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10. Handelsblatt Jahrestagung "Pharma 2005"

21.02.2005


16. und 17. März 2005, Dorint Sofitel Schweizerhof Berlin

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Unruhe in der Pharma-Branche

Die Deckelung der Preise patentgeschützter Arzneimittel ohne therapeutischen Zusatznutzen bleibt erhalten. Während sich die Bundesregierung dadurch Einsparungen bis zu 600 Millionen Euro erhofft, reagierte die Pharmaindustrie enttäuscht. Sie befürchtet Beeinträchtigungen im Bereich Forschung und Entwicklung. Über die Auswirkungen der Festbetragsregelung diskutieren auf der 10. Handelsblatt Jahrestagung „Pharma 2005“ am 16. und 17. März 2005 über 20 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Weitere Themen des etablierten Branchen-Treffs der pharmazeutischen Industrie sind unter anderem die Arbeit des Instituts für Qualität und Gesundheitswesen (IQWiG), die Bedeutung von Biotechnologie für die Pharmaindustrie sowie die Chancen und Risiken auf dem chinesischen Markt.


Das IQWiG entstand in Anlehnung an das National Institute of Clinical Excellence (NICE). Der Vorsitzende des britischen Gesundheitsinstituts Andrew Dillon zieht ein Resümee der ersten fünf Jahre und geht auf die Kernaufgaben seines Instituts ein. Wie sich die Arbeit des Instituts weiter entwickelt, ob die gesetzten Ziele erreicht wurden und welche Bedeutung den Empfehlungen des Instituts zugesprochen wird, erläutert Prof. Martin Buxton (Health Economics Research Group, Brunel Universitiy). Über die Aufgaben des IQWiG und des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hinsichtlich der Nutzenbewertung von Arzneimitteln referiert Dr. Rainer Hess (Unparteiischer Vorsitzender, Gemeinsamer Bundesausschuss der Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen). Dr. Stefan Oschmann (Hauptgeschäftsführer MSD Deutschland) legt dar, dass in der pharmazeutischen Industrie weltweit keine Zweifel bestehen, dass Nutzenbewertung einen Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Versorgung leisten kann. Diese müsse jedoch pluralistisch, fair und transparent und vor allem auf Qualitätsziele hin durchgeführt werden. Auch müsse die Nutzenbewertung so strukturiert sein, dass Willkür, Preisregulierungen durch die Hintertür und damit verzögerter Zugang zu Medikamenten ausgeschlossen sind.

Unter dem Titel „Festbeträge und Patente: Neue Rahmenbedingungen für den Pharma-Markt“ diskutieren Roland Lederer (Geschäftsführer, NDC Health GmbH & Co. KG) und Philip Burchard (Geschäftsführer, AstraZeneca GmbH) den Strukturwandel auf dem Arzneimittelmarkt. Im Detail gehen sie auf Preisbildung, Entwicklung des Versandhandels, Stellenwert des Patentschutzes und die langfristige Sicherstellung der Arzneimittelversorgung ein.

Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker (Präsident, DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft) spricht in seinem Eröffnungsvortrag über die klinische Forschung in Deutschland und geht auf die Perspektiven für den Nachwuchs ein. In Deutschland habe die Klinische Forschung zwar in einigen Bereichen den internationalen Standard erreicht, erklärte Winnacker, die gelegentlichen Spitzenleistungen können aber eine weit verbreitete Mittelmäßigkeit nicht kompensieren. Im internationalen Ranking der Klinischen Forschung erreiche Deutschland keinen besseren als Platz 16 unter den 29 OECD-Ländern. Ursache hierfür sind vor allem auch strukturelle Probleme.

Ein Praxisbeispiel einer Kooperation im BioTech-Bereich stellt Dr. Wolfgang Söhngen (CEO, PAION AG) vor. PAION und Forest Laboratories, ein amerikanischer Pharmakonzern, haben eine Vereinbarung über die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung eines Medikaments zur Behandlung und Prävention von Schlaganfällen geschlossen. Das Medikament soll voraussichtlich im Jahr 2008 zugelassen werden. Der IPO des Biotechnologieunternehmens PAION letzte Woche wurde bisher als Erfolg bezeichnet.

Das europäische Krankenhauskonzept im chinesischen Markt stellt Dr. Cornelius Glismann (Direktor Krankenhausinfrastruktur, LBK, Hamburg) vor. Glismann hatte bei seinen Besuchen in China eine hohe Wertschätzung für deutsche Produkte erfahren. Auch deutsche Medizintechnik könne demnächst verstärkt in chinesischen Krankenhäusern zum Einsatz kommen, meinte er.

Das vollständige Programm ist im Internet abrufbar unter: http://vhb.handelsblatt.com/pr_pharma

Claudia Büttner
Leiterin Presse/Internet
EUROFORUM Deutschland GmbH
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40549 Düsseldorf
Tel.: +49 (0) 211/96 86- 3380
Fax: +49 (0) 211/96 86- 4380
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Handelsblatt

Das Handelsblatt, gegründet 1946, ist die größte Wirtschafts- und Finanzzeitung in deutscher Sprache. Rund 200 Redakteure, Korrespondenten und ständige Mitarbeiter rund um den Globus sorgen für eine aktuelle, umfassende und fundierte Berichterstattung. Für Entscheider zählt die börsentäglich erscheinende Wirtschafts- und Finanzzeitung heute zur unverzichtbaren Lektüre: Laut Leseranalyse Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung (LAE) 2003 erreicht das Handelsblatt 238.000 Entscheider, das entspricht 11 Prozent.

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Dr. phil. Nadja Thomas | EUROFORUM Deutschland GmbH
Weitere Informationen:
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