Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neanderthaler als "Europäischer Sonderweg"?

24.07.2006
Momentan treffen sich an der Universität Bonn rund 200 Forscher aus Europa, Asien und den USA, um bei dem Kongress "150 Years of Neanderthal Discovery" die neuesten Forschungsergebnisse zum Neanderthaler zu diskutieren. Inzwischen interessieren sich sogar Genetiker für die mehr als 40.000 Jahre alten Fossilien.

Das klassische Neanderthaler-Skelett, das Arbeiter vor 150 Jahren bei Düsseldorf zu Tage förderten, hat einer ganzen Menschengruppe den Namen gegeben. Früher glaubte man, es handele sich dabei um eine Entwicklungsstufe zum modernen Menschen. Heute sehen Wissenschaftler im Neanderthaler jedoch eine europäische Sonderentwicklung, die wahrscheinlich in einer Sackgasse endete.

Der Kongress widmet sich unter anderem dem möglichen Ursprung dieser Menschengruppe. Von großem Interesse werden dabei auch die jüngst entdeckten "Zwerge" von der Insel Flores sein. Denn erst vor dem Hintergrund aller bislang gefundenen Urmenschen-Reste lässt sich die genaue Stellung der Neanderthaler im Stammbaum des Menschen beurteilen.

Inzwischen weiß die Forschung auch Einiges über die Umweltbedingungen, unter denen der Neanderthaler in Europa gelebt hat. Tier- und Pflanzenreste belegen, dass der "Urmensch" sowohl in warm- als auch in kaltzeitlichen Klimaverhältnissen in Mitteleuropa vorkam. Aus Spurenelementen in den Knochen des Homo neanderthalensis können die Wissenschaftler heute sogar schließen, worin seine hauptsächliche Nahrung bestand. Auskünfte darüber geben auch die vom Neanderthaler gefertigten Gerätschaften aus Stein, von denen bereits eine ganze Reihe gefunden wurden. Aus den archäologischen Spuren versuchen die Forscher zudem, die sozialen Strukturen der Sammler und Jäger zu rekonstruieren.

... mehr zu:
»Neanderthaler

Brandaktuell ist die Frage, wie weit sich die Neanderthaler über mehrere hunderttausend Jahre von den anderen Menschengruppen genetisch isoliert hatten. Besonders heiß diskutiert wird dabei das Verhältnis der Neanderthaler zum modernen Menschen, der vor etwa 35.000 Jahren in Europa auftauchte - also gerade zu der Zeit, als der Neanderthaler verschwand. Hat der moderne Mensch zur Ausrottung des Neanderthalers beigetragen? Oder haben sich die beiden Menschengruppen vermischt? Zur Beantwortung dieser Fragen greift die Wissenschaft mehr und mehr auch auf Analysen des genetischen Materials zurück, das in den gefundenen Knochen die Jahrtausende überdauert hat. Ob Mensch und Neanderthaler zwei getrennte Arten bildeten, die sich nicht mischen konnten, ist zur Zeit noch offen.

Frank Luerweg |
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/
http://www.neanderthal.uni-bonn.de

Weitere Berichte zu: Neanderthaler

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli
26.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS

nachricht Von Batterieforschung bis Optoelektronik
23.06.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie