Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kongress "Umwelt Innovativ": Vom Reststoff zum Rohstoff

20.11.2006
Die stoffliche und energetische Verwertung von Abfällen wird auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Innovative Technologien führen zu besseren und kostengünstigen Recyclingmethoden und damit zu besseren Ergebnissen bei der Rückgewinnung von Ressourcen. Ein Indiz dafür sind folgende Zahlen: Im Freistaat Bayern hat sich z.B. die recycelte Wertstoffmenge seit 1990 um 2,7 Mio. Tonnen erhöht, wodurch die Restmüllmenge um 2,6 Mio. Tonnen zurückgegangen ist.

Vom Reststoff zum Rohstoff

o Stoffliche und energetische Verwertung von Abfall
o Marktchancen für innovative Unternehmen
o 270 Teilnehmer auf dem Umweltkongress in Augsburg
Der Kongress "Umwelt Innovativ", der am 16. November 2006 in der Augsburger Kongresshalle stattfand, informierte über moderne Technologien und zukunftsweisende Strategien für die optimale Ausnutzung von Reststoff-Ressourcen. Über 270 Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz nahmen an der Veranstaltung teil.

Experten aus Industrie und Forschung stellten Strategien und Chancen der stofflichen und der energetischen Verwertung von Abfall vor.

... mehr zu:
»Reststoff

Reststoffe werden zu begehrten Rohstoffquellen

Die stoffliche und energetische Verwertung von Abfällen wird auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Innovative Technologien führen zu besseren und kostengünstigen Recyclingmethoden und damit zu besseren Ergebnissen bei der Rückgewinnung von Ressourcen. Ein Indiz dafür sind folgende Zahlen: Im Freistaat Bayern hat sich z.B. die recycelte Wertstoffmenge seit 1990 um 2,7 Mio. Tonnen erhöht, wodurch die Restmüllmenge um 2,6 Mio. Tonnen zurückgegangen ist.

Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen. Denn Rohstoffe und fossile Energieträger werden knapp, gleichzeitig hat die Nachfrage weltweit angezogen. Die Preise steigen kontinuierlich.

Marktchancen in der Aufbereitung von Reststoffen und Abfällen basieren auf drei Aspekten:

Durch innovative Technologien werden neue Möglichkeiten der Gewinnung von Rohstoffen aus Reststoffen erschlossen; die produzierende Industrie öffnet sich im Produktdesigns für den Einsatz von recycelten Rohstoffen; das technologische Know-how bietet zudem Chancen für den Export von Recyclingtechnologien in andere Industrieregionen der Welt.

Stoffliche und energetische Verwertung

Abfälle können entweder stofflich oder energetisch verwertet werden. Zur stofflichen Verwertung eignen sich vor allem Abfälle mit hohem Metallanteil, dazu gehören Elektroaltgeräte, aus denen Metalle wie Kupfer und Eisen zurück gewonnen und als Rohstoff wieder eingesetzt werden.

Bei der energetischen Verwertung werden aus Abfällen so genannte Ersatzbrennstoffe gewonnen, die zum Teil fossile Brennstoffe ersetzen. Zum Einsatz kommen diese Ersatzbrennstoffe z.B. bei der Papier- und Zementherstellung sowie auch in anderen Branchen, weil sich daraus klare Preisvorteile generieren lassen.

Manche Abfallarten, vor allem Kunststoffabfälle, werden sowohl stofflich als auch energetisch verwertet. Die Entscheidung darüber hängt von der Reinheit und der Qualität des vorsortierten Abfalls ab.

Prof. Dr. Josef Nassauer, Geschäftsführer Bayern Innovativ GmbH: "Recycling ist mittlerweile zu einem Wirtschaftsfaktor geworden. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen ergeben sich daraus Chancen, mit innovativen Technologien neue Marktnischen zu erschließen. Nicht nur der regionale Markt bietet dafür ein großes Abnehmerpotential, auch im Ausland wird die Technik aus Bayern und Deutschland stark nachgefragt."

Stoffliche Verwertung: Modellprojekt "Gelbe Tonne plus"

Das Duale System Deutschland hat in Leipzig ein Modellprojekt durchgeführt, bei dem die Verbraucher neben Verpackungsabfällen noch andere Haushaltsgegenstände aus Kunststoff, Metall oder Verbundmaterialien und alte Elektro-Kleingeräte über die Gelbe Tonne entsorgen konnten. Die Ergebnisse sind so viel versprechend, dass die "Gelbe Tonne plus" als mögliche Entsorgungslösung mit anschließender Verwertung in Zukunft noch intensiv diskutiert werden wird. Vorteil für den Verbraucher ist die komfortable Möglichkeit, Haushaltsabfälle und Elektro-Kleingeräte umweltgerecht und ohne zusätzlichen logistischen Aufwand zu entsorgen.

