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Das Dunkle Universum

19.10.2006
Am 7. und 8. November im Internationalen Wissenschaftsforum Heidelberg - Dunkle Materie, Dunkle Energie und deren Zusammenwirken - In dieser ersten internationalen Tagung des neuen transregionalen Sonderforschungsbereiches "The Dark Universe" stellen die Universitäten Heidelberg, Bonn und LMU München dieses hochaktuelle Forschungsgebiet vor

Die Entschlüsselung Dunkler Materie und Dunkler Energie, die gemeinsam mehr als 95 Prozent der Energiedichte unseres Universums ausmachen, ist ein wesentliches Ziel moderner theoretischer und experimenteller physikalischer Forschung. Aus einer Vielzahl von Messungen schließt man indirekt auf die Existenz Dunkler Materie. Sie trägt bis zu einem Viertel zur Energiedichte des Universums bei, aber man kennt ihre physikalische Natur und Zusammensetzung bisher nicht. Bekannt sind heute nur die etwa fünf Prozent baryonischer Materie, die direkten Beobachtungen und Messungen zugänglich sind.

Der Hauptteil der Energiedichte des Universums besteht aus der gleichmäßig im Weltall verteilten Dunklen Energie. Aus Messungen des Lichts entfernter Sternexplosionen lässt sich folgern, dass unser Universum sich gegenwärtig beschleunigt ausdehnt. In der theoretischen Beschreibung sucht man die Ursache entweder in einer so genannten kosmologischen Konstanten in den Einsteinschen Feldgleichungen oder in einer zeitabhängigen Beschreibung. Die Antwort auf die Frage, ob die Dunkle Energie statischer oder dynamischer Natur ist, hat fundamentale Bedeutung für die Physik. Sie betrifft nicht nur die Grundlagen von Kosmologie und Astrophysik, sondern auch die der Teilchenphysik.

Der seit 1. Juli 2006 laufende SFB-Transregio an den Universitäten Heidelberg, Bonn und München wird die dort bereits vorhandene Forschung über Dunkle Materie und Dunkle Energie aufgreifen, bündeln und weiterentwickeln. Vor allem wird auch die mögliche Wechselwirkung von Dunkler Materie - der mit hoher Wahrscheinlichkeit bisher unbekannte Elementarteilchen zuzuordnen sind - und Dunkler Energie zum Thema der Initiative.

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Aus der Zusammenarbeit von Wissenschaftlern an drei deutschen Universitäten, die bisher schon auf Teilgebieten der vorgeschlagenen Initiative gearbeitet haben, ergibt sich die Chance zu einer international führenden Stellung auf dem in den kommenden Jahren weiter expandierenden Forschungsfeld Dunkler Materie und Dunkler Energie. Sie soll im Rahmen dieses Transregios in 15 Teilprojekten erarbeitet werden. Die Teilprojekte gliedern sich in drei Themenbereiche: Ursprung Dunkler Energie und Dunkler Materie; Zeitentwicklung Dunkler Energie; Zusammenhänge zwischen Dunkler Materie und Dunkler Energie. Die Sprecheruniversität ist Heidelberg, mit dem theoretischen Physiker Prof. Christof Wetterich vom Institut für Theoretische Physik als Sprecher für die ersten vier Jahre.

Die Bedeutung dieses Forschungsgebietes wird auch dadurch deutlich, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gleichzeitig an der Universität Hamburg einen neuen Sonderforschungsbereich zum verwandten Thema "Teilchen, Strings und frühes Universum: Struktur von Materie und Raum-Zeit" bewilligt hat. Es wird damit gerechnet, dass sich beide Sonderforschungsbereiche gegenseitig befruchten. Der Sprecher des Hamburger SFBs, Jan Louis, hält ebenfalls einen Vortrag auf dem Symposion.

Die weiteren Sprecher beim Symposium am IWH sind Matthias Bartelmann (Universität Heidelberg), der einen einführenden Vortrag in das Gebiet hält, Uros Seljak (Universität Zürich), der auch als Buchautor bekannte Kosmologe Joseph Silk (Universität Oxford), Günther Hasinger (Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, München), Pierre Astier (Universität Paris) und Simon White (Max-Planck-Institut für Astrophysik), der über Simulationsrechnungen des beschleunigt expandierenden Universums mit Berücksichtigung Dunkler Materie und Dunkler Energie berichtet.

Journalisten sind als Zuhörer willkommen und wenden sich bitte vorab an Georg Wolschin. Einzelinterviews mit den Sprechern können auf Wunsch vereinbart werden. Die Tagung beginnt am Dienstag, 7. November um 14.00 Uhr, und endet am Mittwoch, 8. November um 12.30 Uhr.

Programm:

Dienstag, 7. Nov. 2006, IWH, Hauptstr. 242, Heidelberg

14.00 - 14.05: Welcome by C. Wetterich (Heidelberg)

14.05 - 15.00: M. Bartelmann (Heidelberg): A look into the Dark Universe

15.00 - 16.00: U. Seljak (Zürich): A state of the (dark) universe report

16.30 - 17.30: J. Silk (Oxford): Current frontiers in galaxy formation

17.30 - 18.30: J. Louis (Hamburg): Strings and Dark Energy / SFB Univ. Hamburg: "Teilchen, Strings und frühes Universum"

Mittwoch, 8. Nov. 2006

9.00 - 10.00: G. Hasinger (Munich): Probing the Dark Universe with galaxy clusters

10.00 - 11.00: P. Astier (Paris): The Supernova Legacy Survey

11.30 - 12.30: S. White (Munich): Simulating the Dark Universe

Kontakt:
Dr. Georg Wolschin
Institut für Theoretische Physik
Universität Heidelberg Philosophenweg 16, 69120 Heidelberg
Tel. 06221 549415 oder -444
e-mail: wolschin@uni-hd.de
Dr. Ellen Peerenboom
Geschäftsführerin
Internationales Wissenschaftsforum Heidelberg
Universität Heidelberg
Hauptstraße 242, 69117 Heidelberg
Tel. 06221 543690, Fax 165896
e-mail: iwh@uni-hd.de
Allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de

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