Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Recht Investitionen schützen

01.11.2006
Im Zeitalter der Globalisierung spielen Auslandsinvestitionen für Unternehmen eine große Rolle. Natürlich sind sie mit einem Risiko verbunden - in gewissem Maße jedoch auch geschützt. 2500 Investitionsschutzverträge existieren derzeit weltweit. Aber es gibt auch über 240 Streitverfahren zwischen Unternehmen und Staaten, die sich auf den Investitionsschutz beziehen.

Ein brisantes Thema also, das am Freitag, 3. November 2006, im Mittelpunkt einer hochkarätig besetzten Fachtagung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg steht.

Die sogenannte Argentinien-Krise zwischen 1998 und 2002 hatte viele Facetten, darunter eine starke Rezession, der Kollaps des Finanzsystems, der Staatsbankrott. Die Regierung entkoppelte den Peso vom US-Dollar. Von Stabilität keine Spur. "Die Situation hatte natürlich massive Auswirkungen auf Investitionen, und viele ausländische Unternehmen hatten in den 1990er Jahren in Argentinien investiert", berichtet der Wirtschaftsjurist Prof. Dr. Christian Tietje von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die argentinische Regierung sieht sich daher noch immer sogenannten Investitionsschutzklagen ausgesetzt - die Unternehmen verlangen eine Entschädigung.

Ein anderer Fall: Kalifornien hat eine bestimmte Chemikalie verboten, um die Umwelt zu schützen. Nur hatte Jahre zuvor ein kanadisches Unternehmen eine Fabrik in Kalifornien errichtet, um genau diese Chemikalie zu produzieren. Die Fabrik ist nun wertlos, Unternehmen und Staat stehen im Rechtsstreit. Investitionsschutz oder öffentliches Interesse - was gilt mehr?

Gegenwärtig werden über 240 Streitverfahren zwischen Firmen und Staaten, die sich auf das Investitionsschutzrecht beziehen, vor internationalen Schiedsgerichten verhandelt. Und die sich intensivierenden Auslandsinvestitionen deutscher Unternehmen sind regelmäßig mit zahlreichen Rechtsfragen im Zusammenhang mit dem Schutz der entsprechenden Investitionen verbunden. Für die deutsche Wirtschaft haben Auslandsinvestitionen eine große Bedeutung im Zuge der sich stetig intensivierenden Internationalisierung der Märkte. Ebenso wie der Export sind Auslandsinvestitionen der eigentlich Motor der deutschen und der internationalen Wirtschaft.

Grundlage der Streitverfahren sind in vielen Fällen bilaterale Investitionsschutzverträge, von denen heute über 2500 weltweit in Kraft sind. Nimmt man zusätzlich noch die für Auslandsinvestitionen relevanten Doppelbesteuerungsabkommen und einschlägige regionale Handels- und Investitionsabkommen mit in den Blick, gibt es heute über 5000 völkerrechtliche Verträge, die für die weltweiten Auslandsinvestitionen relevant sind.

Schon diese Zahlen zeigen die Bedeutung, die dem Investitionsschutzrecht zukommt. Gerade für die Unternehmenspraxis im Bereich von Auslandsinvestitionen ist es daher notwendig, über aktuelle Entwicklungen im Investitionsschutzrecht informiert zu sein. Diesem Ziel dient die Konferenz "Investitionsschutzrecht und -praxis: Unternehmensstrategie und Rechtsdurchsetzung", die am Freitag, 3. November 2006, an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg veranstaltet wird. Ausrichter sind die Forschungsstelle für Transnationales Wirtschaftsrecht (TELC), Halle, und die Gesellschaft zur Förderung von Auslandsinvestitionen e.V., Berlin, die eng mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) verbunden ist. Zu der Veranstaltung eingeladen haben Prof. Dr. Christian Tietje, Leiter der Forschungsstelle TELC, und Dr. Ludolf von Wartenberg, Hauptgeschäftsführer und Mitglied des Präsidiums des BDI.

Zu der Konferenz werden über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland erwartet. Als Referenten konnten bekannte Persönlichkeiten gewonnen werden, die sich in großen deutschen Unternehmen, in internationalen Anwaltskanzleien und Beratungsgesellschaften, in Bundesministerien sowie in der Wissenschaft mit dem komplexen Recht des internationalen Investitionsschutzes und der Absicherung von Investitionsprojekten im Ausland befassen.

Die Forschungsstelle für Transnationales Wirtschaftsrecht (TELC), die seit Mai 2003 am Institut für Wirtschaftsrecht der Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg besteht und von Prof. Dr. Christian Tietje geleitet wird, ist ein in dieser Form in Deutschland einzigartiger think tank zu u.a. Fragen des EU-Außenwirtschaftsrechts, des internationalen Investitionsschutzrechts und des internationalen Wirtschaftsrechts insgesamt.

Ansprechpartner für weitere Informationen:
Prof. Dr. Christian Tietje
Lehrstuhl für öffentliches Recht, Europarecht und Internationales Wirtschaftsrecht,
Forschungsstelle für Transnationales Wirtschaftsrecht,
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Tel.: 0345-552 3180,
E-Mail: tietje@jura.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.jura.uni-halle.de/telc/aktuelles.html
http://www.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise