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Virale Infektionen bei sozialen Randgruppen

19.09.2006
Experten beraten im Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg Präventions- und Therapiestrategien bei HIV und Hepatitis

Jahrestagung 2006 der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) unter Mitwirkung der Gesellschaft für Virologie (GfV):

Vom 29. bis 30. September 2006 im Großen Hörsaal der Anatomie, Gebäude 61
"Virale Infektionen, wie beispielsweise HIV, Hepatitis B und C sind in sozialen Randgruppen überdurchschnittlich verbreitet. Die Verhinderung und Verringerung viraler Infektionen stellt gerade in diesem Bereich eine große Herausforderung dar. Mediziner und Wissenschaftler weisen regelmäßig darauf hin, dass die Maßnahmen zur weltweiten Vorbeugung und Therapie bei Infektionskrankheiten verstärkt werden müssen. Beispielsweise müssen in Deutschland Testverfahren und Therapieschemata bei veränderten Viren von Migranten schnellstmöglich angepasst werden", erläutert Professor Dr. Nikolaus Müller-Lantzsch, Direktor des Institutes für Virologie im Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg im Vorfeld des Expertentreffens.

Trotz aller Präventionsbemühungen steigt in den letzten Jahren auch in Deutschland die Rate der HIV Erstinfektionen wieder massiv an und Erkrankungen, wie die Syphilis, die schon fast als ausgestorben galten, haben enorme Zuwachsraten. Zudem werden durch die Migration zwischen Deutschland und Osteuropa in großem Maße Infektionen, wie die Tuberkulose, nach Deutschland importiert. Diese Infektion war hier Anfang des letzten Jahrhunderts von größerer klinischer Bedeutung. Über die Situation in russischen Gefängnissen, in denen bis zu 90% der Häftlinge an Tuberkulose erkrankt sind, wird Professor Koslow aus Moskau berichten.

Der Kampf gegen Infektionskrankheiten ist eine weltweite Herausforderung. Deshalb setzt das umfangreiche Programm der Tagung für Ärzte und Wissenschaftler unter Vorsitz des Präsidenten der DVV, Professor Peter Wutzler, hier entsprechende Schwerpunkte mit Erfahrungsberichten u. a. aus Afrika und Russland.

Der Minister für Justiz, Gesundheit und Soziales, Josef Hecken, wird Grußworte sprechen.

Themen sind u. a.:
- Hepatitis B Impfung im Justizvollzug
- Tuberkulose
- Neue Trends bei HIV, Vorbeugung, Resistenzen
- Antivirale Therapie in Südafrika: Erfolge und Probleme
- Importierte Infektionen, wie West Nil-Fieber, Dengue oder Ebola
- Unbekannte und "emerging"-Erreger, die u. a. durch Veränderungen im Erbgut von Viren oder durch einen Wirtswechsel entstehen und neue Infektionskrankheiten verursachen können.
- Infektionen in der Schwangerschaft bei sozialen Randgruppen
- Prostituierte und Freier: Infektion und Prävention
Soziale und juristische Themen runden das wissenschaftliche Programm ab.
Weitere Informationen:
Professor Dr. Nikolaus Müller-Lantzsch
Institut für Virologie, Universitätsklinikum des Saarlandes
Telefon: 06841 1623931

Saar - Uni - Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de

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