Energetische Verwertung und Müllverbrennung ersetzt Deponierung

Seit 1. Juni 2005 dürfen in Deutschland keine unbehandelten Abfälle mehr deponiert werden. Dies führte zu weit reichenden Veränderungen in der Abfallwirtschaft. Die Auslastung der Müllverbrennungsanlagen hat dadurch enorm zugenommen. Die Anlagentechnik muss ständig den wachsenden Anforderungen angepasst werden. Mit zu den führenden deutschen Unternehmen in diesem Bereich gehört die Martin GmbH aus München. Dieses Unternehmen arbeitet schon heute daran, wie das von der Bundesregierung für das Jahr 2020 gesteckte Ziel der "vollständigen Verwertung" aller Abfälle (also auch der Verbrennungsaschen) erreicht werden kann.

Fachausstellung begleitend zum Kongress

Diese und weitere Themen wurden auf dem Kongress "Umwelt Innovativ" präsentiert und ausführlich im Hinblick auf weitere zukünftige Lösungen diskutiert.

Den Dialog förderte die begleitende Fachausstellung, in der sich 27 Aussteller aus allen Bereichen der Kreislaufwirtschaft präsentierten. Darunter Firmen wie die PDR Recycling GmbH aus Thurnau, die spezielle Anlagen für die Verwertung von PU-Schaumdosen und verbrauchte Patronen von Tintenstrahldruckern entwickelt hat und betreibt oder das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung aus Freising das eine Methode entwickelt hat um Kunststoffe aus Elektro(nik)-Altgeräten besonders umweltschonend aufzuarbeiten.

Konzipiert und organisiert wurde die Veranstaltung von der Bayern Innovativ GmbH in Zusammenarbeit mit KUMAS, dem Kompetenzzentrum Umwelt Augsburg-Schwaben e.V. und mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.

BAIKUM - Bayerische Innovations- und Kooperations-initiative Umwelttechnologie
Die Umwelttechnologie bietet einen zukunftsträchtigen Wirtschaftssektor mit deutlichem Wachstumspotenzial. Umwelttechnik aus Bayern nimmt im internationalen Vergleich eine führende Stellung ein. Die Kompetenz kleiner und mittelständischer Unternehmen für größere Vorhaben zu bündeln und sie beim internationalen Marktzugang zu unterstützen, ist dabei Zielsetzung von BAIKUM.

Initiiert durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie, startete sie im Jahr 2002 unter der Federführung der Bayern Innovativ GmbH, mit der Bayern International GmbH und dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertag (BIHK) als offizielle Partner. Neben Gemeinschaftsständen werden u. a. Kongresse und Kooperationsforen organisiert. Diese sind thematisch fokussiert, z. B. auf Abfalltechnik, und sind auf Zielmärkte der Umwelttechnologie ausgerichtet, wie Osteuropa und Asien.

Bayern Innovativ GmbH

Koordiniert wird BAIKUM von der Bayern Innovativ GmbH, die 1995 von der Bayerischen Staatsregierung initiiert und gemeinsam von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft als Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mit Sitz in Nürnberg gegründet wurde. Zielsetzung ist die Initiierung von Innovationen in kleinen und mittleren Unternehmen durch den Ausbau von Kooperationen über Technologien und Branchen hinweg. Leitgedanke ist das Zusammenführen von verschiedenen Kompetenzen - auch außerhalb der herkömmlichen Wertschöpfungskette - um neuartige Entwicklungen mit hohem Innovationsgrad zu ermöglichen. Im Rahmen des gesamten Innovationsprozesses wird auch die Präsentation neuer Produkte und Entwicklungen unterstützt, um deren Anwendung und Markteintritt auf internationaler Ebene zu ermöglichen.

Christina Häußer | idw
Weitere Informationen:
http://www.bayern-innovativ.de
http://www.bayern-innovativ.de/news/termine

Weitere Berichte zu: Reststoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen
27.04.2017 | Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

nachricht Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs
27.04.2017 | Ernst-Abbe-Hochschule Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie