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Wunscherfüllende Medizin

02.09.2005


Wissenschaftlicher Kongress an der Universität Witten/Herdecke vom 29. September bis 1. Oktober 2005

„Wunscherfüllende Medizin“ heißt ein wissenschaftlicher Kongress, den die Universität Witten/Herdecke in Verbindung mit der Göttinger Akademie für Ethik in der Medizin vom 29. September bis 1. Oktober 2005 ausrichtet, und mit dem sie ein Zeichen setzen will im Diskurs der Medizin und der Medizinethik.

Das Thema "Wunscherfüllende Medizin" bezeichnet Auflösungstendenzen der herkömmlichen, an der Heilung kranker Menschen orientierten Medizin. Immer bedeutsamer, nicht zuletzt wirtschaftlich, werden heute aber medizinische Dienstleistungen auf persönlichen Wunsch, die man auch ohne Krankenschein kaufen kann. Sie dienen eher der Selbstverwirklichung gesunder Menschen (z.B. Schönheitschirurgie). Eine weitere Dimension des Themas sind medizinische Utopien über „Enhancement“, die gezielte Verbesserung der menschlichen Konstitution (z.B. Neuro-Enhancement.) Diese Entwicklungen sind zwiespältig. Kurzlebige Moden greifen immer tiefer in die Verwendung des medizinischen Wissens ein. Wird die Medizin dadurch zur Magd der Kulturindustrie?

Eröffnet wird die Tagung mit einer öffentlichen Abendveranstaltung im Wittener Rathaussaal: Dietrich Grönemeyer, Mikrochirurg und Professor an der Universität Witten/Herdecke, wird mit dem Leiter der Europäischen Akademie für Technikfolgenforschung und Professor an der Universität Essen-Duisburg, dem Philosophen Carl F. Gethmann, über den Beitrag der modernen Medizin zum gelingenden Leben diskutieren. Im weiteren Verlauf der Tagung gibt es u.a. eine Podiumsdiskussion mit Prof. Jörg-Dietrich Hoppe, dem Präsidenten der Bundesärztekammer, zur aktuellen Kontroverse über individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL). Kunststudierende der Fachhochschule Dortmund beteiligen sich am Kongress mit einer Photoausstellung zur Schönheitschirurgie.

| Universität Witten/Herdecke
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de

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