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Europäischer Forschungsrat trifft sich in Berlin zur Auftaktkonferenz

27.02.2007
Schavan: "Gute Ideen für die Produkte von morgen"

Die Grundlagenforschung spielt künftig in der Forschungspolitik der Europäischen Union (EU) eine herausragende Rolle. Dies machten hochrangige Vertreter aus Politik und Wissenschaft anlässlich der Auftaktkonferenz des Europäischen Forschungsrates (ERC) am Dienstag in Berlin deutlich: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Forschungsministerin Annette Schavan, EU-Forschungskommissar Janez Potocnik und die EU-Parlamentarierin Angelika Niebler eröffneten die Konferenz, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ausgerichtet wird.

Die erste offizielle Sitzung des Scientific Council, des wissenschaftlichen Rates des ERC, fand bereits am Montag im Schloss Bellevue statt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Bundespräsidialamt richteten sie gemeinsam aus.

"Europäische Forschungspolitik heißt, dass wir uns um die gesamte Wertschöpfungskette kümmern: von zukunftsweisenden Ideen, die bei der Grundlagenforschung entstehen, bis hin zu erfolgreichen Produkten", sagte Bundesforschungsministerin Schavan. "Wir stärken damit in Europa das Innovationspotenzial." Mit dem ERC werde die Grundlagenforschung enorm aufgewertet: War die Förderung dieser Pionierforschung bisher Sache der Mitgliedstaaten, so bekommt sie nun auf europäischer Ebene besonderes Gewicht - durch die Etablierung des ERC als einen wichtigen Teil des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms.

"Grundlagenforschung wird damit in noch nie dagewesener Weise in die europäische Forschungsförderung aufgenommen", sagte Schavan. "Erstmals gibt es EU-weit ein Gremium, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weitgehend unabhängig und nur anhand der Exzellenz der Projekte über die Förderung der Grundlagenforschung entscheiden."

Der ERC identifiziert und fördert darüber hinaus exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs. Jungen Forscherinnen und Forschern werden insbesondere durch die Förderlinie der Starting Independent Researcher Grants Möglichkeiten eröffnet, sich auf europäischer und auch auf internationaler Ebene zu etablieren. Für den Forschungsstandort bedeutet das, junge und vielversprechende Talente zu erkennen und diese zu fördern. Darüber hinaus heißt es, eine neue Wissenschaftskultur zu etablieren, die den Europäischen Forschungsraum stärkt und für europäische, aber auch für internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler attraktiver macht.

Der Europäische Forschungsrat fördert eine als Pionierforschung oder Frontier Research bezeichnete grundlagenorientierte Forschung. Er ist im Zeitraum von 2007 bis 2013 mit einem Gesamtbudget von 7,5 Milliarden Euro ausgestattet und ist im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm als Spezifisches Programm "Ideen" verankert. Zentrales Element der Förderung durch den ERC ist die europaweite, wettbewerbsorientierte Förderung der durch einzelne Teams betriebenen Pionierforschung.

Die wissenschaftlich motivierte Pionierforschung bildet eine zentrale Voraussetzung für Wohlstand und Modernisierung von Gesellschaften, da sie neue Möglichkeiten des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts eröffnet. Mit der Lissabon-Strategie haben sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union das Ziel gesetzt, Europa bis zum Jahr 2010 zur wettbewerbsfähigsten Region zu machen. "Mit dem ERC kommen wir auf diesem Weg ein gutes Stück voran", sagte Schavan

Weitere Informationen zur europäischen Forschungspolitik und zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft finden Sie im Internet unter www.bmbf.de und unter www.eu2007.de.

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