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Organic Computing: Augsburger Forschungsschwerpunkt präsentiert sich mit neuer Veranstaltungsreihe

17.11.2006
Mit einem Vortrag von Prof. Dr. Christian Müller-Schloer (Universität Hannover) über "Organic Computing - Emergence under Control" startet am 23. November an der Universität Augsburg eine neue Veranstaltungsreihe: Mit dem "Kolloquium Organic Computing" akzentuiert das Institut für Informatik der Universität Augsburg einen seiner Schwerpunkte.

"Zum einen", so Prof. Dr. Theo Ungerer vom Informatik-Institut, "schaffen wir uns selbst eine Plattform, auf der wir uns regelmäßig und intensiv mit auswärtigen Forscherinnen und Forschern, die im bereich des Organic Computing arbeiten, austauschen werden, zum anderen ist uns daran gelegen, unser Forschungsgebiet mit dieser Veranstaltungsreihe auch einem breiteren interessierten Publikum auf hohem Niveau, aber allgemeinverständlich nahezubringen."

WAS IST ORGANIC COMPUTING?

Die Durchdringung unserer Umwelt mit Rechnern eröffnet faszinierende Anwendungsmöglichkeiten, wirft aber auch das Problem ihrer Beherrschbarkeit auf. Wir müssen diese Systeme, von deren Funktionieren wir zunehmend abhängig werden, robust, sicher, zuverlässig, flexibel und vertrauenswürdig machen. Vor allem ist auch eine deutlichere Orientierung an den Bedürfnissen der Menschen dringend geboten. Dazu werden unsere technischen Systeme selbständiger, flexibler und autonomer handeln müssen, d.h. sie werden selbst lebensähnlich aufgebaut sein und lebensähnlich handeln. Wir nennen sie daher "organisch". Ein "organisches Computersystem" ist folglich ein System, das sich den jeweiligen Umgebungsbedürfnissen dynamisch anpasst. Es besitzt die Eigenschaften der Selbstorganisation, der Selbstkonfiguration, der Selbstoptimierung, der Selbstheilung, des Selbstschutzes und es handelt umgebungsbewusst.

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VON IDEEN AUS DER BIOLOGIE INSPIRIERT

Organische Computersysteme werden von Ideen aus der Biologie inspiriert, basieren aber (bis auf weiteres) auf herkömmlicher Siliziumtechnologie. Ihre lebensähnlichen Eigenschaften wirken sich auf der Ebene des Gesamtsystems und beim Aufbau und Zusammenspiel ihrer Komponenten aus. Das Ziel des Organic Computing ist es, die in der Natur beobachteten Prinzipien technisch zu nutzen. Durch organische Computersysteme werden Menschen entlastet, jedoch werden die Systeme nicht automatisch durchschaubarer. Die Komplexität auch der organischen IT-Systeme soll nicht nur technisch beherrschbar gemacht werden, sondern die Systeme müssen auch für die Menschen transparent und beherrschbar bleiben.

ZWEI VON 18 PROJEKTEN DES DFG-SCHWERPUNKTPROGRAMMS "ORGANIC COMPUTING" AUS AUGSBURG

Die Bedeutung und die Aktualität der Organic-Computing-Ziele wurden zunächst durch die Organic Computing Initiative erkannt, einer gemeinsamen Initiative der Gesellschaft für Informatik (GI) und der Informationstechnischen Gesellschaft (ITG) des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Ziel dieser Initiative der beiden deutschen Informatik-Fachgesellschaften ist es, die technologischen Entwicklungen der nächsten fünf bis zehn Jahre abzuschätzen und die daraus für die Informatik entstehenden wissenschaftlichen Herausforderungen bezüglich der Gestaltung zukünftiger Informations- und Kommunikationssysteme abzuleiten. Die von der GI und ITG initiierte Forschungsinitiative hat u. a. zur Einrichtung des Schwerpunktprogramms "Organic Computing" (2005-2011) der Deutschen Forschungsgemeinschaft geführt, in dem z. Zt. 18 Projekte, darunter zwei aus Augsburg, gefördert werden.

AUGSBURGER SCHWERPUNKT "SOFTWARETECHNIKEN DES ORGANIC COMPUTING"

Diese intensive Beteiligung von Forschern aus dem Institut für Informatik hat an der Universität Augsburg selbst unlängst zur Gründung des Schwerpunkts "Software-Techniken des Organic Computing" innerhalb des Kompetenzzentrums "Innovative Technologien" zum 1.11.2006. Die Kolloquiumsreihe gibt den an der Universität Augsburg tätigen Forschern die Möglichkeit ihre Kenntnisse mit auswärtigen Forschern im Bereich des Organic Computing auszutauschen und den Forschungsbereich einem größeren Publikum vorzustellen. Alle Vorträge sind allgemeinverständlich angelegt und für ein über die Beteiligten am Forschungsbereich hinausgehendes interdisziplinäres Publikum interessant.

VIER VORTRÄGE IM LAUFENDEN WINTERSEMESTER

Die Kolloquiumsreihe wird am 23. November 2006 um 17.00 Uhr c.t. durch einen Vortrag von Prof. Dr. Christian Müller-Schloer von der Universität Hannover zum Thema "Organic Computing - Emergence under Control" eröffnet. Den nächsten Vortrag hält Prof. Dr. Dirk Timmermann von der Universität Rostock am 7. Dezember 2006 ebenfalls um 17.00 Uhr c.t. zum Thema "Sensor Networks and Organic Computing". Beide Vorträge werden im Multimedia-Hörsaal 207 im Gebäude Eichleitnerstraße 30 der Universität Augsburg stattfinden.

Zu weiteren Vorträgen haben Prof. Dr. Hans-Ulrich Heiß von der Technischen Universität Berlin für den 1. Februar 2007 und Prof. Dr. Jürgen Teich von der Universität Erlangen-Nürnberg für den 15. Februar 2007 zugesagt. Die Themen stehen noch nicht fest.

Alle jeweils aktuellen Termine, Themen und Zusammenfassungen der Kolloquiumsvorträge finden sich auf der Web-Seite http://www.informatik.uni-augsburg.de/aktuell/kolloquium/. Sie werden künftig stets auch im Veranstaltungskalender der Universität (http://www.presse.uni-augsburg.de/unipressinfo/termine.shtml; kostenlos abonnierbar unter http://www.presse.uni-augsburg.de/abo/) bekanntgegeben.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:
Prof. Dr. Theo Ungerer
Lehrstuhl für Systemnahe Informatik und Kommunikationssysteme
Institut für Informatik der Universität Augsburg
Eichleitnerstraße 30, 86159 Augsburg
Telefon 0821/598-2350, Fax 0821/598-2359
Theo.Ungerer@informatik.uni-augsburg.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-augsburg.de

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