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Angewandte Mathematik als Schlüssel zur Zukunft

09.03.2007
Mathematiker aus fünf europäischen Ländern werden am Dienstag, 20. März, in Brüssel ihre Arbeit vorstellen. Sie sprechen in der Schweizer Mission (Place du Luxembourg 1) über Angewandte Mathematik als eine Schlüsseltechnologie für ein wettbewerbsfähiges und innovatives Europa. Gesprächspartner sind Vertreter der Europäischen Kommission, EU-Parlamentarier und Wirtschaftsvertreter. Die Veranstaltung beginnt um 11.45 Uhr.

Die Wissenschaftler wollen zeigen, wie zentral mathematische Modelle und numerische Simulationen für viele Disziplinen sind, sei es bei der Darstellung des Herz-Kreislaufsystems, der Konstruktion von Halbleiter-Lasern oder bei Problemen in der Metallurgie und Autoindustrie. Die Gesprächsrunde wird organisiert vom Brüsseler Büro der Leibniz-Gemeinschaft, vom Weierstraß-Institut für Angewandte Mathematik und Analysis (WIAS) in Berlin, der Schweizer EU-Mission und der polnischen Wissenschaftsagentur PolSCA.

Prof. Jürgen Sprekels, Direktor des WIAS, sagt: "Schlüsseltechnologien werden immer komplexer, Innovationszyklen immer kürzer. Flexible mathematische Modelle eröffnen uns neue Wege, um die Komplexität zu beherrschen, schnell auf Veränderungen zu reagieren und neue Handlungsoptionen auszuloten. Solche Modelle erreichen wir nur mit Abstraktion." Sprekels weiter: "Dieser Gedankengang bestimmt unsere Vision: Innovation bedarf der Flexibilität, Flexibilität braucht Abstraktion, und die Sprache der Abstraktion ist die Mathematik."

Allerdings sei Mathematik nicht ausschließlich Abstraktion, so Sprekels, sondern schaffe auch Mehrwert: theoretische Erkenntnisse, effiziente Algorithmen und optimale Lösungen. Schlüsseltechnologien und Mathematik wirkten also in einem gemeinsamen Innovationsprozess zusammen.

Die EU hat sich selbst zum Ziel gesetzt, Europa zur wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Ökonomie zu entwickeln; mit mehr und höher qualifizierten Jobs und größerer sozialer Gerechtigkeit. "Angewandte Mathematik kann zu diesem Ziel entscheidend beitragen", sagt Jürgen Sprekels. Und obwohl die Rolle der Mathematiker weithin anerkannt sei, bestehe doch noch viel Raum für Verbesserungen in der europäischen Forschung. Insbesondere sollte ein größeres Augenmerk auf mathematische Modellierung, Simulation, Optimierung und wissenschaftliches Rechnen gelegt werden. Dies gelte sowohl für die Industrie als auch für die Lebenswissenschaften. In den "Life Sciences" etwa komme Mathematik zum Einsatz bei der Planung von Operationen sowie zum besseren Verständnis biologischer, physiologischer und systemischer Prozesse.

Hinweis für Journalisten:

Wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen wollen, wenden Sie sich bitte an Torsten Köhler vom Weierstraß-Institut.

Ansprechpartner:
Dr. Torsten Köhler, koehler@wias-berlin.de
Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik
030-20 372 582

Josef Zens | idw
Weitere Informationen:
http://www.fv-berlin.de

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