Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bessere Wasch - und Reinigungsmittel fordern die Wissenschaft

10.10.2005


In Würzburg findet vom 12. bis 14. Oktober 2005 die erste European Detergents Conference (EDC) statt. Angesichts zunehmend internationaler Märkte diskutieren die über 1000 Kongressteilnehmer aus Hochschule, Industrie und Verwaltung Ergebnisse zu forschungs-, entwicklungs- und anwendungsorientierten Themen der Wasch- und Reinigungsmittelchemie. Um diese europäische Plattform zu bieten, haben die Fachgruppe Waschmittelchemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und die SEPAWA, die Vereinigung der Seifen-, Parfüm- und Waschmittelfachleute, ihre eigenen, bislang eher national ausgerichteten Jahrestagungen zusammengelegt. So werden in Würzburg Entwicklungen zu Inhaltsstoffen für Wasch- und Reinigungsmittel ebenso vorgestellt, wie Entwicklungen in der europäischen Gesetzgebung und in den Konsumentenbedürfnissen. Ziel ist es, das aktuelle, vielschichtige Wissen zusammenzuführen, um Produkte entwickeln zu können, die den Erwartungen des europäischen Marktes hinsichtlich Leistung, Wirtschaftlichkeit und Umwelt- und Verbraucherverträglichkeit gerecht werden.



Die Wasch- und Reinigungswirkung wird insbesondere von den Tensiden bestimmt. Sie setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab und verbessern so die Benetzung von textilen und harten Oberflächen, um den Schmutz zu entfernen. Die chemische Struktur der Tenside bestimmt wesentlich ihre Eigenschaften und Verwendung. Darüber hinaus verlangt die neue europäische Detergenzien-Verordnung vom 8. Oktober 2005 den Nachweis der vollständigen biologischen Abbaubarkeit von Tensiden beim Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln. So bleiben die Tensidforschung und die Entwicklung neuer Tensidsysteme und -formulierungen nach wie vor ein hochdynamisches Arbeitsgebiet. Im Rahmen der EDC werden beispielsweise neue Tenside auf Naturstoffbasis vorgestellt, die umweltverträglich und biologisch abbaubar sind. Ziel dieser Forschung sind maßgeschneiderte Tensidsysteme für die jeweiligen Anwendungen, die weit über die Anwendung in Wasch- und Reinigungsmitteln hinausgehen.

... mehr zu:
»Reinigungsmittel


Ein ebenfalls sehr breites Anwendungsspektrum weisen die Silicone auf. In Waschmitteln übernehmen sie die wichtige Aufgabe der Schaumkontrolle und schonen die Textilien beim Waschen. Das liegt an den einzigartigen physikalisch-chemischen Eigenschaften der Silicon-Polymeren, die in ihrem Aufbau und in ihrer Funktionalität immer noch weiter optimiert werden. Andere Polymere, sogenannte amphotere Polymere, finden verstärkt in Reinigungsmitteln für Oberflächen Anwendung. Sie werden von den zu reinigenden Oberflächen adsorbiert, bringen verstärkten Glanz, lösen Schmutz besser ab, bewirken danach gute Schmutzabweisung und beeinflussen das Trocknungsverhalten positiv.

Die Entwicklung von Bleichmitteln in Waschmitteln hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Insbesondere durch den Einsatz von Bleichaktivatoren können Bleichmittel heute schon bei niedrigen Waschtemperaturen eingesetzt und deren Wirkung verstärkt werden. Die dadurch erreichte Energieeinsparung sowie der verminderte Einsatz von Bleichmitteln sind aus ökologischen Überlegungen, im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung, sehr zu begrüßen. Ein Beispiel für ein Bleichmittel, das den Eintrag in die Umwelt verringern hilft sowie zur Energie-, Wasser und Zeitersparnis führt, ist die PAP (Phthalimido-peroxy-hexanao-Säure).

Die Themenpalette in Würzburg ist groß. Da geht es des weiteren u.a. um ein neues Liposomen-Konzept für die Wäschepflege, um die "Macht der Farbe" in Waschmitteln und Reinigern. Übergreifend befasst sich der Kongress auch mit der Marktentwicklung und der Frage "Premium oder billig?", mit der amtlichen Überwachung und neuen europäischen Gesetzen und Gesetzesvorhaben, Stichwort: REACH.

Die GDCh-Fachgruppe Waschmittechemie verleiht anlässlich der European Detergents Conference erneut ihren Förderpreis im Bereich der Grundlagenforschung an Nachwuchswissenschaftler. Er geht in diesem Jahr an Frau Dr. Judith Schulze-Schlarmann, Hannover, in Anerkennung ihrer innovativen und breit angelegten Arbeiten über die Eigenschaften dünner Flüssigkeitsfilme. Die Bedeutung dieser Arbeiten liegt in der verbesserten Möglichkeit, die Eigenschaften von Oberflächen, Filmen und Schäumen durch gezielte Veränderung der Tensidstruktur zu steuern.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker gehört mit rund 27.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Als Forum für den wissenschaftlichen Meinungs- und Erfahrungsaustausch aller mit den Problemen der Waschmittelchemie befassten Chemiker und Techniker aus Universitäten und Forschungsinstituten, von Behörden und aus der Rohstoff- und Waschmittelindustrie wurde die Fachgruppe "Waschmittelchemie" 1974 als 15. von heute 25 Fachgruppen und Sektionen der Gesellschaft Deutscher Chemiker gegründet. Zur Zeit hat die Fachgruppe rund 370 Mitglieder. Der Vorstand der Fachgruppe ist kompetenter und gesuchter Gesprächspartner für nationale und übernationale Behörden in allen Fragen der Umwelt- und Verbrauchersicherheit bei Wasch- und Reinigungsmitteln.

Kontakt:
Dr. Renate Hoer
Gesellschaft Deutscher Chemiker
Öffentlichkeitsarbeit
Postfach 900440
60444 Frankfurt
Tel.: 069/7917-493
Fax: 069/7917-307
E-Mail: r.hoer@gdch.de

Dr. Renate Hoer | Gesellschaft Deutscher Chemiker
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

Weitere Berichte zu: Reinigungsmittel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht »Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung
19.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht MES-Special für Controller und Produktionsmanager in Hoffenheim sehr gut gebucht
04.09.2017 | gbo datacomp GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie