Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler forschen für nachhaltige Energieversorgung

22.09.2006
Auf seiner Jahrestagung vom 21. bis 22. September in Berlin präsentiert der ForschungsVerbund Sonnenenergie (FVS) neuste Forschungsergebnisse zu nachhaltigen Energietechniken.

Die Jahrestagung „Forschung und Innovation für eine nachhaltige Energieversorgung" steht unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: „Die großen globalen Herausforderungen erfordern eine Doppelstrategie bestehend aus dem Ausbau der erneuerbaren Energien und der beschleunigten Steigerung der Energieeffizienz.“ Sigmar Gabriel hebt hervor: „Die Forschung spielt dabei eine zentrale Rolle. Denn um den erneuerbaren Energien zum Durchbruch zu verhelfen, müssen wir die Kostensenkung noch schneller als bisher vorantreiben.“

Nachhaltigkeit braucht Forschung und Entwicklung und eine erhöhte Innovationsgeschwindigkeit. Deshalb empfiehlt der ForschungsVerbund Sonnenenergie eine Verdopplung der Forschungsförderung auf mindestens 300 Mio. Euro pro Jahr.

Die gesamtwirtschaftliche Betrachtung der Nutzung erneuerbarer Energiequellen zeigt, dass sie zu einem Nettogewinn von Arbeitsplätzen in Deutschland führt.

Die Jahrestagung wird von einer öffentlichen Ausstellung begleitet, auf der Schülerlabors und Unterrichtsmaterialen vorgestellt werden, die das Thema Nachhaltigkeit Schülern und Auszubildenden nahe bringen.

Erneuerbare Energien sind nachhaltig

Die Wissenschaftler haben für die Nutzung erneuerbarer Energiequellen Technologien entwickelt, die ökologisch verträglich, ressourcensicher, global einsetzbar und damit sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig sind. Diese Kriterien der Nachhaltigkeit werden von keiner anderen Technik so überzeugend erfüllt wie von den Technologien zur Nutzung der erneuerbaren Energien. Forschung und Entwicklung für neue Technologien und ihre bewusste Ausrichtung an ökologischen und ökonomischen Kriterien führt zu CO2-Einsparungen, senkt die Kosten und erhöht die Nutzungsmöglichkeiten:

• Flexible Dünnschichtsolarzellen erweitern die Anwendungsfelder für die Photovoltaik.

• Aus Biomasse lassen sich durch neue Verfahren wasserstoffreiche Kraftstoffe gewinnen.

• Die Erforschung und Erschließung der Offshore-Windenergienutzung setzt ein außerordentlich großes zusätzliches Potenzial für Deutschlands Energieversorgung frei.

• Eine neue Stimulationstechnologie zur geothermischen Stromerzeugung führt zu Einsatzmöglichkeiten in einer weit verbreiteten geologischen Gesteinsformation. Dadurch wird die Nutzung der Erdwärme an sehr viel mehr Standorten möglich.

• Durch Kommunikations- und Informationssysteme kann die Energieversorgung zukünftig auf die aktuelle Angebots- und Nachfragesituation eingestellt werden. Dies führt zu einer effizienteren Nutzung erneuerbarer Energien.

• Mit Nahwärmesystemen mit saisonalen Speichern kann der Anteil solarer Wärmeenergie am Heizungsbedarf deutlich erhöht werden.

• Solarthermische Kraftwerke haben eine hohe solare Wirtschaftlichkeit, eine sehr gute solare Jahresausbeute, einen relativ geringen Flächenbedarf und einen hohen Wertschöpfungsanteil für die deutsche Industrie.

• Gebäude können durch Solarwärme und mit nur minimalem Stromverbrauch perfekt klimatisiert werden.

Nachhaltigkeit als Leitstrategie für Forschung und Entwicklung

Die Jahrestagung präsentiert moderne Energietechnologien zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Nachhaltigkeit ist die Leitstrategie für den ForschungsVerbund Sonnenenergie zur Erforschung und Entwicklung erneuerbarer Energietechniken. „Wir zeigen, dass Forschung und Entwicklung Technologien hervorbringen, die erneuerbare Energien zuverlässig und mit wachsenden Anteilen in unsere Energieversorgung integrieren“, sagt Prof. Dr. Michael Steiner, der wissenschaftliche Tagungsleiter und Sprecher des HGF Programms Erneuerbare Energien, und betont: „Doch diese nachhaltigen Energietechnologien fallen nicht vom Himmel. Nachhaltigkeit von Techniken entsteht in einem bewussten Zusammenspiel politischer, sozialer, ökologischer und ökonomischer Kräfte. Die Wissenschaftler nehmen diese Prinzipien in ihre Forschungs- und Entwicklungspläne auf, um die Techniken unseren Lebensbedingungen anzupassen, sie umweltfreundlich und wirtschaftlich zu machen. Für diese drängende Aufgabe brauchen wir in Zukunft eine deutlich verstärkte Forschungs- und Entwicklungsförderung.“

Tagungsteilnehmer diskutieren Schlüsselfragen

Ökobilanzen zeigen, welche Ressourcen durch Technologien verbraucht werden, welche Schadstoffe emittiert und wie viel Fläche notwendig ist. Dies sind Gradmesser der Nachhaltigkeit, zu denen ebenfalls die wirtschaftlichen Aspekte wie Marktanteile, Kosten und Arbeitsplätze zählen. Mit diesen Kriterien bewerten die Wissenschaftler die gegenwärtigen Technologien und zeigen auch die Herausforderungen, die auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung noch vor uns liegen. Einige davon werden auf der Tagung in Diskussionsforen offen und intensiv diskutiert:

• Deutschland ist Weltmeister in der Produktion erneuerbarer Energietechniken – rechnet sich eine Vorreiterpolitik?

