Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alles in Echtzeit

25.10.2005


Entwickler des Fraunhofer Instituts für Informations- und Datenverarbeitung IITB in Karlsruhe setzen durch den Einsatz der Software-Agenten-Technologie neue Maßstäbe in der vertikalen Integration produktionsnaher Softwaresysteme. Erstmalige Präsentation auf der SPS/IPC/Drives in Nürnberg 22.-24. November 2005, Halle 7A Standnummer 528.



Produktionsmanager und Mitarbeiter in der Fertigung erwarten Informationen über den tatsächlichen Zustand ihrer Fabrik immer schneller und präziser. Noch sind produktionsnahe Softwaresysteme allerdings nicht miteinander verbunden, so daß Informationen aufwendig und zum Teil manuell zusammengeführt und interpretiert werden müssen. Darum entsteht auf der Ebene zwischen Planungssystemen und Maschinensteuerungen eine neue Art produktionsnaher IT-Systeme, für die sich inzwischen der Begriff Manufacturing Execution Systeme (MES) etabliert hat. Dazu Dr. Olaf Sauer vom IITB: "Große Unternehmen haben hunderte von Anwendungen im Einsatz, in denen Daten teilweise doppelt gehalten werden. Die Verbindung dieser Anwendungen würde erhebliche Einsparungen bringen und eine neue Qualität von Informationen über den realen Zustand der Produktion."

... mehr zu:
»ProVis »Produktionsleitsystem


Software-Agenten sind eine vielversprechende Technologie, um MES-Komponenten miteinander zu verbinden. Ausgehend von ihrem langjährigen Know-how aus der Entwicklung verteilter Echtzeitanwendungen setzen die Mitarbeiter des Fraunhofer IITB erstmalig Software-Agenten in einem Leitsystem ein. Mit ProVis.Agent, dem ersten agentenbasierten Produktionsleitsystem speziell für den Einsatz in der Automobil- und zulieferindustrie, ist dem Fraunhofer IITB damit ein Durchbruch gelungen.

Die Agententechnologie ermöglicht es den Fahrzeugherstellern, existierende Einzelsysteme an das Produktionsleitsystem zu koppeln, z.B. Fahrzeugidentifikation, Werkerinformation, Logistiksysteme und Digitale Fabrik. Die Software-Agenten übernehmen dabei die Erkennung neuer Systemkomponenten. Ähnlich wie wir es von unserem PC schon gewöhnt sind, übernehmen diese kleinen elektronischen Service-Programme selbständig die Verknüpfung der einzelnen Schnittstellen oder verknüpfen selbständig Daten aus den angeschlossenen Systemen.

Die Wettbewerbsfähigkeit in der Automobilfertigung hängt entscheidend von der Flexibilität und Robustheit der Fertigungssysteme ab. Eine Unterbrechung des Produktionsprozesses muss unter allen Umständen vermieden werden, trotzdem sollte auf Änderungen oder Störungen möglichst schnell reagiert werden. Eine Hauptschwierigkeit ist in diesen äußerst komplexen Systemen die Konfiguration und Integration neuer Komponenten.

Die Digitale Fabrik, heute hauptsächlich zur Planung neuer Anlagen und Fabriken eingesetzt, wird bald bis in den Anlagenbetrieb hineinreichen. Der Anlauf und die permanente Verbesserung von Anlagen wird auch die Betriebs- und Produktionsleitsysteme einbeziehen. Bereits heute ist es möglich, aus der Digitalen Fabrik SPS-Programme zu erzeugen und zu simulieren. Die Systemintegration zwischen Planungs- und Automatisierungswelt ist der logische nächste Schritt. Das Fraunhofer IITB nutzt die Technologie der Software-Agenten dazu, genau diese Integration voranzutreiben.

Damit der Leitwarten-Ingenieur die Vorgänge in der Fabrik komfortabel beobachten kann, haben die Fraunhofer Spezialisten auch ein Visualisierungs-Tool, ProVis.Visu, als weitere Echtzeitkomponente entwickelt.

ProVis.Agent basiert auf dem bewährten ProVis.NT, dem Leitsystem, das beispielsweise im Werk Bremen der Daimler-Chrysler AG zur Steuerung und Überwachung der Produktionsanlagen eingesetzt wird. Bereits mit diesem Vorgängersystem wurden in punkto Flexibilität, Erweiterbarkeit und Echtzeitverarbeitung von sehr großen Datenmengen neue Maßstäbe gesetzt. Das System ProVis.Agent wurde im Rahmen des FISITA 2004 World Automotive Congress in Barcelona mit dem 2. Advanced Production & Logistics Award ausgezeichnet.

Weitere Einsatzmöglichkeiten des Systems sehen die Entwickler bei automatisierten Anlagen, z. B. für Automobil-Zulieferer, Gießereien, Stahlindustrie, Luft- und Raumfahrt.

Kontakt:
Dr.-Ing. Olaf Sauer
Fraunhofer IITB
Leiter des GF Leitsysteme

Fraunhoferstraße 1
76131 Karlsruhe
sauer@iitb.fraunhofer.de
07 21/60 91-477

Sibylle Wirth | idw
Weitere Informationen:
http://www.iitb.fraunhofer.de/?8970
http://www.iitb.fraunhofer.de/?8272

Weitere Berichte zu: ProVis Produktionsleitsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz
24.01.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme
24.01.2017 | Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie