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Europa will Nanotechnologie-Netzwerk mit Treffen auf Sizilien stärken

15.05.2006

Das europäische Nanotechnologie-Netzwerk Frontiers (www.frontiers-eu.org) wird am 16. und 17. Mai auf Sizilien zusammentreffen, um die wissenschaftliche Integration seiner Mitglieder zu erörtern. Gemeinsam sollen künftige Forschungsrichtungen beschlossen und der Grundstein für neue internationale Initiativen und Kollaborationen gelegt werden.

Frontiers ist ein Experten-Netzwerk, das von der Europäischen Kommission unterstützt wird. Das vor zwei Jahren ins Leben gerufene Netzwerk soll durch die Integration europäischer Stärken, Einrichtungen und Investitionen den Naturwissenschaften bei der Nanotechnologie eine Führungsposition sichern. Dem Netzwerk gehören zwölf renommierte Institute aus ganz Europa an. Insgesamt 200 Wissenschaftler mit unterschiedlichen Hintergründen tragen hier zu einem beträchtlichen Wissens-Pool bei. Mit seinem integrierten Ansatz will Frontiers die europäische Position in der Nanotechnologie stärken und Europa gegenüber den USA und Japan zu mehr Wettbewerbsfähigkeit in der Forschung und Entwicklung verhelfen.

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Die Nanotechnologie bietet ein enormes Potenzial für alle Branchen und lässt besonders in der Medizin auf vielversprechende Einsatzbereiche hoffen. Ein Ziel des Frontiers-Programms ist die konzentrierte Entwicklung der Nanowissenschaften in Hinblick auf praxisbezogene Probleme, deren Lösung zu vermarktbaren neuen Technologien, Werkzeugen und Geräten führen kann, die wiederum grossen Einfluss auf Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft nehmen. Erst kürzlich führte diese Strategie zur Gründung des ersten Frontiers-Spinoffs Medimate. Medimate entwickelt Elektrolyt-Analysatoren für medizinische Einrichtungen mit derzeitigem Schwerpunkt auf die Erkennung von Lithium im Blut. Lithium ist die bevorzugte Medikation für die Behandlung von Manisch-Depressiven. Aus dem Frontiers-Network sollen in naher Zukunft weitere Firmengründungen hervorgehen.

Folgende Forschungsschwerpunkte mit starkem Praxisbezug stehen bei dem Frontieres-Treffen in Sizilien u. a. auf der Tagesordnung:

- Gezielter Einsatz von Arzneimitteln: Einsatz von massgeschneiderten Nanopartikel-Trägern, die ein Arzneimittel ohne unerwünschte Nebenwirkungen zum letztlichen "Ziel" transportieren können und dort eine selektive Freisetzung des Medikaments ermöglichen, die sogar biologische Barrieren wie die Blut-Hirn-Schranke passieren und so die Behandlung von Gehirntumoren erlauben.

- Biochips und Bio-Arrays: Zur präzisen Erkennung von Genen oder Proteinen mit Applikationen für das Arzneimittel-Screening, klinische Diagnose und die forensische Medizin.

- Biosensoren, die beispielsweise eine oder wenige Schlüsselkomponente(n) in Echtzeit aufzeichnen können (wie Glukose-Sensoren für die automatische Insulin-Verabreichung).

- Regenerative Medizin: Sowohl recht ausgereifte Teilbereiche, wie im Knochen sitzende Implantate (dentale Implantate, künstliche Hüftgelenke, intraokulare Linsen) sowie kaum entwickelte, neue Bereiche wie die Züchtung von stammzellenbasiertem Gewebe.

Monique Snippers | presseportal
Weitere Informationen:
http:// www.frontiers-eu.org

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