• Wie grundlastfähig ist die Stromversorgung aus erneuerbaren Energien?

• Werden Speichertechnologien zum springenden Punkt für eine nachhaltige Energieversorgung?

• Wie können dezentrale und zentrale Energieerzeugungstechniken gemeinsam in Energieversorgungssysteme der Zukunft integriert werden?

Handlungsoptionen für jeden Menschen

Im öffentlichen Abendvortrag am 21. September untersucht Dr. Irene Freudenschuss-Reichl „Nachhaltige Entwicklung im Spannungsfeld von Energiebedarf und Umweltschutz“. Die Leiterin der Generaldirektion für Entwicklungszusammenarbeit und internationale Entwicklungspolitik im österreichischen Außenministerium stellt Möglichkeiten internationaler Zusammenarbeit vor zur Lösung des Konflikts zwischen Energienachfrage und Nachhaltigkeit und zeigt Handlungsoptionen für jeden Menschen auf.

Erneuerbare Energien haben das größte energetische und technische Potenzial

Erneuerbare Energien genießen eine außerordentlich hohe soziale Akzeptanz, sie sind umweltfreundlich, global einsetzbar und durch energiepolitische Maßnahmen wirtschaftlich. Erneuerbare Energien haben das größte energetische und technische Potenzial aller bekannten Energieerzeugungstechniken. Daher können sie die Nutzung von Kohle, Erdöl, Erdgas und nuklearen Energien im Strom- und Wärmemarkt schrittweise reduzieren und langfristig vollständig ersetzen. Zusammen mit der Steigerung der Energieeffizienz sind sie eine tragende Säule einer zukunftsfähigen Energieversorgung.

Ausstellung „Nachhaltigkeit im Unterricht“

Die begleitende Ausstellung „Nachhaltigkeit im Unterricht“ präsentiert neue Lehrmaterialien und Demonstrationsexperimente, die Schülern, Auszubildenden und Studenten erneuerbare Energietechnologien nahe bringen. Denn für einen dauerhaften Erfolg der Erneuerbaren sind zukünftig ausreichend Fachkräfte wichtig. Neben den Schülerlaboren der FVS- Mitgliedsinstitute präsentieren auch Firmen und Verbände Unterrichtsmaterialien, Broschüren und Experimentierkästen zu erneuerbaren Energien und zeigen neue Methoden der Fachdidaktik. Die Ausstellung ist öffentlich. Eine Übersicht der Aussteller steht im Internet zur Verfügung unter www.FV-Sonnenenergie.de

Forschung im Verbund, um Nachhaltigkeit mit erneuerbaren Energietechniken effektiv voranzutreiben

Bei der Erforschung und Entwicklung der erneuerbaren Energietechniken geht es nicht nur um die Technikentwicklung für die effiziente Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Im Blickfeld sind auch die Nutzer dieser Technologien mit ihren Anforderungen. Es muss beachtet werden, wer diese Techniken benutzen soll, wie sie eingesetzt werden können, was sie kosten dürfen und wie umweltfreundlich sie sind. Darum führen die Kriterien der Nachhaltigkeit immer wieder zu neuen Forschungsprojekten im FVS, die ökologische, ökonomische und soziologische Vorgaben in den Forschungsprozess integrieren und im Ergebnis neue, verbesserte Eigenschaften der Energietechniken aufweisen.

Der ForschungsVerbund Sonnenenergie bietet hierfür effektive Netzwerke, die die Expertisen verschiedener Disziplinen zusammenzuführen und im Zusammenspiel von Forschung, Entwicklung und Anwendung Nachhaltigkeit beschleunigt voranzutreiben.

PRESSEKONTAKT:
Petra Szczepanski
Öffentlichkeitsarbeit ForschungsVerbund Sonnenenergie
Kekuléstraße 5, 12489 Berlin
Tel. 030/ 8062-1337
Fax 030/ 8062-1333
E-mail: fvs@hmi.de
HINTERGRUND
Der ForschungsVerbund Sonnenenergie ist eine Kooperation außeruniversitärer Forschungsinstitute in Deutschland. Das Themenspektrum reicht von Solarenergie über Wasserstofftechnologie und Geothermie bis hin zur Windenergie.

FVS-Mitgliedsinstitute:

- DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
- FZJ Forschungszentrum Jülich GmbH
- Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme Freiburg
- GFZ GeoForschungsZentrum Potsdam
- HMI Hahn-Meitner-Institut Berlin GmbH
- ISFH Institut für Solarenergieforschung Hameln Emmerthal GmbH
- ISET Institut für Solare Energieversorgungstechnik e.V.
- ZAE Bayern Bayerisches Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V.
- ZSW Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden- Württemberg

Gerd Stadermann | ForschungsVerbund Sonnenenergie
Weitere Informationen:
http://www.fv-sonnenenergie.de

Weitere Berichte zu: Energietechnik Energieversorgung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University
18.10.2017 | Jacobs University Bremen gGmbH

nachricht Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft
18.10.2017 | gbo datacomp GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik