Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Genforschung für die Seele

17.05.2006


Moderne Konzepte in der Psychiatrie



Erkrankungen der Seele sind auch heute noch eines der großen Tabus unserer Gesellschaft. Und das, obwohl viele Menschen davon betroffen sind. So durchlebt fast jeder fünfte Bundesbürger mindestens einmal in seinem Leben eine behandlungsbedürftige depressive Phase; die weitaus meisten Suizide in Deutschland sind die Folge schwerer Depressionen. Mit den Erkrankten leiden auch ihre Angehörigen. Doch trotz der hohen Zahl direkt Betroffener gibt es noch immer viele Vorurteile - über psychiatrische Erkrankungen wie auch über die Möglichkeiten der Therapie. Unter dem Titel "Genforschung für die Seele" diskutieren deshalb beim nächsten Max-Planck-Forum am 23. Mai in München Professor Dr. Dr. Florian Holsboer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie, und Dr. Christina Berndt, Redakteurin der Süddeutschen Zeitung, über moderne Konzepte in der Psychiatrie.



Florian Holsboer, Chemiker und Mediziner, hat den Denkstil in der Psychiatrie verändert. Heute einer der bekanntesten Depressionsforscher, galt er am Anfang seiner medizinischen Karriere als der "Chemiker auf dem Lehrstuhl für Psychiatrie". Zu ungewöhnlich war der naturwissenschaftliche Ansatz, mit dem er in den achtziger Jahren moderne biochemische und neurobiologische Methoden in die Psychiatrie einführte. Sein Konzept "From bed to bench and back" steht für die enge Verknüpfung von Grundlagenforschung, klinischer Forschung und Patientenbetreuung. Der Weg der wissenschaftlichen Erkenntnis führt für Holsboer vom Krankenbett ins Labor und zurück - zum Wohle seiner Patienten.

Am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München arbeiten Mediziner, Psychologen und Grundlagenforscher aller naturwissenschaftlichen Disziplinen gemeinsam an der Klärung der Ursachen psychiatrischer und neurologischer Erkrankungen und der Entwicklung und Verbesserung möglicher Therapien. In der zum Institut gehörenden Klinik und den angeschlossenen Ambulanzen werden jedes Jahr ca. 1200 Patienten stationär und weitere 5000 ambulant behandelt. Klinische Beobachtungen, die während Diagnose und Therapieprozess gemacht werden, fließen in neue wissenschaftliche Fragestellungen und Konzepte ein; Erkenntnisse der Grundlagenforschung finden direkten Eingang in die Planung der klinischen Studien. Ein Schwerpunkt des Instituts ist die Erforschung der genetischen Grundlagen von Depressionen und Angsterkrankungen mit dem Ziel, "maßgeschneiderte", an das persönliche Genprofil des einzelnen Patienten angepasste, Medikamente entwickeln zu können.

Die Veranstaltung findet statt am Dienstag, 23. Mai 2006 um 19.00 Uhr, Max-Planck-Haus am Hofgarten, Hofgartenstr. 8, 80539 München.

Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, bitten wir um Anmeldung:
Max-Planck-Gesellschaft, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.:089/2108-1296, Email: forum@gv.mpg.de

Dr. Andreas Trepte | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de

Weitere Berichte zu: Genforschung Max-Planck-Institut Psychiatrie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten