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Second German Conference on Chemoinformatics

02.11.2006
Vom 12. bis 14. November 2006 veranstaltet die Fachgruppe Chemie-Information-Computer (CIC) der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) in Goslar die 2. German Conference on Chemoinformatics (GCC). Sie befasst sich mit den vier Hauptthemen Chemoinformatik und Arzneimittelentwicklung, Chemieinformation, Molekül-Modellierung und computergestützte Materialwissenschaften.

Unter Chemoinformatik versteht man die Anwendung von Methoden der Informatik zur Lösung chemischer Probleme, die Chemieinformation subsumiert die gesamte Informationskompetenz in der Chemie, und die Molekül-Modellierung umfasst beispielsweise Moleküldesignprogramme, Computersimulationsmethoden, die Molekülmechanik und quantenchemische Methoden.

Seit ihrem Bestehen trifft sich die Fachgruppe zu einem jährlichen CIC-Workshop, der im vergangenen Jahr erstmals in einem neuen internationalen Format als German Conference on Chemoinformatics veranstaltet wurde. Der nunmehr 20. Workshop ist in diesem Jahr dem deutschen Chemoinformatik-Pioneer Professor Dr. Johann Gasteiger (Universität Erlangen-Nürnberg) gewidmet, der im Rahmen der Konferenz für sein Lebenswerk geehrt wird. Ein weiterer Höhepunkt der Tagung ist die Verleihung der FIZ Chemie Berlin-Preise 2006, mit denen die Fachgruppe CIC herausragende Diplom- und Doktorarbeiten auf dem Gebiet Chemie-Information-Computer auszeichnet. Die Preisträger sind die Nachwuchswissenschaftler Dr. Alexander Schug, University of California San Diego, und Birte Seebeck, Universität Hamburg. Schug fertigte seine preisgekrönte Dissertation "Free-Energy Simulations using Stochastic Optimization Methods for Protein Structure Prediction" am Forschungszentrum Karlsruhe an. Die Vorhersage der Proteintertiärstruktur und das Verstehen der Proteinfaltung gehören zu den größten Herausforderungen der biophysikalischen Chemie. Schug kann mit seiner Methode Strukturvorhersagen bei einigen Proteinfamilien, die 20 bis 60 Aminosäuren umfassen, treffen. Frau Seebeck hat sich in ihrer Diplomarbeit mit der "Modellierung von Metallwechselwirkungsgeometrien für das Protein-Ligand Docking Problem" befasst. Mit dem Verfahren des Protein-Ligand Docking versucht man, die Wechselwirkung von Medikamenten mit Rezeptoren im Organismus zu modellieren. Die Einbeziehung von Metallen stellt hierbei wegen deren besonderen chemischen Eigenschaften eine Herausforderung dar, zu deren Lösung die Arbeit von Frau Seebeck beigetragen hat.

Die zweite GCC erreicht in diesem Jahr mit mehr als 150 Teilnehmern aus Europa und den USA einen neuen Teilnehmerrekord. Als besonderen Erfolg sehen die Veranstalter den ausgewogenen Teilnehmermix: Die Hälfte der Teilnehmer stammt aus Unternehmen, die andere Hälfte aus dem traditionell bisher stärker vertretenen akademischen Bereich. Die höhere Beteiligung aus Unternehmen wurde nicht zuletzt durch die Einführung eines so genannten Marketplace erreicht, wo nicht nur die üblichen Ausstellungen über Produkte und Leistungen stattfinden, sondern auch Schulungen und detailliertere Produktpräsentationen angeboten werden. Vor Beginn des wissenschaftlichen Programms informieren Pre-Conference-Tutorials interessierte Teilnehmer über typische Anwendungen der Chemoinformatik im industriellen, vor allem pharmazeutischen Umfeld und über freie, im Quellcode verfügbare Software in der Chemoinformatik.

... mehr zu:
»Chemoinformatik »Seebeck

Weitere Informationen zur Konferenz finden sich unter http://www.gcc-cic.de.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 27.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 25 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Fachgruppe Chemie-Information-Computer mit rund 500 Mitgliedern. Die Fachgruppe wurde gegründet, weil auch in der Chemie die computergestützte Verwaltung, Archivierung, Analyse, Abfrage und Generierung von Information immer wichtiger wurde. Die Fachgruppe sieht ihre Hauptaufgabe in der Zusammenfassung aller an der Information und Dokumentation sowie in Computeranwendungen in der Chemie interessierten in- und auch ausländischen Wissenschaftler, um dieses Wissensgebietes durch regen Gedanken- und Erfahrungsaustausches und Vermittlung neuester Kenntnisse voranzubringen.

Kontakt:
Dr. Renate Hoer
Gesellschaft Deutscher Chemiker
Öffentlichkeitsarbeit
Postfach 900440
60444 Frankfurt
Tel.: 069/7917-493
Fax: 069/7917-307
E-Mail: r.hoer@gdch.de

Dr. Renate Hoer | Gesellschaft Deutscher Chemiker
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de
http://www.gcc-cic.de

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