Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Gehen verstehen

27.02.2007
Neues Biomechanisches Ganglabor an der Martin-Luther-Universität wird eröffnet

Das Department für Sportwissenschaft und die Universitätsklinik und Poliklinik für Orthopädie und Physikalische Medizin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eröffnen am morgigen Mittwoch, 28. Februar 2007, ein neues, modernisiertes Biomechanisches Ganglabor. Die Eröffnung findet um 10.00 Uhr in der Magdeburger Str. 22 (Raum E.58) statt. Unter anderem wird die Funktionsweise des Bewegungsanalysesystems praktisch demonstriert. Pressevertreter sind herzlich willkommen.

Durch sechs Infrarotkameras und zwei Kraftmessplattformen, die in einer Gangbahn integriert sind, kann der Bewegungsablauf objektiv erfasst und nach Bedarf und Sachlage quantifiziert werden. Mit Hilfe dieser Technik können die unterschiedlichsten Daten aus verschiedenen Bereichen wie z.B. der Kinematik, der Dynamometrie und Elektromyographie (Aufzeichnung der Muskelsignale) aufgenommen werden. „Damit können Bewegungseinschränkungen und Therapieverläufe objektivierbar dokumentiert werden“, erklärt Prof. Dr. Hein, Direktor der Universitätsklinik für Orthopädie.

Die Sportwissenschaftlerin Regina Ullmann nutzt als erste Forscherin das neue Ganganalysesystem für eine Knie-Studie. Unter anderem soll untersucht werden, ob unterschiedliche Operationstechniken zum Einsatz künstlicher Kniegelenke (z.B. minimalinvasive Operation) Einfluss auf den Rehabilitationsverlauf haben. Dazu werden die Studienteilnehmer vor der Operation, nach sechs Wochen, drei Monaten und einem halben Jahr nach dem Eingriff im Ganglabor untersucht.

Die Patienten haben jahrelang vor dem Eingriff massive Schmerzen und Funktionseinschränkungen, die im krankhaft veränderten Gang (Schonhaltung) zum Ausdruck kommen. Dem Gehen liegt ein komplizierter Bewegungsablauf zugrunde. „Die Grenze zwischen gesundem und krankhaft bedingtem Gangmuster ist fließend“ erklärt der Biomechaniker Professor Dr. Siegfried Leuchte vom Department für Sportwissenschaft.

Das Computerprogramm ermöglicht eine 3D-Animation sämtlicher Daten, die für die Beschreibung des Ganges benötigt werden. Parallel dazu werden die Daten von Kraftmessplattformen erfasst und verarbeitet. Die Aufzeichnung der Muskelsignale komplettieren die Bewegungsanalysen. Durch diese Untersuchungen kann das individuelle, dreidimensionale Gangbild, einschließlich der Veränderungen im Therapieverlauf, erstellt werden. Die gewonnen Daten können unter anderem in der Diagnostik und als Verlaufskontrolle eingesetzt werden.

Hinweis: Frau Ullmann steht auch nach 10 Uhr noch für Fragen zur Verfügung.

Jens Müller
Pressesprecher
Universitätsklinikum der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
06097 Halle (Saale)
T: 0345 / 557 - 1032
F: 0345 / 557 - 5749

Jens Müller | Uniklinik Halle
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Berichte zu: Bewegungsablauf Ganglabor Kraftmessplattformen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Immunsystem in Extremsituationen
19.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm
19.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise