Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Berlin fünf Tage in der Hand der Zahnmediziner

25.10.2005


Greifswalder Mediziner organisierte größten deutschen Zahnmedizinerkongress aller Zeiten



Nach drei Jahren Vorbereitungszeit startet an diesem Mittwoch im Internationalen Congress-Centrum einschließlich der Messe in Berlin der bislang größte Zahnmedizinerkongress Deutschlands. Erstmalig nehmen am fünftägigen Deutschen Zahnärztetag alle wissenschaftlichen Gesellschaften der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde teil. Zu der wissenschaftlichen Tagung des Berufsstandes sind zwei Tage vor Beginn bereits mehr als 10 Prozent der 54.000 deutschen Zahnärzte angemeldet. Organisiert wurde der Zahnarztgipfel in der Verantwortung des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), dem Greifswalder Universitätsprofessor Georg Meyer.



Kein anderer Veranstaltungsort wäre geeignet gewesen, die mehr als 5.000 Kongressbesucher, die Symposien und Workshops sowie Industrieausstellungen an einem Standort unterzubringen. Alleine 23 Hotels in Berlin sind zur Beherbergung der Teilnehmer gebucht. Berlin ist somit diese Woche fest in der Hand der Zahnmediziner, die für ihren 1,5 Mio. teuren Kongress das Motto "ZahnMedizin interdisziplinär" gewählt haben. Nicht nur die Tagungsleitung liegt in der Verantwortung führender Greifswalder Wissenschaftler, auch die thematische Schwerpunktsetzung entspricht dem grundsätzlichen Forschungsansatz im Nordosten. Der liegt in der engen Verknüpfung und interdisziplinären Herangehensweise von allgemeinen medizinischen Erkrankungen, die im unmittelbaren Zusammenhang mit gesundheitlichen Problemen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich stehen.

So zeigen aktuelle Forschungsergebnisse, gerade auch der Greifswalder Zahnmedizin (Study of Health in Pomerania/SHIP), Zusammenhänge zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen, Frühgeburten und Lebensführung in Wechselwirkung mit entzündlichen Zahnbetterkrankungen und Zahnverlust. Kopf-, Gesichts- und migräneartige Schmerzen sowie orthopädische Probleme und Tinnitus haben ebenfalls einen hohen Anteil zahnmedizinischer Kausalität. Nächtliches Zähneknirschen mit hyperaktiver Muskulatur, geringen Tiefschlafphasen und Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf) konnten experimentell auf kaufunktionelle Störungen der Zähne zurückgeführt werden. Von lokalen Allergien bis hin zu Schockreaktionen wird ebenso berichtet wie von mikrobiologischen Kariesproblemen und Tumorerkrankungen und deren Therapie im Kiefer- Gesichtsbereich. Psycho-emotionaler Stress zeigt oftmals Wechselwirkungen mit Zähneknirschen und Zahnfleischentzündungen.

Die ganzheitliche Betrachtung der Human- und Zahnmedizin ist vor diesem Hintergrund das zentrale Thema des DGZMK-Präsidenten Prof. Georg Meyer, das sich auf dem Berliner Kongress deutlich widerspiegeln wird. Die Zahnmedizin zeigt, dass Zähne reparieren und ersetzen nur ein kleiner Teil des großen Spektrums der Mundärzte sind. Der Greifswalder Zahnmediziner will mit diesem Deutschen Zahnärztetag das immer stärkere Zusammenwachsen der beiden Grunddisziplinen der Medizin in Lehre, Forschung und Krankenversorgung unterstreichen.

Prof. Dr. Georg Meyer aus Natendorf/Gut Nienbüttel (Lüneburger Heide) wurde am 30. November 1948 in Bad Bevensen (Niedersachsen) geboren. Nach Besuch der Natendorfer Volksschule und dem Abitur am Uelzener Herzog-Ernst-Gymnasium im Jahre 1967 sowie daran anschließender Militärdienstzeit begann er 1970 das Studium der Landwirtschaft und der Zahnmedizin an der Universität Göttingen. Nach Staatsexamen, Promotion und Habilitation sowie einem Forschungsaufenthalt in den USA wurde er 1988 Professor der Zahnmedizin in Göttingen.

1992 erhielt er Rufe auf Lehrstühle an den Universitäten Jena, Freiburg/Breisgau und Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Als überzeugter Norddeutscher folgte er 1993 dem Ruf nach Greifswald und begann mit einigen Gleichgesinnten den Neuaufbau der dortigen Zahnmedizin. Er ist Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in Greifswald und gewählter Kollegiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn (DFG).

Universitätsklinikum Greifswald
Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Direktor: Prof. Dr. Georg Meyer
Rotgerberstraße 8, 17487 Greifswald
T +49 (0)3834/86 71 30
F +49 (0)3834/86 71 71
M +49 (0)171-52 14 942
E gemeyer@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.dental.uni-greifswald.de/abteilung/kons/

Weitere Berichte zu: Kieferheilkunde Wechselwirkung Zahnmedizin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Immunsystem in Extremsituationen
19.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm
19.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise