Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chinesisch-Deutsche Tagung zur Rolle des Waldes und der Forstwirtschaft im Wasserkreislauf

23.11.2006
Wasser in ausreichender Menge und Qualität gilt weltweit als der entscheidende Faktor für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.

Dies gilt in besonderem Maße für das aufstrebende China mit seinen rasant wachsenden Ballungsräumen. Im trockenen Nordwesten des Landes bestehen neben Wasserknappheit gleichzeitig massive Umweltprobleme in Form von Bodenerosion und zunehmender Ausbreitung der Wüsten. Waldvegetation bietet einen wirkungsvollen Erosionsschutz. Außerdem wirken Wälder ausgleichend im Wasserkreislauf, wodurch sie einen wertvollen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten.

In jüngerer Zeit sind in China - nicht zuletzt auch mit deutscher Entwicklungshilfe - große Anstrengungen erfolgt, die meist geringen Waldanteile durch großflächige Aufforstungen zu erhöhen. Häufig bleibt jedoch völlig unklar, ob das Wasserangebot für solche neu begründeten Wälder dauerhaft ausreicht und wie sich der Landschaftswasserhaushalt durch derartige Maßnahmen langfristig verändert. Denn im Vergleich zu Acker- oder Grasland bedingt Baumvegetation eine größere Gebietsverdunstung, was die Grundwasserneubildung und die Abflussspende deutlich verringern kann. Ein Großteil der landwirtschaftlichen Produktion in China beruht auf intensiver Bewässerung. Daher sind Interessenskonflikte zwischen Forstwirtschaft und Wasserwirtschaft vorprogrammiert.

Vom 27. bis 30. November treffen sich chinesische und deutsche Wissenschaftler aus ganz unterschiedlichen Disziplinen in Dresden, um Fragen des Wasserhaushalts in Wäldern und waldreichen Landschaften umfassend zu diskutieren. Derzeit bestehen deutliche Forschungslücken bezüglich:

- Kombination von Methoden und Ergebnissen verschiedener Fachdisziplinen;

- Übertragung von Informationen unterschiedlicher räumlicher und zeitlicher Skalenebenen;

- Umgang mit Unsicherheiten (Daten, Modellierung, sich verändernde Rahmenbedingungen z.B. Klimawandel).

Das Symposium wird ausgerichtet vom Dresdner Kompetenzzentrum Wasser (DKW). Das seit 2003 an der TU Dresden bestehende Kompetenzzentrum ist eine anerkannte Plattform der interdisziplinären Wasserforschung. Ihm gehören verschiedene

Professuren der Fakultät Forst-, Geo- und Hydrowissenschaften sowie der Fakultät Bauingenieurwesen an. Im Vordergrund der Aktivitäten steht dabei die Analyse, Modellierung und Bewirtschaftung von Wasserressourcen sowie der Wissenstransfer. Das DKW unterstützt auch die sektorübergreifende Lehre an der TU Dresden. Federführend bei der Organisation der aktuellen Tagung ist das Institut für Bodenkunde und Standortslehre, wo langjährige Erfahrungen in der Forschungskooperation mit China vorliegen.

Die Tagung wird finanziert vom Chinesisch-Deutschen Zentrum für Wissenschaftsförderung mit Sitz in Peking. Das Zentrum ist eine gemeinsame Einrichtung der National Science Foundation of China (NSFC) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Hauptziel ist die Förderung der Zusammenarbeit von Wissenschaftlern beider Länder im Bereich der Grundlagenforschung in den Natur- und Technikwissenschaften. Die Wasserforschung ist dabei ein prioritäres Themenfeld, weshalb die gemeinsame Initiative der Chinesischen Forstakademie und des DKW auf große Resonanz gestoßen ist. Ein wesentliches Ziel des Symposiums ist neben einem generellen Informations- und Meinungsaustausch die Etablierung einer künftig intensivierten Zusammenarbeit, z.B. in Form gemeinsamer Projekte.

Neben einer zweitägigen Vortragsveranstaltung im Dresdner Blockhaus ist auch eine Exkursion nach Tharandt vorgesehen. Auf dem Programm stehen hier der Besuch einschlägiger Forschungseinrichtungen auf dem Forstcampus sowie die Besichtigung von bodenhydrologischen und meteorologischen Versuchs- und Messeinrichtungen im Tharandter Wald.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Karl-Heinz Feger, Fakultät FGH, Institut für Bodenkunde und Standortslehre, fegerkh@forst.tu-dresden.de

Diplomhydrologe Jörg Seegert, Dresdner Kompetenzzentrum Wasser, Institut für Hydrologie und Meteorologie, joerg.seegert@tu-dresden.de Tel. 0351 - 463 31345

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/
http://www.forst.tu-dresden.de/Boden/
http://tu-dresden.de/forschung/forschungskompetenz/kompetenzzentren/wasser

Weitere Berichte zu: DKW Forstwirtschaft Kompetenzzentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen
23.08.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Logistikmanagement-Konferenz 2017
23.08.2017 | Universität Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie