Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

300 Botaniker aus 22 Ländern treffen sich in Bonn

21.09.2006
Es ist das zentrale Gipfeltreffen zum Thema "Biodiversität und Evolution von Pflanzen" im deutschsprachigen Raum: Fast 300 Botaniker aus 22 Ländern treffen sich ab dem kommenden Sonntag, 24.9., an der Universität Bonn. Fünf Tage lang diskutieren die Experten unter anderem über Entstehung, Erfassung und Erhalt der Pflanzenvielfalt auf unserer Erde.

Allein 300.000 verschiedene Blütenpfanzen wachsen auf der Erde. Sie gedeihen in Wüsten, wo ihre Samen Jahrzehnte lang ohne Wasser überdauern können, oder besiedeln gischtumtoste Felsen in tropischen Wasserfällen. Die kleinste misst gerade mal einen Millimeter: die auch in Deutschland heimische Wasserlinse. Fast 1.000mal größer ist die Blüte der südostasiatischen Rafflesia.

Die Vielfalt der Pflanzen verblüfft selbst Experten. Auf dem Internationalen Symposium für Biodiversität und Evolutionäre Biologie geht es unter anderem um die Frage, wie diese Vielfalt auf der Erde verteilt ist - und wie sie entstand. Doch der ökologische Druck auf viele Arten wächst: Noch immer werden tropische Wälder abgeholzt, obwohl in den Tropen zwei Drittel aller Blütenpflanzen wachsen. Auch die durch den Menschen verursachte globale Erwärmung der Erde führt zu so schnellen Umwelt-Veränderungen, dass Pflanzenarten gefährdet werden. Dies ist ein zentrales Problem in Steppengebieten Afrikas, wo sich Wüsten ausbreiten, betrifft aber genauso die Biodiversität europäischer Gebirge.

"Der Erhalt der pflanzlichen Biodiversität ist ein enorm wichtiges Thema", betont Dr. Thomas Borsch vom Bonner Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen. Nicht nur, weil in Pflanzen ungehobene Schätze schlummern können - so liefert ein chinesisches Beifuß-Gewächs eine der momentan wirksamsten Arzneien gegen Malaria. "Blütenpflanzen produzieren an Land auch den Großteil der Biomasse, der Tieren und nicht zuletzt uns als Nahrung dient."

... mehr zu:
»Biodiversität »Pflanzenart

Verräterische Gene

Die Teilnehmer der Tagung diskutieren auch, welches Licht aktuelle Erkenntnisse aus der Genetik auf die Verwandschaftsbeziehungen verschiedener Pflanzenarten werfen. Früher versuchte man, den Lauf der Evolution vor allem aus dem Aussehen der Arten herzuleiten. Seit einigen Jahrzehnten greift man dazu aber mehr und mehr auf Erbgutanalysen zurück. Vereinfacht gesagt: Je ähnlicher das Erbgut, desto näher sind zwei Pflanzen miteinander verwandt.

"Manchmal wirft die genetische Analyse althergebrachte Vorstellungen ziemlich über den Haufen", erklärt Thomas Borsch. Ein Beispiel wird auch auf dem Kongress thematisiert: Neuesten Erkenntnissen zur Folge ist die Lotusblume, eine krautartig wachsende Wasserpflanze, nahe mit den Platanen verwandt, die als Alleebäume so beliebt sind. Von ihrem Aussehen würde das wohl kaum jemand erwarten.

1971 wurde das Symposium für Biodiversität und Evolutionäre Biologie von Heidelberger Forschern ins Leben gerufen. Es fand seitdem alle drei Jahre an wechselnden Orten im deutschsprachigen Raum statt. Schirmherr ist die Sektion Biodiversität und Evolutionsbiologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG). Wie sehr das Feld auch aufgrund neu entwickelter genetischer Methoden boomt, zeigt die Anzahl der Teilnehmer, die mit jeder Auflage neue Höhen erklommen hat. Mit knapp 300 Gästen aus 22 Ländern gilt die Tagung heute als eine der wichtigsten Veranstaltungen zum Thema Biodiversität und Evolution der Pflanzen im europäischen Raum.

Das komplette Tagungsprogramm gibt es auch im Internet:
www.nees.uni-boo.de/symp17
Kontakt:
PD Dr. Thomas Borsch
Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen der Universität Bonn
Telefon: 0228/73 - 2526
Email: symp17@uni-bonn.de

Dr. Andreas Archut | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Berichte zu: Biodiversität Pflanzenart

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte
23.11.2017 | Universität Witten/Herdecke

nachricht IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen
22.11.2017 | Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung