Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gemeinsam für mehr Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit

15.03.2007
XENOS-Fachtagung mit EU-Partnern in Lübeck

Zur heute in Lübeck im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft stattfindenden internationalen XENOS-Fachtagung "Stärkung interkultureller Kompetenzen zur Vermeidung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit" erklärt der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Franz Thönnes:

"Rund hundert Fachleute aus 19 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind heute in Lübeck anlässlich einer internationalen Fachtagung zusammengekommen, um erfolgreiche Ansätze und Projektbeispiele der Förderung von Toleranz und der Vermeidung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu diskutieren. Darüber hinaus erörtern die Teilnehmer Möglichkeiten und Erfolgsfaktoren zukünftiger europäischer Kooperation in diesem Bereich. Wenn wir Europa zu einer der wettbewerbsfähigsten Regionen mit sozialer Stabilität machen wollen, dann geht das nur in einem guten und interkulturellen Miteinander. Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gefährden dies und haben da keinen Platz.

Im Mittelpunkt der Konferenz stehen zwei Ansätze, die sich im Verlauf des deutschen Bundesprogramms "XENOS - Leben und Arbeiten in Vielfalt" als besonders erfolgreich bei der Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit herausgestellt haben: die Förderung von interkulturellen Kompetenzen in Ausbildung und Betrieb sowie die interkulturelle Öffnung von Verwaltungen. So haben im Rahmen von XENOS seit dem Programmstart 2002 zahlreiche Projekte unter Einbezug von Unternehmen, Beschäftigten und Auszubildenden eine interkulturelle Öffnung von Betriebsstrukturen erreicht, innerbetriebliche Konflikte bei kulturell gemischten Belegschaften entschärft und die Team- und Konfliktfähigkeit von Auszubildenden verbessert. Dort, wo es gelungen ist, Betriebsstrukturen zu öffnen und interkulturelle Kompetenzen mit der Personal- und Unternehmensentwicklung zu verknüpfen, haben beide Seiten profitiert - Unternehmensleitung und Beschäftigte. Daneben wurden durch XENOS-geförderte Aktivitäten in Zusammenarbeit mit öffentlichen Verwaltungen Strukturen geschaffen oder weiterentwickelt, die den Zugang von Migrantinnen und Migranten zu Berufszweigen in der öffentlichen Verwaltung verbessern. Auch bereits im öffentlichen Dienst Beschäftigte wurden im Umgang mit Menschen unterschiedlicher Herkunft geschult.

Auf der Lübecker Konferenz diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Forschung sowie von Nichtregierungsorganisationen die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der bestehenden Projektansätze. Dabei werden die nationale XENOS-Ergebnisse einem europäischen Expertenpublikum vorgestellt und gemachte Erfahrungen mit denen in anderen EU-Staaten verglichen. Ziel ist es, die jeweiligen Strategien zur Bekämpfung von Diskriminierung und Stärkung von Toleranz sichtbar zu machen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu identifizieren und so das wechselseitige Lernen zu befördern: ein wichtiger Schritt hin zu mehr und besserer europäischer Kooperation bei Anstrengungen, fremdenfeindlichen Tendenzen entgegenzuwirken. Die Konferenz bildet damit den Rahmen, um bisher vornehmlich auf einzelstaatlicher Ebene ansetzende Maßnahmen besser zu verzahnen, durch nationenübergreifende Zusammenarbeit weiterzuentwickeln und damit zivilgesellschaftliche Strukturen in einem wachsenden Europa zu stärken.

Durch das Programm "XENOS - Leben und Arbeiten in Vielfalt" wurden bzw. werden seit dem Jahr 2002 bundesweit 250 Projekte gefördert, die arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für Jugendliche und junge Erwachsene mit Maßnahmen zur Förderung von Toleranz und zur Stärkung der Zivilgesellschaft verknüpfen. Das Programm wird bis zum Jahresende 2007 rund 500.000 Menschen erreicht haben. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt in der Förderperiode 2002 bis 2007 insgesamt 160 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Vom Jahr 2008 an wird das neue, mit 150 Millionen Euro aus ESF-Mitteln geförderte Programm "XENOS - Integration und Vielfalt" den Einsatz gegen extremistische und fremdenfeindliche Tendenzen verstetigen. Schwerpunkte werden dann verstärkt nationenübergreifende Ansätze sein".

Alle Informationen zum XENOS-Programm und Projektbeispiele finden Sie auf der Internetseite www.xenos-de.de.

Wissenswertes rund um die XENOS-Fachtagung in Lübeck bietet die Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zur EU-Ratspräsidentschaft www.eu2007.bmas.de.

| BMAS
Weitere Informationen:
http://www.xenos-de.de
http://www.eu2007.bmas.de

Weitere Berichte zu: Fremdenfeindlichkeit Rassismus XENOS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Immunsystem in Extremsituationen
19.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm
19.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise