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Neue Governance für die Forschung

12.03.2007
DFG-Forschergruppe stellt ihre Forschungsergebnisse am 14. und 15. März 2007 an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften vor

Auf einer Tagung am 14. und 15. März 2007 an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften präsentiert die Forschergruppe "Governance der Forschung" unter dem Motto "Neue Governance für die Forschung" ihre Forschungsergebnisse der wissenschaftspolitischen Öffentlichkeit. Universitäten und Forschungseinrichtungen stehen seit Mitte der 1990er Jahre unter einem verstärkten Reformdruck. Sie müssen sich angesichts geänderter politischer und gesellschaftlicher Ansprüche, zunehmenden Wettbewerbs sowie der Internationalisierung der Wissensproduktion neu positionieren. Wie sieht die Realität dieses Reformprozesses aus? Diese Frage hat die Forschergruppe in den letzten drei Jahren untersucht.

Im Mittelpunkt der Tagung steht die Präsentation der Forschungspolitischen Thesen der Forschergruppe. Diese Thesen sollen Gestaltungsoptionen für die politische Praxis aufzeigen und auf mögliche Fehlentwicklungen und Nachsteuerungsbedarf hinweisen. Die Tagung bildet den Abschluss der ersten Phase des interdisziplinären Forschungsprogramms, das seit Ende 2003 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird.

Auf dem Experten-Workshop am Nachmittag des 14. März 2007 wird die Forschergruppe ausgewählte Ergebnisse ihrer bisherigen Forschung vorstellen und mit Vertretern aus Universitäten, der außeruniversitären Forschung und der Wissenschaftspolitik diskutieren. Am Vormittag des 15. März 2007 wird es zunächst um die Sicht auf den Reformprozess aus der Perspektive der Hochschulen und der außeruniversitären Forschung gehen. Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Margret Winter-mantel wird über die Folgen von Diversität im deutschen Hochschulsystem sprechen. Der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Jürgen Mlynek, wird sich mit der Rolle der außeruniversitären Forschung im deutschen Forschungssystem befassen. Im Anschluss präsentiert die Forschergruppe ihre anlässlich der Tagung veröffentlichten Forschungspolitischen Thesen, die auf einer Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Wissenschaft und Politik diskutiert werden. Zur Tagung erwartet werden Vertreter der Wissenschaftspolitik aus Bund und Ländern, Vertreter der Wissenschaftsförderung sowie der Hochschulen und der außeruniversitären Forschung.

Seit Ende 2003 untersucht die Forschergruppe "Internationale Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsfähigkeit von Universitäten und Forschungseinrichtungen - Neue Governanceformen" (DFG: FOR 517) systematisch die aktuellen Reformen des deutschen Forschungssystems aus theoretischer und empirischer Perspektive. In acht Teilprojekten und mehreren assoziierten Projekten arbeiten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften aus der gesamten Bundesrepublik, den Niederlanden und der Schweiz an einem interdisziplinären Forschungsprogramm. Sprecherin und Initiatorin der Forschergruppe ist Prof. Dr. Dorothea Jansen vom Deutschen Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung Speyer, die das Forschungsprogramm von Speyer aus koordiniert.

Ziel der Forschergruppe ist es, die mittel- und langfristigen Auswirkungen der Reformen zu erforschen. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie das Zusammenspiel von externen Faktoren wie Wettbewerb, veränderten Finanzierungsbedingungen oder staatlicher Regulierung mit den Veränderungen der internen Entscheidungsstrukturen die Forschungsleistung von Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen beeinflusst. Mit ihren Thesen stellt die Forschergruppe auch ein Modell der Governance von Forschung vor, das dieses Wechselspiel und seine Konsequenzen für die Forschung beschreibt. Einen ausführlicheren Überblick über Ergebnisse dieses interdisziplinären Forschungsprogramms liefert der Band "New Forms of Governance in Research Organisations. Disciplinary Approaches, Interfaces and Integration", herausgegeben von Dorothea Jansen, Springer: Dordrecht, 2007.

In der im Herbst 2006 begonnenen zweiten Phase des Forschungsprogramms wird die Forschergruppe sich mit der Abschätzung der langfristigen Auswirkungen der Reformen im deutschen Wissenschaftssystem und der Analyse von nicht intendierten Reformverläufen befassen. Dabei sollen insbesondere die Konsequenzen und die Ausgestaltung des auch im Rahmen der Exzellenzinitiative intensivierten Drittmittelwettbewerbs und die wachsende Rolle der Europäischen Forschungsförderung im Verhältnis zur nationalen Forschungspolitik analysiert werden.

Weitere Informationen über die Arbeit der DFG-Forschergruppe sind unter http://www.foev-speyer.de/governance zu finden.

Dr. Klauspeter Strohm | idw
Weitere Informationen:
http://www.foev-speyer.de/governance

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