Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Anden als natürliches Labor der Geowissenschaften

20.04.2005


Abschlusskolloquium des Sonderforschungsbereichs „Deformationsprozesse in den Anden“ / Zwölf Jahre Andenforschung

Am 21. und 22. April treffen sich 180 Geowissenschaftler im Potsdamer GeoForschungsZentrum (GFZ) zu einem internationalen Anden-Symposium. Die Forscher beschäftigen sich mit den unterschiedlichsten geowissenschaftlichen Fragestellungen Lateinamerikas. Spezieller Schwerpunkt der Tagung sind die Schlüsselprozesse, die zum Aufbau der Anden führen.

Dieses Treffen ist Abschluss-Symposium und Schlussbegutachtung des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft seit 1993 geförderten Sonderforschungsbereichs (SFB 267) „Deformationsprozesse in den Anden“. „Durch diesen Sonderforschungsbereich, der von der Freien Universität Berlin, der Technischen Universitä Berlin, der Universität Potsdam und dem GFZ Potsdam getragen wird, hat sich der Raum Berlin-Potsdam zum zentralen deutschen Standort für die Andenforschung entwickelt“, erklärt Professor Rolf Emmermann, Vorstandsvorsitzender des GFZ Potsdam. „Gerade durch die Interdisziplinarität der Forschung im SFB Anden konnten hier einzigartige Einsichten in die grundlegende Prozesse gewonnen werden, die unseren dynamischen Planeten antreiben.“

Die Anden – ein natürliches Labor der Geowissenschaften

Die Anden entstehen durch den Zusammenstoß des ostwärts driftenden Pazifikbodens mit Südamerika. Sie sind die längste Gebirgskette der Erde, das Anden-Altiplano ist das zweithöchste Plateau der Erde. Durch den Verschluckungsprozess (Subduktion) des Ozeanbodens ergeben sich Massenverlagerungen, Deformationen des Kontinents, explosiver Vulkanismus und Erdbeben: das stärkste je gemessene Erdbeben mit der Magnitude Mw=9,5 hat im südlichen Zentralchile stattgefunden. Die Möglichkeit, ein derartig komplexes Geschehen interdisziplinär vor Ort untersuchen zu können, macht den andinen Kontinentalrand bei einer Länge von über 7000 km mit einer breiten Variabilität der Randbedingungen zu einem idealen natürlichen Labor. Die verschiedenen, hier angewandten Fachdisziplinen der Geowissenschaften wie Geophysik, Geologie, Petrologie, Vulkanologie, Geochronologie, Geodynamik, Tektonik, Paläontologie, Sedimentologie, Paläoklima, Geomorphologie, Naturgefahren und Lagerstättenerkundung spiegeln sich im Katalog der Forschungsarbeiten wider, die der SFB Anden bearbeitet.

Umfangreiche Forschungsergebnisse

Seit Beginn der Arbeiten im Jahre 1993 hat der SFB Anden beträchtliche Ergebnisse produziert. „Bisher sind 75 Doktorarbeiten aus diesem Forschungsbereich entstanden, weitere 15 sind noch in Arbeit“, zählt Professor Onno Oncken vom GFZ Potsdam, Sprecher des SFB Anden, auf. „Rund 400 wissenschaftliche Publikationen in hochrangigen Fachzeitschriften sind veröffentlicht worden.“ Dass diese Forschungsergebnisse zum Teil auch auf harter körperlicher Arbeit beruhen, ist ein typisches Merkmal geowissenschaftlicher Feldarbeit: „In den Anden sind wir mit unseren Fahrzeugen rund drei Millionen Kilometer im Feld gefahren und haben dabei 18 Geländewagen verschlissen, und dies ohne Unfälle mit ernsthaften Verletzungen“, ergänzt Dr. Peter Wigger von der Freien Universität Berlin, der seit Anbeginn Wissenschaftlicher Sekretär des Anden-SFB ist. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat mit insgesamt über 17 Mio. Euro den SFB Anden gefördert, hinzu kamen weitere erhebliche finanzielle Zuwendungen durch die beteiligten Institutionen (GFZ Potsdam, FU Berlin, Technische Universität Berlin, Universität Potsdam, Humboldt Universität Berlin). Aktuell hat der SFB über 100 Mitglieder, im gesamten Verlauf über die Jahre 1993 bis 2004 waren es über 200 Mitglieder. Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen gingen aus seiner Arbeit hervor, so u.a. die Ehrung von Professor Oncken und Professor Strecker (Universität Potsdam) mit dem Leibniz-Preis 1997 und 2004. Insbesondere zum neuen Verständnis der Prozesse der Gebirgsbildung haben die Arbeiten beigetragen. Zweihundert Jahre nach der Südamerikareise Alexander von Humboldts steht das Kolloquium des Anden-SFB in der Tradition der deutsch-lateinamerikanischen geowissenschaftlichen Zusammenarbeit.

Franz Ossing | GFZ - Pressebüro
Weitere Informationen:
http://www.gfz-potsdam.de

Weitere Berichte zu: Geowissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von Batterieforschung bis Optoelektronik
23.06.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht 10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge
22.06.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften