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Wege regionaler Nachhaltigkeit: Ernährung, Kultur und Lebensqualität in Ostfriesland

16.03.2007
Öffentliche "Ostfrieslandmahle", "Kulinarischer Sommer", Unterrichtseinheiten zur Ernährungsbildung an Schulen und eine "Forschungs- und Beratungsstelle für Nachhaltige Ernährungswirtschaft und Ernährungskultur" - in vielen Initiativen und Einrichtungen hat sich die vierjährige Forschungsarbeit von "OSSENA - Ernährungsqualität als Lebensqualität" niedergeschlagen.

Auf der öffentlichen Abschlusstagung im Kulturzentrum PFL der Stadt Oldenburg am 15. und 16. März 2007 wurden nun die praktischen Konsequenzen und die Forschungsergebnisse des Projekts vorgestellt, das von der Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen (Institut für Agrarökonomie) durchgeführt und seit Mitte 2003 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,1 Millionen Euro gefördert wurde.

Um Strategien für eine nachhaltige Entwicklung im Ernährungssektor zu formulieren und umzusetzen, wurden in Ostfriesland ernährungskulturelle Praktiken, Orientierungen und Angebote untersucht. Dabei wurden sowohl ökonomische als auch gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt und ein Forschungsansatz gewählt, der Kategorien der Kulturforschung mit der Planungs- und Aktionsmethodik betriebswirtschaftlicher Modelle verknüpft. Zugleich wurden eine Reihe von Impulsen für die Entwicklung von Nachhaltigkeit in der Modellregion gegeben. So wurden Aktionen im öffentlichen Raum, in Handel und Gastronomie, bei landwirtschaftlichen ErzeugerInnen sowie eine Längsschnitterhebung bei ostfriesischen Familien durchgeführt.

Es sei gelungen, berichtet Prof. Dr. Thorsten Raabe, Hochschullehrer für allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Absatz und Marketing an der Universität Oldenburg, vielfältige Netzwerke, Einrichtungen und regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen zu etablieren. So werde der "Kulinarische Sommer" als Begleitprogramm zum "Musikalischen Sommer" auch in diesem Jahr regionale Spezialitäten anbieten und die "Ostfrieslandmahle", bei denen Gastronomen regionale Erzeugnisse zubereiten, würden weiter stattfinden - in diesem Jahr auf Langeoog und im Wallheckenzentrum Leer.

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In ostfriesischen Schulen hat das OSSENA-Team erfolgreich Unterrichtseinheiten zur handlungsorientierten Ernährungsbildung durchgeführt, um so früh wie möglich einen Umgang mit Lebensmitteln zu vermitteln, der sinnliche Erfahrungen und Geschmackserlebnisse verknüpft. Ende März 2007 wird die Internetplattform www.ossvita.de freigeschaltet, die Angebote im Bereich der Ernährungs-, Gesundheits- und Umweltbildung bündelt und für PädagogInnen zugänglich macht.

Dem Projekt, betont Prof. Dr. Reinhard Pfriem vom Institut für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik der Universität Oldenburg, gehe es um eine Stärkung der Fähigkeiten und Fertigkeiten der Menschen im Umgang mit Lebensmitteln. Zwar sei der Weg zu einer nachhaltigen Ernährungskultur noch weit, dennoch seien durch die Forschungsarbeit, vor allem aber durch die Zusammenarbeit mit vielen Akteuren aus der Praxis wichtige Schritte unternommen worden. Um die Institutionalisierungen zu befördern und weiter zu begleiten, wird an der Universität Oldenburg die "Forschungs- und Beratungsstelle für Nachhaltige Ernährungswirtschaft und Ernährungskultur" eingerichtet.

Kontakt: Dr. Irene Antoni-Komar, Projekt OSSENA,Tel.: 0441/798-4457, E-Mail: irene.antoni.komar@uni-oldenburg.de

Gerhard Harms | idw
Weitere Informationen:
http://www.ossena-net.de

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