehmen. Namhafte Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft stellen ihre Konzepte dazu vor.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellt die EU-Ratspräsidentschaft unter den Leitgedanken "Den demografischen Wandel als Chance begreifen und Chancengleichheit für alle in Beruf und Gesellschaft fördern". Der Schwerpunkt "Erfahrung ist Zukunft: Chancen erkennen - Erfahrungswissen nutzen - Märkte erschließen" wird durch folgende Initiativen
unterstützt:

* Der Rat für Arbeit, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz hat am
22. Februar eine von Deutschland eingebrachte Entschließung angenommen:
"Chancen und Herausforderungen des demografischen Wandels in Europa:
Beitrag der älteren Menschen zur wirtschaftlichen und sozialen
Entwicklung". Die Entschließung enthält konkrete Vorschläge, wie die
Potenziale älterer Menschen gezielt für Wirtschaft und Gesellschaft, für
ein Mehr an Zusammenarbeit und ein besseres Verhältnis zwischen den
Generationen genutzt werden können.

* Im Rahmen der Teampräsidentschaft haben sich Deutschland, Slowenien und
Portugal auf ein gemeinsames Arbeitsprogramm verständigt, die dem Thema
"demografischer Wandel" einen dauerhaften Platz auf der europäischen Agenda sichert.

* Die EU-Kommission hat eine hochrangige Expertengruppe eingerichtet, die
sich mit den Fragen des demografischen Wandels, unter anderem auch mit der
von Deutschland initiierten Europäischen Allianz für Familie, befasst.

Weitere Informationen über Schwerpunkte und Veranstaltungen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der deutschen Ratspräsidentschaft finden Sie hier .

| BMFSFJ
Weitere Informationen:
http://www.bmfsfj.de
http://www.bmfsfj.de/eu

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