Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Allergien auf dem Vormarsch

30.06.2005


Allergische Krankheiten wie Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis haben in den letzten Jahrzehnten national wie international so dramatisch zugenommen, dass Experten von epidemieähnlichen Zuständen sprechen. An Heuschnupfen leidet in Deutschland inzwischen jeder Vierte. Weltweit leiden etwa 22 Prozent der Bevölkerung an allergischer Rhinitis, so die Fachbezeichnung. Die Anzahl der Asthmapatienten schätzt der Präsident der World Allergy Organization (WAO), Professor Carlos E. Baena-Cagnani aus Argentinien, aktuell auf 300 Millionen. In Deutschland sind bis zu 4,4 Prozent der Erwachsenen und etwa drei bis sieben Prozent der Kinder und Jugendlichen an Asthma erkrankt, das in 85 Prozent der Fälle durch eine Allergie verursacht wird. "Unsere bisherigen Präventionsempfehlungen haben den Anstieg allergischer Erkrankungen bisher nicht aufhalten können. Umso wichtiger ist es, dass wir die Forschungsanstrengungen hinsichtlich der Allergenkarenz und der präventiven Wirkung schützender Faktoren weiter verstärken", sagte Professor Ulrich Wahn, Präsident der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) in München.

Verlust an Lebensqualität

Allergien sind keine Bagatellerkrankungen. In Deutschland sterben an Asthma jährlich 2.700 Menschen, weltweit mehr als 180.000 Menschen. Zudem haben allergische Erkrankungen großen Einfluss auf die Lebensqualität: Das soziale Leben leidet, Kinder haben häufig Lernschwierigkeiten, und bei Erwachsenen kann die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sein, bis hin zur Arbeitsunfähigkeit. Abgesehen von den einschneidenden Veränderungen im Leben der Patienten stellen allergische Erkrankungen eine extreme volkswirtschaftliche Belastung dar. So belaufen sich die jährlichen Gesamtkosten, die weltweit durch Heuschnupfen verursacht werden, auf rund 16,5 Milliarden Euro. Die jährlichen durch Asthma verursachten Kosten liegen allein in den USA bei rund 10,5 Milliarden Euro. Es besteht also dringender Handlungsbedarf. Doch die Bedeutung allergischer Erkrankungen wird immer noch unterschätzt.

Problembewusstsein schärfen

"Allergien sind die Epidemien des 21. Jahrhunderts, wir müssen das Problembewusstsein überall auf der Welt schärfen", sagte Professor Carlos E. Baena-Cagnani, Präsident der WAO, heute in München. Deshalb wurde der 8. Juli 2005 zum Welt-Allergie-Tag erklärt. Der Welt-Allergie-Tag bezieht sich auf das von der WHO und der WAO ins Leben gerufene Projekt "Prävention von Allergien und allergischem Asthma". Die Zielsetzung: Der Welt-Allergie-Tag soll dazu beitragen, auf breiter Basis das Problembewusstsein in punkto Allergien zu schärfen und fundierte Informationen darüber zu verbreiten, wie man allergischen Erkrankungen vorbeugen und ihren Verlauf abmildern kann. Das Informationsangebot richtet sich an Ärzte und Patienten, aber auch an Gesunde.

"Das Wohl der Patienten liegt uns sehr am Herzen," erklärte Professor Johannes Ring von der Technischen Universität München, Gastgeber des Welt-Allergie-Kongresses in den Münchener Messehallen. Gemeinsam mit Psychologen, Pädagogen und Vertretern von Patientenorganisationen arbeitet Professor Ring an einem Schulungsprogramm für Patienten. "Wir müssen die Allergie-Patienten dazu befähigen, Ihre Krankheit selbst besser in den Griff zu bekommen," so Professor Ring weiter. Je mehr der Patient über seine Krankheit wisse, umso größer seien seine Chancen, ohne große Beeinträchtigung der Lebensqualität leben und arbeiten zu können. "Wir sollten jeden Patienten zu seinem eigenen Arzt machen," erläuterte Professor Ring.

EAACI-Präsident Professor Wahn hofft, dass der Welt-Allergie-Tag dazu beiträgt, das öffentliche Bewusstsein für allergische Erkrankungen zu stärken. "Meine Vision ist, dass beim Welt-Allergie-Tag in zehn Jahren viele Fragen, die uns heute noch beschäftigen, beantwortet sind. Ich bin davon überzeugt, dass wir dann für viele Probleme im Bereich Allergien Lösungen haben und dass es uns dann gelungen ist, die Epidemie zu stoppen."

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.mastermedia.de

Weitere Berichte zu: Asthma WAO Welt-Allergie-Tag

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht
05.12.2016 | Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

nachricht Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel
02.12.2016 | Münchner Kreis

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften