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Initiativen auf dem langen Weg zur Sicherung des digitalen Gedaechtnisses

31.08.2005


"Information Lifecycle Management" als Strategie der Langzeiterhaltung elektronischer Daten / iPRES - International Conference on Preservation of Digital Objects am 15. und 16. September 2005 in Goettingen

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Elektronische Veroeffentlichungen im "Web" veraendern das Aufgabenprofil von Bibliotheken enorm, weil herkoemmliche "Selektionsstrategien" durch Verlage in diesen Ablaeufen nicht mehr greifen. Und auch technische Probleme stellen sich neu, wenn sicher gestellt werden soll, dass das, was heute im Internet als Ergebnis kostspieliger Forschung und Entwicklung publiziert wird, auch morgen und vor allem uebermorgen noch zur Verfuegung steht. Jeder kennt die Situation, wenn Weblinks "ins Leere laufen", Datentraeger nicht mehr lesbar sind oder das System die alten Dateiformate nicht mehr erkennt. Reinhard Altenhoener, Chef der Informationstechnik der Deutschen Bibliothek und Leiter des Projekts "Kooperativer Aufbau eines Langzeitarchivs digitaler Informationen (kopal)" erlaeutert die vielschichtige Thematik in seinem Beitrag zur "International Conference on Preservation of Digital Objects" (iPRES, 15. / 16. September in Goettingen) am Beispiel der Situation der Bibliotheken in Deutschland, die sich die "Bewahrung des kulturellen Erbes" zum Ziel gesetzt haben.

Die Deutsche Bibliothek hat in ihrer Funktion als Nationalbibliothek zwei Initiativen mit unterschiedlichen Beteiligten, auch aus dem Bereich der Museen und Archive, ins Leben gerufen: Einerseits den Aufbau des institutionenuebergreifenden Kompetenznetzwerks "nestor" fuer Fragen der Langzeitarchivierung (www.langzeitarchivierung.de), und komplementaer dazu das innovative Forschungsprojekt kopal (www.kopal.langzeitarchivierung.de). Beide Aktionslinien sind "auf einem guten Weg", wie Altenhoener findet: "Wir haben das Glueck, dass dies in Deutschland erkannt worden ist und wir mit Unterstuetzung des BMBF (Bundesministerium fuer Bildung und Forschung) zwei grosse nationale Initiativen zur Sicherung der Langzeitverfuegbarkeit digitaler Publikationen durchfuehren koennen."


Ergebnisse der beiden Projekte werden im Rahmen der iPRES- Konferenz praesentiert. Insbesondere wird es dabei auch darum gehen, wie das Arbeitsumfeld in den Bibliotheken an die neuen Anforderungen angepasst werden kann. In seinem Beitrag "Information Lifecycle Management and long term preservation - technical aspects of workflow organization" beleuchtet Altenhoener ausgehend von dem im privatwirtschaftlichen Umfeld gaengigen Begriff des Information Lifecycle Managements (ILM) die veraenderten Anforderungen an Systeme und bildet sie auf die reale Situation der Deutschen Bibliothek bzw. generell auf Institutionen mit Archivierungsauftrag ab. "Welche Richtlinien, Methoden und Instrumente sind geeignet, um fuer die digitalen eine kosteneffektive Infrastruktur bereitzustellen und wie gehen wir mit den Daten und Werkzeugen strukturiert um?" und "Wie integrieren wir diese neuen Mittel und Werkzeuge in die Arbeitsprozesse der Bibliotheken?" sind in diesem Zusammenhang wesentliche Fragen.

Zur Person:

Reinhard Altenhoener ist Leiter der Abteilung Informationstechnik der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main. Er leitet das BMBF-Projekt "Kooperativer Aufbau eines Langzeitarchivs digitaler Informationen (kopal)". Die Deutsche Bibliothek ist fuer die Sammlung, Erschliessung und Archivierung der deutschsprachigen Literatur ab 1913 zustaendig. Demnaechst soll ihr Auftrag auch auf Online- Publikationen erweitert werden. Die Bibliothek ist ausserdem federfuehrender Partner in der deutschen Regelwerks- und Normierungsarbeit sowie massgeblich an der Entwicklung internationaler Standards beteiligt.

Zur Veranstaltung:

iPRES ist Teil einer Serie internationaler Konferenzen zur digitalen Langzeitarchivierung und soll Experten Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch geben. Die Konferenz wird mit internationaler Unterstuetzung im Rahmen des Projekts "nestor - Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung" von der Niedersaechsischen Staats- und Universitaetsbibliothek Goettingen organisiert. Das Bundesministerium fuer Bildung und Forschung (BMBF) sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sind Foerderer der Veranstaltung.

Weitere Informationen ueber das Tagungsprogramm, den Veranstaltungsort und Informationen zu Referenten stehen online auf www.langzeitarchivierung.de/ipres. Dort ist auch die Online-Registrierung fuer die Teilnahme moeglich. Die regulaere Teilnahmegebuehr betraegt bei Anmeldung vor dem 4. September 2005 inklusive aller Angebote des Rahmenprogramms 120 Euro, die Unterkunft kann in ausgewaehlten Hotels noch bis zum 31. August 2005 zu einem verguenstigten Tarif gebucht werden. Weitere Auskuenfte erteilt Dr. Heike Neuroth, Niedersaechsische Staats- und Universitaetsbibliothek Goettingen, E-Mail neuroth@sub.uni-goettingen.de, Tel. 0551/39-3866.

Michael Kip | Kompetenznetzwerk Langzeitarchiv
Weitere Informationen:
http://www.langzeitarchivierung.de

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