Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zweieinhalb Jahre Umweltsensor SCIAMACHY

25.11.2004


Am 7. Dezember 2004 treffen sich im Gästehaus der Universität Bremen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Deutschland, sowie Vertreter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) zum 5. Deutschen SCIAMACHY Validationsteam Meeting. Schwerpunkt dieses gemeinsamen Treffens wird die Vorstellung der Projektergebnisse sein, die während der letzten zweieinhalb Jahre gewonnen wurden. Insgesamt wurden 23 Einzelprojekte in ganz Deutschland vom DLR gefördert, um die Datenqualität des Umweltsensors SCIAMACHY zu untersuchen. Wissenschaftler des Instituts für Umweltphysik unter der Leitung von Professor John Burrows sind bei der Auswertung maßgeblich beteiligt. Professor Burrows ist Initiator und wissenschaftlicher Leiter des SCIAMACHY Projektes.

... mehr zu:
»SCIAMACHY »Umweltsensor

Der Atmosphären-Sensor SCIAMACHY (Scanning Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric Chartography) befindet sich an Bord des europäischen Umweltsatelliten ENVISAT, der seit März 2002 die Erde umkreist. SCIAMACHY, ein Atmosphären-Sensor der neuesten Generation, ist in der Lage vom All aus Phänomene wie das stratosphärische Ozonloch, die Emission von Umweltschadstoffen in die Atmosphäre durch menschliche und natürliche Prozesse wie beispielsweise Emissionen aus Industrie und Verkehr, Waldbrände, Vulkanausbrüche oder Blitze zu erfassen. Ein wichtiger Schwerpunkt der Nutzung der SCIAMACHY- Daten ist die Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Luftverschmutzung, globaler Erwärmung und Stratosphärenchemie und -physik. Die gewonnenen Messwerte zum Zustand der Atmosphäre werden in aufwendigen Rechnungen aus den Rohdaten gewonnen. Um sicherzustellen, dass die gewonnenen Messwerte richtig abgeleitet werden, müssen diese mit anderen, unabhängigen Messungen verglichen werden. Diese Arbeit wird Validation genannt und ist für die wissenschaftliche Nutzung der Daten unabdingbar.

Die deutschen Validationsaktivitäten basieren auf vier Fundamenten. Zum einen wurden 24 Instrumente an elf Bodenstationen aufgestellt, die weltweit von der Arktis über die Tropen bis zur Antarktis verteilt sind. Diese Instrumente liefern kontinuierlich wichtige Vergleichsdaten. Weiterhin wurden drei Instrumente speziell für Messungen von großen Stratosphärenballons gebaut. Mit solchen Ballons ist es möglich die Atmosphäre vom Boden bis zu 40 km Höhe zu durchleuchten und hochpräzise, lokale Messwerte zu erhalten. Mehrere internationale Kampagnen zur Validation von SCIAMACHY wurden erfolgreich geflogen. Derzeit finden Untersuchungen mittels Ballonkampagne in Brasilien statt.


Das dritte Standbein der deutschen Validationsaktivitäten ist die Messung vom Flugzeug aus. Das deutsche Forschungsflugzeug Falcon vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat mit drei eigens für die Validation von SCIAMACHY entwickelten Messinstrumenten Flüge von Grönland bis zu den Seychellen durchgeführt und über die gesamte Flugstrecke Messdaten gesammelt. Die Datenprodukte von SCIAMACHY wurden auch mit anderen Satellitendaten verglichen. Der große Vorteil hier besteht darin, dass die Validation nicht auf einen bestimmten Zeitraum und Ort beschränkt ist.

Der durch die verschiedenen Validationsaktivitäten ermittelte Datensatz mit zehntausenden von Messwerten wurde bereits umfangreich für die Überprüfung und Verbesserung von SCIAMACHY Daten eingesetzt, wird aber natürlich auch direkt in der Atmosphärenforschung genutzt. Die Daten werden auch in den folgenden Jahren von enormen Nutzen sein, da die Auswertung der SCIAMACHY Ergebnisse kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Weitere Informationen bei:
Dr. Klaus Bramstedt
Universität Bremen
Institut für Umweltphysik und Fernerkundung (iup/ife)
0421/218-4584
E-Mail: bram@iup.physik.uni-bremen.de

Angelika Rockel | idw
Weitere Informationen:
http://www.iup.physik.uni-bremen.de/gcvos
http://www.uni-bremen.de

Weitere Berichte zu: SCIAMACHY Umweltsensor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik
22.05.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München
22.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie