Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Wettbewerbs-Stärkung" im Gesundheitswesen: Was wird in der Kardiologie anders - wird etwas besser?

25.01.2007
Vom 22. bis 24. Februar 2007 tagen Deutschlands Kardiologen in Potsdam

An keinem Baustein des deutschen Sozialsystems wird seit Jahrzehnten so intensiv - und so erfolglos - gefeilt wie am Gesundheitssystem. Kostendämpfung, Budgetierung, Strukturreformen, wer sich nicht beruflich mit diesem permanenten Wandel befasst, hat schon lange keinen Überblick mehr über das Geschehen.

Ende letzten Jahres wurde das "Wettbewerbs-Stärkungs-Gesetz" von den Gremien abschließend beraten, im nächsten Monat soll es verabschiedet werden. Um unmittelbar danach den Kardiologen einen Überblick darüber zu geben, welche Konsequenzen dieses Gesetz für ihre Arbeit haben wird, lädt Dr. Eckart Frantz, Ärztlicher Direktor und Kardiologe des St. Josefs-Krankenhauses Potsdam unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) erneut zum Gesundheitspolitischen Kardiologen-Kongress nach Potsdam.

Der Kongress bietet den rund 400 Teilnehmern ein Forum zum Erfahrungsaustausch, aber auch zum lebhaften Streit über gegensätzliche Vorstellungen. Der Kongress richtet sich vor allem an Kardiologen aus der ambulanten und stationären Kardiologie, an Krankenhausträger, an Vertragspartner der Integrierten Versorgung und an Medizinischen Versorgungszentren. Auch für die Gesetzlichen und Privaten Krankenversicherungen sowie für die Medizingeräte- und Pharmazeutische Industrie ist die Teilnahme am Kongress von großer Bedeutung.

Mehr als 60 Referenten werden vortragen, unter ihnen sind einige besonders bemerkenswert: Breiten Raum wird nicht nur die Ausgabenseite, sondern mit dem "Fondsmodell" auch die Einnahmeseite einnehmen: der "geistige Vater" dieses Modells, Prof. Dr. Wolfram Richter (Universität Dortmund), ist einer der Referenten. Die ungerechte Finanzierung der Gesundheitsausgaben samt negativen Beschäftigungsauswirkungen und die im internationalen Vergleich ungünstige Nutzen-Kosten-Relation des deutschen Systems zwingen zu einer Reform, die Finanzierungsgerechtigkeit und Abkoppelung der Gesundheitskosten von den Arbeitskosten bewirkt. Ob die jetzt vorgelegte Reform hierzu die Kraft haben wird, wird Richter kritisch beleuchten. Aus erster Hand können sich die Teilnehmer über den Stand der Gesundheitsreform in Potsdam informieren, da direkt von seinem Schreibtisch im Gesundheitsministerium Franz Knieps, der Autor aller aktuellen Reformgesetze, auf dem Kongress sprechen wird.

Dr. Frank-Ulrich Montgomery, Bundesvorsitzender des Marburger Bundes, wird in seinem Vortrag die Frage stellen, ob Patient, Arzt oder die Kosten im Mittelpunkt der Reform stehen. Welchen Einfluss die demographische Entwicklung Deutschlands bis 2020 und 2050 auf das Gesundheitssystem haben wird, stellt der Direktor des Berlin-Instituts für Weltbevölkerung und globale Entwicklung, Dr. Reiner Klingholz, dar. Die vorsitzende Richterin am Niedersächsischen Landessozialgericht, Ruth Schimmelpfeng-Schütte wird ihre viel beachtete Argumentation zur Verfassungswidrigkeit der Festlegung von Mindestmengen erläutern. Frau Prof. Dr. Susanne Alban vom Pharmazeutischen Institut der Universität Kiel wird aufzeigen, dass die angeblich so wissenschaftliche "Off-Label"-Argumentation von Kassen und Ministerium auf tönernen Füßen steht. Darüber hinaus werden unter anderem die Integrierte Versorgung, die Privatisierung des Krankenhausmarktes, aber auch die Kosten-Nutzenrelation der elektronischen Gesundheitskarte thematisiert.

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.gpkp.de

Weitere Berichte zu: Gesundheitssystem Gesundheitswesen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie